Im Themenschwerpunkt des Heftes, herausgegeben von Klaus Schneewind und Arist v. Schlippe, geht es um Familienpsychologie und systemische Praxis.
Interessanterweise finden die Ergebnisse der familienpsychologischen Forschung nur selten den Weg in die Familientherapie bzw. in die Familien- und Paarberatung. In einem Überblicksartikel wird Meinrad Perrez den Nutzen von Familienpsychologie für Familientherapeuten herausarbeiten. Ute Ziegenhain und Anne Künster beschäftigen sich mit den Möglichkeiten einer interdisziplinären Zusammenarbeit, die dazu beitragen kann, die frühe Eltern-Kind-Bindung zu stärken. Klaus Schneewind spielt in seinem Beitrag mit dem Bild der Brücke: Brücken sind in aller Regel zweispurig angelegt, um gleichzeitig von beiden Seiten auf die jeweils andere gelangen zu können – so kann man sich auch in der Mitte begegnen ... Das Ehepaar Cowan aus San Francisco wird sich mit der spannenden Frage befassen, wie in schwierigen Familienverhältnissen die Väter dafür gewonnen werden können, sich stärker in der Erziehung ihrer Kinder zu engagieren.
Seiten-Blicke werden diesmal in zwei Richtungen geworfen: Traude Füchsle- Voigt blickt in einer Bestandsaufnahme zum »Cochemer Modell« auf zwei Jahrzehnte interdisziplinäre Zusammenarbeit in Familienkonflikten zurück. Andreas Spengler beschreibt gemeinsam mit Heiner Engel, dem Direktor des Hannoveraner Zoos, wie eine Gorillafamilie in einer dramatischen Umbruchsituation mithilfe systemischer Überlegungen und Interventionen unterstützt werden konnte.
Jahrgang 37, Heft 02, April 2012