Der kleine Liebesberater

100 Antworten zu Sex und Partnerschaft
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Wer passt zu wem? Der Experte Nr. 1 gibt Auskunft

Professor Manfred Hassebrauck ist Deutschlands führender Experte auf den Gebieten Partnerwahl und Liebesleben: Seit 30 Jahren erforscht er, nach welchen Kriterien man sich seinen Partner aussucht und wie man es schafft, eine erfüllte Beziehung zu führen.

In unterhaltsamer Weise stellt er die neuesten wissenschaftlichen Befunde vor, z. B. zu den Fragen:

- Was kann ich tun, damit sich eine andere Person in mich verliebt?
- Was ist eigentlich wichtiger: Schön sein oder einfach nur nicht hässlich?
- Kann ich den passenden Partner im Internet finden?
- Wählen wir unbewusst einen Partner, der uns an unsere Eltern erinnert?
- Wie kommt es, dass Männer mehr Sexualpartnerinnen haben als Frauen Sexualpartner?
- Ist es möglich, sich in seinen langjährigen Partner neu zu verlieben?
- Bedeutet es das Aus für eine Beziehung, wenn Sex nicht mehr wöchentlich stattfindet?

>> Manfred Hassebrauck im Interview

Leseprobe
Vorwort

Ernste Antworten auf ernste Fragen Beziehungen sind wichtig – für unser Wohlbefinden, für unsere Gesundheit, für unser Glück. Oft merken wir erst dann, wie wichtig Beziehungen sind, wenn es Probleme gibt. Mit der Gesundheit ist es so ähnlich. Meist wissen wir sie auch erst dann zu schätzen, wenn wir krank sind. Und genau so, wie wir für unsere Gesundheit vorsorgen können, es aber oftmals nicht rechtzeitig tun, können wir auch für unser Beziehungsglück vorsorgen. Wissenschaftler wie ich erforschen daher, welche Faktoren für eine glückliche und stabile Paarbeziehung verantwortlich sind. Immer wieder erreichen mich E-Mails von Menschen, die mich um Rat für ihre Beziehungsprobleme bitten – einen Wunsch, den ich aus der Ferne nicht erfüllen kann. Noch öfter melden sich Journalisten, die sich mit mir über Partnerwahl, Untreue, die Wichtigkeit des Aussehens und Ähnliches unterhalten wollen.

In den fast 30 Jahren, die ich inzwischen in Forschung und Lehre tätig bin, habe ich gemerkt, dass sich viele Fragen oft wiederholen – und ich habe angefangen, die Fragen, die mir gestellt wurden, zu sammeln. In diesem Buch finden Sie die wichtigsten! Ich habe versucht, sie auch für den Nicht-Wissenschaftler verständlich zu beantworten. Bücher über Beziehungen, auch solche, die vorgeben, Fragen zu beantworten, gibt es zuhauf. In einem von ihnen fand ich kürzlich die Frage, warum denn Männer Zigarren rauchende Frauen so toll finden. Tun sie das wirklich? Meines Wissens nach nicht. Noch verwunderlicher als die Frage selbst war die Antwort. Ist doch klar, Zigarren erinnern an einen Penis, und Frauen, die daran so genussvoll saugen … Müsste man angesichts dieser »Logik« nicht auch erwarten, dass Frauen eine Vorliebe für Männer haben, die ganz genüsslich Eis schlecken?

Solche Fragen und ebensolche Antworten werden Sie in diesem Buch nicht finden. Es sind eher die Themen, über die Sie mit Ihren Freundinnen und Freunden oft geredet und gerätselt haben. Gehen wirklich mehr Männer als Frauen fremd? Warum steht sie immer so lange vor dem Spiegel? Gibt es denn besonders erfolgreiche Strategien, jemanden kennenzulernen? Auf diese ernst gemeinten Fragen gebe ich Ihnen auch ernst gemeinte Antworten. Antworten, die durch Forschungsergebnisse meiner Arbeitsgruppe und andere Wissenschaftler begründet sind. Ich habe die Fragen nach den natürlichen Entwicklungsstadien geordnet, um dem Buch eine nachvollziehbare Struktur zu geben. Es fängt mit dem sprichwörtlichen ersten Blick an. Wie wichtig sind das Aussehen und der erste Eindruck für das Entstehen einer Beziehung? Was kann man tun, um jemanden kennenzulernen, und welche Eigenschaften eines Partners wünschen sich Frauen, was ist den Männern wichtig? Aus dem ersten Interesse entsteht manchmal die große Liebe. Was passiert eigentlich beim Verlieben? Und warum hält das schöne Gefühl des Verliebtseins nicht ein Leben lang an? Wird unsere Liebe erwidert, entsteht daraus oft eine im Prinzip auf Dauer angelegte Beziehung. Aber was ist überhaupt eine gute Beziehung? Haben Männer und Frauen die gleichen Vorstellungen und Wünsche? Und natürlich geht es auch um Sex. Wie wichtig ist Sex für eine glückliche Beziehung? Wie kann es sein, dass Männer anscheinend mehr Sexualpartnerinnen haben als Frauen, und wie kommt es, dass ältere Menschen weniger Sex als jüngere haben? Und schließlich wende ich mich auch den Schattenseiten von Beziehungen zu. Wie lässt es sich erklären, dass die Scheidungsrate in den letzten Jahrzehnten deutlich gestiegen ist? Sind die Menschen beziehungsunfähiger geworden? Eifersucht, Untreue und der Umgang mit Konflikten sind weitere Themen.

Sie können dieses Buch Kapitel für Kapitel oder auch einfach quer lesen. So erhalten Sie entweder einen Überblick über die verschiedenen Phasen der Entwicklung einer Beziehung oder können gezielt, in beliebiger Reihenfolge, einzelne Fragen herausgreifen. Jede Antwort ist für sich allein verständlich.

Beziehungen betreffen immer mindestens zwei, meist einen Mann und eine Frau. Im Sinne einer politisch korrekten Ausdrucksweise müsste ich immer von Männern und Frauen, Partnerinnen und Partnern, sie und er sprechen. Das stört den Lesefluss jedoch erheblich und macht einfach keinen Spaß. Ich habe daher auf diese Doppelnennung des Geschlechts verzichtet und meistens die weibliche Perspektive gewählt, es sei denn, es handelt sich um eine Frage, die sich konkret auf Männer oder Frauen bezieht. Und noch etwas in eigener Sache: Sie finden am Ende jeder Frage jeweils einige wenige Literaturangaben, die sich auf die Studien beziehen, die ich meiner Antwort zugrunde gelegt habe. Ich möchte damit meine Argumentation möglichst transparent und nachvollziehbar machen. Zur Lektüre für Laien möchte ich diese Quellen nicht empfehlen.

Ich möchte an dieser Stelle Dr. Heinz Beyer, Monika Riedlinger und Nadja Urbani vom KlettCotta Verlag danken, die mich in dem Plan, ein Buch mit Antworten auf Fragen zu Beziehungen zu schreiben, mit großer Nachsicht und Geduld unterstützt haben. Dank schulde ich auch Lea Menth und Heike Schünemann, die das Manuskript gründlich und kritisch gelesen haben. Mein ganz besonderer Dank gebührt meiner Mitarbeiterin Sally Marie Ischebeck. Sally hat den Blick fürs Detail und gleichzeitig für das Ganze. Ihre Anmerkungen und Vorschläge haben ganz wesentlich zur Verbesserung der Lesbarkeit des Manuskriptes beigetragen.

Wuppertal, im März 2012

Die Liebe

1 Was ist eigentlich Liebe?
Definitionen von Liebe gibt es wie Sand am Meer, angefangen von »Liebe heißt, niemals um Verzeihung bitten zu müssen« bis hin zu »Liebe heißt, für den anderen da sein«. Philosophen, Schriftsteller, Wissenschaftler unterschiedlichster Couleur, sie alle haben versucht, dieses illustre Konzept zu definieren. So richtig viel anfangen kann man mit ihren Definitionen nicht. Auch der vertraute Weg, mal kurz zu googeln, hilft hier nicht weiter. Machen Sie sich mal den Spaß und googeln Sie nach Definitionen von Liebe. Sie werden erschlagen. Der Grund dafür ist, dass es die Liebe nicht gibt. Das, was zwei pubertierende Jugendliche füreinander empfinden – und vielleicht als die große Liebe betrachten – ist etwas ganz Anderes, als das, was zwei Mittdreißiger auf der Hochzeitsreise fühlen, und ein seit 40 Jahren zusammenlebendes Paar fühlt wieder etwas Anderes. All das nennen wir Liebe. Unsere Sprache wird diesen unterschiedlichen Gefühlszuständen allerdings nicht gerecht. Nach Ergebnissen des Psychologen Robert Sternberg von der renommierten Yale University, die auch ich durch meine Forschung bestätigen konnte, ist Liebe eine Mixtur aus Intimität, Leidenschaft und Bindung.

Intimität drückt emotionale Nähe aus und ist der wesentliche Grundpfeiler der Liebe. Es geht dabei um den Wunsch, mit dem Anderen möglichst viel Gemeinsames zu erleben, sich geborgen zu fühlen und auch die eigenen Fehler und Schwächen zeigen zu dürfen. Intimität entwickelt sich langsam. In einer neuen Beziehung ist sie meist noch nicht sehr ausgeprägt.

Leidenschaft ist der physiologische Kick in der Beziehung. Oft fängt eine Beziehung genau damit an. Man verzehrt sich förmlich nach einander, kann es gar nicht abwarten, den Anderen zu sehen, Schmetterlinge im Bauch sind an der Tagesordnung. Die Leidenschaft hält allerdings nicht ewig, auch wenn wir uns das wünschen. Nach zwei Jahren hat sie meist deutlich abgenommen.

Die Bindung an eine Person und die bewusste Entscheidung, mit dieser Person über eine längere Zeit zusammenbleiben zu wollen, ist die dritte Säule der Liebe. Auch sie ist am Anfang einer Beziehung meist noch gar nicht vorhanden und entwickelt sich – wenn überhaupt – ganz allmählich.

Aus dem Zusammenspiel dieser drei Komponenten ergeben sich verschiedene Arten von Liebe. Betrachten wir zunächst den Fall, dass Sie jemandem emotional sehr nahe sind, aber weder das besagte Kribbeln verspüren, noch vorhaben, mit dieser Person eine Beziehung einzugehen. Mögen ist der richtige Ausdruck für so ein Gefühl. Verspüren wir Erregung, verzehren uns vor körperlichem Verlangen, aber weder Nähe noch Bindung sind vorhanden, liegt Verliebtheit vor. Ganz anders im nächsten Fall. Sie sind verheiratet, haben auch vor, es zu bleiben, aber weder im Bett noch sonst sind Sie sich nahe. Leere Liebe ist oft das, was nach vielen Jahren noch übrig bleibt. Wenn Sie hingegen jemanden heiraten, weil Ihre Leidenschaft sehr stark ist, Nähe hingegen fehlt, nennt Sternberg das alberne Liebe. Das Ideal, nach dem wir alle streben, ist die vollkommene Liebe. Von ihr spricht man, wenn alle drei Komponenten stark ausgeprägt sind.


2 Hat nicht jeder eine andere Vorstellung davon, was Liebe ist, und bringt das nicht Probleme für eine Beziehung mit sich?
Wie wichtig einem Intimität, Leidenschaft und die Bindung an einen Partner sind, kann sich durchaus von Person zu Person unterscheiden, und damit auch das, was wir mit Liebe verbinden. Das kann zu Missverständnissen und Problemen in der Beziehung führen. Es ist daher ratsam, sich genauer zu fragen, wie die eigene Vorstellung von der großen Liebe aussieht, und diese Vorstellung mit der des Partners zu vergleichen.
Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich unsere Vorstellung von Liebe von anderen völlig unterscheidet, eher gering. Ich habe weltweit mehrere Tausend Menschen gebeten anzugeben, wie denn eine ideale Liebesbeziehung aussieht – Männer und Frauen, Junge und Alte, Studenten, Berufstätige und Rentner, Frischverliebte und solche, die schon lange eine Beziehung hatten, solche, die mit ihrer Beziehung sehr zufrieden waren und solche, die sich mit Trennungsgedanken getragen haben, aus so unterschiedlichen Ländern wie Brasilien, Ungarn, Deutschland und Kanada (um nur einige zu nennen) – und immer wieder das Gleiche festgestellt: Die Befragten stimmen im Wesentlichen in ihren Vorstellungen, was die ideale Liebesbeziehung ausmacht, überein. Sie meinen, eine gute Liebesbeziehung beinhalte emotionale Nähe, Übereinstimmung, Sex, aber auch ein gewisses Maß an Unabhängigkeit. Ich werde im Folgenden noch öfter auf diese Grundpfeiler einer glücklichen Beziehung zurückkommen.

3 Kann Liebe ein Leben lang halten?
Natürlich kann die Liebe ein Leben lang halten. Sie tut es bei vielen, aber nicht bei allen. Immerhin endet ungefähr jede dritte Ehe mit der Scheidung. Ganz zu schweigen von den gescheiterten Beziehungen, die erst gar nicht vor den Traualtar geführt haben und in der Ehe-Statistik nicht auftauchen.
Aber auch wenn die Liebe ein Leben lang hält, verändert sie sich doch im Laufe der Jahre, wie eine aktuelle Studie mit mehr als 16000 Befragten gezeigt hat. Erinnern wir uns noch einmal an die drei Komponenten der Liebe: Intimität, Leidenschaft und Bindung (vgl. Frage 1). Im Laufe der Jahre nimmt die Leidenschaft ab. Es knistert nicht mehr so wie am Anfang, man verzehrt sich nicht mehr vor Begierde. Man vermutet zunächst, das liege eben am Alter, an den mit dem Alter einhergehenden hormonellen Veränderungen und desgleichen mehr. Das stimmt aber nur bedingt. Betrachten wir ein Paar Mitte 40, seit 20 Jahren zusammen, und eines im gleichen Alter, aber erst seit ein paar Monaten zusammen. Wo knistert es wohl mehr? Beim zweiten. Am biologischen Alter kann der Unterschied in der Leidenschaft also nicht liegen, eher am Alter der Beziehung. Leidenschaft bezieht ihre »Energie« aus Neuheit, aus Unvertrautheit und damit verbundener Aufregung. Ist man schon 20 Jahre zusammen, kennt man sich eben ziemlich gut. Die Leidenschaft ist entsprechend geringer. Wir verlieren im Laufe unserer Beziehung aber nicht nur etwas, Leidenschaft, wir gewinnen auch etwas hinzu. In dem Maße, in dem die Leidenschaft nachlässt, nehmen Intimität und die Bindung an den Partner zu. Die Beziehung wird also nicht zwangsläufig schlechter, sondern einfach anders.
»Ein unterhaltsamer Überblick über die Geheimnisse der Partnerwahl.«
Emotion, September 2012

»Das ist das Angenehme an Manfred Hassebrauck. Er gibt keine platten Ratschläge. Er erklärt Phänomene. Und er stellt vor allem Dinge klar. Zum Beispiel, was denn nun eigentlich stimmt: Gleich und gleich gesellt sich gern oder Gegensätze ziehen sich an?«
Marlis Schaum, DRadioWissen, 13.08.2012
Klett-Cotta
1. Aufl. 2012, 240 Seiten, Klappenbroschur
ISBN: 978-3-608-94711-3
autor_portrait

Manfred Hassebrauck

Manfred Hassebrauck ist Professor für Sozialpsychologie an der Universität Wuppertal. Seine Forschungsarbeit widmet er seit drei Jahrzehnten den...



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