»›Doppelleben‹ ist ein großer Remix, Dichtung und Wahrheit, Klarheit und Nebelwurf. Oft genug entpuppt sich, was man für Licht hielt, als kleine Falle.«
Aus dem Vorwort von Ulrike Draesner
Unter dem Titel »Doppelleben« fasste Gottfried Benn für jene berühmte Ausgabe von 1950 zwei höchst interessante Selbstdarstellungen zusammen. »Lebensweg eines Intellektualisten«, ursprünglich 1934 als selbständiger Band erschienen, kann als Plädoyer für die unumstößliche, allumfassende Bedeutung der Kunst und des Künstlertums verstanden werden.
Es ist jedoch auch Verteidigung und Positionierung seiner selbst während des Dritten Reichs.
In »Doppelleben« aus dem Jahr 1950 erörtert Benn daran anschließend sein Verhältnis zu den Nazis und seine Einstellung zur Emigration.
»Benn ist Pop, Punk, Quark und ein Wunder. Die Farben der fünfbändigen Ausgabe ›Das Beste von Benn‹ sind Pop, sind Rausch, lebenskräftig, explosiv, halluzinatorisch – der Expressionist schrieb in frühen Werken über Blut, Fleisch, Schleim, Hirn … Die Gestaltung dieser Taschenbuchausgabe zu Benns 125. Geburtstag am 2. Mai ist also vorzüglich, treffend, ein Geschenk. Sie nimmt dem Werk des Schwierigen die auratische Anmutung … Nach dieser Hymne ist nur eins möglich: Benn lesen.«
Nicole Golombek, Stuttgarter Nachrichten, 30.4.2011
Inhaltsverzeichnis7 ULRIKE DRAESNER: DER BIOGRAPHISCHE NENNER
33 TEIL I – LEBENSWEG EINES INTELLEKTUALISTEN
35 I. Die Erbmasse
II. Ihre Erscheinungsformen
47 a) Rönne
56 b) Pameelen
63 c) Das lyrische Ich
III. Die Probleme
69 a) Die Kunst
77 b) Intellektualismus
83 IV. Die neue Jugend
86 V. Die Lehre
90 TEIL II – DOPPELLEBEN
91 I. Schatten der Vergangenheit
116 II. Leier und Schwert
134 III. Lyrisches Intermezzo
140 IV. Block II, Zimmer 66
V. Literarisches
162 a) Absolute Prosa
166 b) Doppelleben
175 c) Stil und Entartung
180 d) Knut Hamsun: »Auf überwachsenen Pfaden«
183 VI. 1886
186 VII. Zukunft und Gegenwart
203 VIII. Noch einiges Private
206 Schlußworte
Leseprobe