Die Dissidenten erliegen der in ihrem Erfahrungszusammenhang nur zu verständlichen Versuchung, alles Politische a priori als verwerflich anzusehen. Indem sie diese Erfahrung verallgemeinern und zur Basis ihres Verständnisses von Politik machen, verstellen sie sich den Zugang zu jener republikanischen Tradition des politischen Denkens, die ihren eigenen Erfahrungen in den demokratischen Revolutionen viel angemessener ist und deren Kerngehalt darin besteht, dass Freiheit und Politik nicht Gegensätze sind, sondern zusammengehören. Stattdessen setzen sie die Abwertung des Politischen, die die Geschichte des abendländischen Denkens an so vielen Stellen beherrscht, nahtlos fort.
Jahrgang 67, Heft 766, Heft 03, März 2013