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TZI - Die Kunst, sich selbst und eine Gruppe zu leiten

Einführung in die Themenzentrierte Interaktion

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Lernen und Persönlichkeitsentwicklung miteinander verbinden

Wenn Sie lernen wollen, sich selbst und andere im privaten und beruflichen Umfeld aufmerksam wahrzunehmen und Ihre Eigenverantwortung im Kontakt mit anderen zu stärken, dann hilft Ihnen TZI. Die Autoren machen deutlich, welche Aspekte beachtet werden müssen, damit sich ein lebendiges Miteinander-Lernen in Gruppen entwickeln kann.

Kennen Sie das: Sie sitzen in einer Arbeitsbesprechung, einer Fortbildungsveranstaltung oder in einer Elternabendrunde und langweilen sich fast zu Tode. Alle sind auf die Leitungsperson fixiert und warten. Ein anderer Fall: Eigentlich interessiert Sie das Thema nicht, doch Sie sind erstaunt, wie positiv sich das Seminar entwickelt. Auf einmal macht es Ihnen sogar richtig Spaß, sich sowohl inhaltlich als auch für die Zusammenarbeit in der Gruppe zu engagieren.

Welche Faktoren sind dafür verantwortlich, daß die Zusammenkunft mit anderen Menschen als lebendig erlebt wird, und welche Einflußmöglichkeiten haben Sie selbst, damit sich ein lebendiges Miteinander-Arbeiten und -Lernen entwickeln kann?

Alle, die sich in Gruppen engagieren, erfahren hier anschaulich und in leicht verständlicher Form alles Wissenswerte über die Grundlagen und die Methodik der Themenzentrierten Interaktion.

Die Themenzentrierte Interaktion (TZI) ist ein von Ruth Cohn entwickeltes Verfahren zum schöpferischen und entdeckenden Miteinander-Lernen und -Arbeiten in Gruppen. Das Verfahren wird mit großem Erfolg überall dort eingesetzt, wo Menschen ihren Kooperations- und Kommunikationsstil verbessern wollen.

»Das Buch versteht sich als Einführung und ist es auch; wer neugierig auf Themenzentrierte Interaktion ist und noch wenig davon weiß, den nehmen Autorin und Autor behutsam "an der Hand" und führen inhaltlich ansprechend und gut lesbar in den Zusammenhang von Selbstleitung und Gruppenleitung ein. Dabei bringt der Wechsel von theoretischen Überlegungen und erfahrungsbezogenen Veranschaulichungen durch "Inge" ein verdichtetes Verständnis ein, das die abstrahierenden und konkretisierenden Anteile in eine gute Balance bringt. Wer das Buch liest, gewinnt einen guten ersten Zugang zum Standardverfahren der TZI. «
Prof. Dr. Walter Lotz (socialnet.de, 19.09.2006)
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Entdecke lebendiges Lernen und Lehren! - Was ist TZI?
Eine Frau setzt Maßstäbe - Zur Entwicklung der TZI-Methode
Inge - oder:
Jede Geschichte hat ihre Vorgeschichte Die Menschen stärken, die Sachen klären - Grundlagen der TZI
Die Axiome
Die Postulate
Die Kommunikationshilfen
Das Arbeitsprinzip der dynamischen Balance
Das Thema als inhaltliche Basis der Gruppenarbeit
Die Struktur als methodische Basis der Gruppenarbeit
Zum Umgang mit dem Schatten in der Gruppenarbeit
Zum Leitungsverständnis in Gruppen
Inges erste TZI-Erfahrung - oder:
Will ich auch, wenn ich soll, und darf ich auch noch, wenn ich will?
Es geht um Werte - TZI und das Menschenbild der Humanistischen Psychologie und Pädagogik
Zur Tat befreien - Gesellschaftspolitisches Anliegen der TZI
Genial einfach und hohe Kunst zugleich - Würdigung der TZI
Inge macht sich auf den Weg - oder:
TZI ist einfacher gesagt als getan!
Wer´s lernen will - Anmerkungen zur TZI-Ausbildung
Wer´s genauer wissen will - Weiterführende Hinweise zu Aspekten der TZI
Wer weiter lesen will - Literaturempfehlungen zur TZI
Quellennachweise
Über die Autoren

Leseprobe
Entdecke lebendiges Lernen und Lehren! - Was ist TZI?
Die Themenzentrierte Interaktion (TZI) nach Ruth C. Cohn ist ein Gruppenverfahren, das aus den Erkenntnissen der Psychoanalyse und den Einflüssen der Gruppentherapie entstanden ist.
Lebendiges Lernen
Das zentrale Anliegen des pädagogischen TZI-Konzepts ist das Lebendige-Miteinander-Lernen. Darunter ist ganzheitliches Lernen zu verstehen mit dem Ziel, sich selbst und andere so zu leiten, daß die wachstumsfördernden und heilenden Anlagen im Menschen angeregt und gefördert werden, nicht aber die stagnierenden und krankmachenden Tendenzen.
Drei Beispiele seien hier genannt: Es geht um Kooperationsbereitschaft anstelle von destruktiver Rivalität, Realitätssinn anstelle von persönlich oder gesellschaftlich bedingten Illusionen, Verantwortlichkeit anstelle von vorschnellem Anpassungsverhalten.
Gesellschaftspolitisches Anliegen
Die TZI unterscheidet sich von anderen Gruppenverfahren am deutlichsten durch ihr klares gesellschaftspolitisches Anliegen. Daß diese sozial- und gesellschaftspolitische Dimension angesichts der ökologischen und nuklearen Bedrohung der Welt, durch das Nord-Süd-Gefälle und den zunehmenden Fremdenhaß zwar gefordert ist, gleichwohl von anderen pädagogischen Verfahren vernachlässigt wird, macht das TZI-Konzept um so wertvoller und realitätsnäher.
Wertebasis der TZI
Die Wertebasis für das System der TZI sind drei feststehende Grundsätze (Axiome), die auf existentiell-anthropologische, ethisch-soziale und demokratisch-politische Zusammenhänge hinweisen. Aus den humanistischen Axiomen der TZI hat Ruth C. Cohn zwei existentielle Forderungen (Postulate) abgeleitet, die deutlich machen, wie die Axiome im alltäglichen Leben zum Ausdruck kommen können.
Bevor wir uns eingehender mit diesen Grundannahmen der TZI beschäftigen, ist noch einiges zu den weiteren Anliegen der Themenzentrierten Interaktion anzumerken, insbesondere zum Verhältnis zwischen Sach- und Beziehungsebene, zum pädagogischen Konzept, zu den Anwendungsmöglichkeiten und zum Zusammenspiel von Methode und Haltung bei TZI.
Sach- und Beziehungsebene
Wer Erfahrungen mit Gruppen hat, sei es in der Erwachsenenbildung oder auch in der Gremienarbeit, weiß, wie oft eine inhaltlich trockene Bearbeitung bestimmter Themen eine lebendige Kommunikation weitgehend unmöglich macht. Die entsprechende Sitzung, der Elternabend, die Teambesprechung wird als langweilig und blutleer erlebt. Steht nämlich die Sachebene zu sehr im Vordergrund, kommen die einzelnen Menschen der Gruppe mit ihrer jeweils unverwechselbaren Persönlichkeit und Kompetenz zu kurz und das Potential der Gesamtgruppe kann sich nicht entfalten.
Im Unterschied dazu besteht in Selbsterfahrungsgruppen häufig eine Unausgewogenheit zugunsten der Beziehungsebene. Die emotionalen Anteile einzelner oder der Gesamtgruppe überragen eine sachliche Auseinandersetzung mit dem gemeinsamen Thema.
In beiden Fällen ist das Verhältnis zwischen Sach- und Beziehungsebene aus der Balance geraten. Im System der TZI sind Sach- und Beziehungsebene gleich wichtig. In der praktischen Umsetzung bedeutet dies, ein Klima herzustellen, in dem die Lernenden sowohl in ihren kognitiv-rationalen als auch in ihren emotional- sozialen Fähigkeiten ernst genommen und unterstützt werden. In einer sachlich orientierten Gruppe bedarf es der Ermutigung, den eigenen Zugang zum Lernstoff zu finden und die subjektiven Interessen zu formulieren, während in einer psychosozialen Gruppe Wert darauf gelegt wird, auch schwierige und theoretische Sachverhalte mit der notwendigen Ausdauer zu bearbeiten.
Hilfe zur Selbsthilfe
Das pädagogische Konzept der TZI bezieht sich in erster Linie auf Prävention bzw. Hilfe zur Selbsthilfe. Das Ziel der TZI ist nicht die Aufarbeitung individueller Probleme, Wünsche und Anliegen der Teilnehmenden, sondern ein »Wachwerden« für die Möglichkeiten der Veränderungen in der Gegenwart. Der pädagogische Wert der TZI ist das »Anritzen«, also Bewußtmachen unbewußter Konflikte, ohne daß die Ursache des Konfliktes durchgearbeitet wird. Solche unbewußten Konflikte werden in den Lernprozeß einer TZI-Gruppe einbezogen, indem die Frage nach dem »Was ist jetzt?« und »Wozu ist jetzt?«, nicht aber die Frage nach dem »Warum ist jetzt?« gestellt wird. Die Leitenden lassen dann den betreffenden Menschen selbständig das .nden, was er in der jetzt aktuellen Situation braucht. Es geht um eine Haltung des Wahrnehmens und Annehmens. Der Betreffende erlebt, daß er so sein darf, wie er ist, einschließlich seiner Störungen und Widerstände. In solch einer akzeptierenden Atmosphäre braucht die Gruppe keine Aufmerksamkeit vorzutäuschen, und die Arbeit am Sachthema kann nach der Benennung der Blockierung meist um so intensiver fortgesetzt werden.
Sich-selbst- und Gruppenleiten
Eine weitere Besonderheit der Themenzentrierten Interaktion ist ihre Anwendungsmöglichkeit auf Alltagsgruppen, z. B. Teams, Abteilungen, Schulklassen, Wohngruppen, Vereine, Familien, Selbsthilfegruppen - kurz gesagt: TZI kann überall dort eingesetzt werden, wo Menschen miteinander in Kontakt stehen. Die Themenzentrierte Interaktion lehrt das Sich-selbst- und Gruppenleiten und fördert ein vertieftes Verstehen von einzelnen Personen, deren Interaktion in der Gruppe, den Sachthemen und den jeweiligen Beziehungen dieser drei Faktoren zum aktuellen »äußeren Umfeld«. Eine TZI-Ausbildung ist also eine zusätzliche Qualifikation und kein Ersatz für eine didaktische, betriebswirtschaftliche oder sozialwissenschaftliche Grundausbildung in den jeweiligen Praxisfeldern, in denen mit TZI gearbeitet werden kann. So ist beispielsweise TZI-Gruppenarbeit in einer betrieblichen Teamsitzung einsetzbar, jedoch nicht ohne fundierte Kenntnisse des jeweiligen Arbeitshintergrundes. Ebenso kann eine TZI-Gruppenleiterin nur dann Physikunterricht mit der Methode der TZI geben, wenn sie auch Physiklehrerin ist.
Methode und Haltung
Die Methode und die Haltung gehören in der TZI untrennbar zusammen. TZI kann nicht rein methodisch verstanden werden, ohne eine entsprechende humanistische Grundhaltung. Diejenigen, die die Methode der TZI auswendig lernen, dogmatisieren und anwenden, ohne dabei aus einer menschenfreundlichen Haltung heraus zu handeln, degradieren TZI zu einer didaktischen Trickkiste. Umgekehrt ist die TZI-Haltung ohne die Kenntnis der Methode ebenso wenig fruchtbar, weil die einseitige Betonung der humanistischen Grundhaltung nicht automatisch das nötige methodische Handwerkszeug hervorbringt. Die Kenntnis von den Grundmustern menschlichen Verhaltens und die Kenntnis von Gruppen- und Leitungsprozessen sind daher genauso wichtig wie eine humanistische Haltung zum Menschen.
»Methode und Haltung gehören in der TZI so untrennbar zusammen wie Form und Gehalt bei einem Kunstwerk oder Leib und Seele beim Menschen.«
Ruth C.Cohn
[...]
Klett-Cotta
3., aktualisierte Aufl. 2010, 160 Seiten, broschiert, mit 12 Abbildungen
ISBN: 978-3-608-94674-1
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Cornelia Löhmer

Dr.Cornelia Löhmer leitet mit Rüdiger Standhardt das Giessener Forum-Ausbildungsinstitut für Progressive Muskelentspannung und Stressbewältigung durch...

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Rüdiger Standhardt

Rüdiger Standhardt leitet mit Cornelia Löhmer das Giessener Forum-Ausbildungsinstitut für Progressive Muskelentspannung und Stressbewältigung durch...


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