Die geheimen Mechanismen der Liebe

Sieben Regeln für eine glückliche Beziehung
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Liebe durch persönliche Entwicklung - Schaffen Sie neue Impulse für die Liebe

Jeder weiß es: Für die eigene Beziehung muss man etwas tun. Aber was? Und was sollte man tunlichst unterlassen? Das Buch beschreibt in sieben Regeln, wie man Enttäuschungen mit dem Partner vermeidet und die Liebe langfristig erhalten kann, ja ihr sogar neue Impulse vermittelt.

In jeder Beziehung schließen die Partner heimliche Verträge, die ihnen häufig gar nicht bewusst sind.
Bei diesen geht es darum, die richtige Balance zu finden zwischen Fürsorglichkeit einerseits und der Autonomie der Partner andererseits. Das Gelingen oder Scheitern einer Beziehung hängt oft damit zusammen, ob es gelingt, die Regeln zur Autonomie der Partner zu wahren.

Revenstorf zeigt die jeder Beziehung zugrunde liegenden Mechanismen auf: Wenn man sie kennt und richtig mit ihnen umgeht, wird das die Partnerschaft bereichern; wenn nicht, kann das zum Scheitern führen.
Fallbeispiele erläutern die Mechanismen, die zur Verstrickung der Partner führen. Darin liegen gleichzeitig Konfliktpotentiale und Chancen.
Wir müssen also permanent an unserer Beziehung arbeiten, erfahren aber auch, dass es durchaus Freude machen kann, an seiner Beziehung zu feilen und in sie zu investieren.

Inhaltsverzeichnis

Danksagung
Vorwort
Einleitung
Teil I: Fundamente
Glück
1 Streben nach Glück
2 Zufriedenheit, Freude, Glück
3 Leidenschaft und Sinn
Sexualität und Erotik
4 Genitale Sexualität
5 Erotische Sexualität
Verliebtheit und Liebe
6 Verliebtheit
7 Liebe - und was dafür gehalten wird
8 Partnerwahl und Biografie
9 Passung und Konflikt
Was die Liebe begrenzt
10 Biologische Ausstattung
11 Macht, Gewalt und Sexualität
12 Das Erbe der Neuzeit
13 Der nicht verfügbare Mann
Wie die Liebe aussieht
14 Variationen des Themas Liebe
15 Vollständige Liebe
16 Verfall der Liebe
Teil II: Praxis der Liebe
Liebe und Entwicklung
17 Entwicklung des Bewusstseins
18 Entwicklung der Beziehung
Stille Verträge
19 Die Illusion des Nachholens
20 Explizite und implizite Verträge
21 Wachstum in der Beziehung
7 Regeln für eine glückliche Beziehung
Was es zu bewahren gilt
Regel 1: Verzichten Sie auf Bewilligungen !
Regel 2: Nehmen Sie die Delegation zurück!
Regel 3: Erlauben Sie den Groll und begrenzen Sie ihn!
Regel 4: Schützen Sie die Wunden des Anderen!
Regel 5: Geben Sie der Liebe einen Raum!
Regel 6: Pflegen Sie die Leidenschaft!
Regel 7: Bleiben Sie neugierig auf einander!
Zusammenfassung: Authentische Liebe
Nachwort
Anmerkungen
Die besprochenen Fallbeispiele
Literatur

Leseprobe

Vorwort
Liebe ist der Schlüssel,
der das Gefängnis öffnet,
in dem unsere Seele gefangen ist.
Die meisten Liebesfilme enden, wenn sich die Liebenden gefunden haben. Dieses Buch handelt davon, wie es danach weitergehen kann. Liebe ist kompliziert. Aber sie ist so wunderbar, dass es unglaublich dumm wäre, auf sie zu verzichten nur um sich die Mühe zu ersparen, an der Beziehung zu arbeiten. Ich selbst bin wie ein Blinder durch den Dschungel von Liebesbeziehungen geirrt und habe tastend nach dem richtigen Weg gesucht. Dabei taten sich immer neue Rätsel auf, wenn das Liebesglück unverhofft da war - und sich dann wieder auflöste wie der Morgennebel. Eine Vielzahl von klugen und bereichernden Büchern durchstöberte ich nach Hinweisen, wie eine Liebesbeziehung gelingen kann, und fand in jedem Buch wieder andere Behauptungen darüber, was für die Liebe nötig sei: Die Sexualität sei wichtig, die Fürsorglichkeit, das Fremde, das Vertraute, die Toleranz, die gemeinsamen Visionen, die Autonomie und das Wachstum. Vermutlich ist an allem etwas dran, aber wie hängt es zusammen? Wie wollte ich den Paaren helfen, die im Irrgarten der Liebe verzweifelten, wenn sich die vielen Puzzlestücke nicht zu einem verstehbaren Bild zusammenfügen?
Allmählich - nicht zuletzt durch das Privileg, mit Paaren und Einzelnen über ihr Unglück in der Liebe sprechen, sie zeitweilig auf ihrem Weg begleiten und gemeinsam die Stolpersteine ihrer Beziehungen beiseite räumen zu können - wurden Um risse davon deutlich, was zu einer gelungenen Liebesbeziehung gehört. Es ist viel, was dabei ineinander verzahnt ist, und es ist hilfreich, etwas davon zu verstehen. Am Ende schrumpft es auf wenige Dinge zusammen, die das Glück in der Liebe ausmachen. Dieses Buch ist der Versuch, die Bestimmungsstücke und Randbedingungen für eine geglückte Liebesbeziehung zu sichten und umrisshaft zu einem Bild zusammenzufügen. Das Resultat sind sieben Regeln, die es zu beachten gilt, um in der Beziehung glücklich zu bleiben.
Das Buch ist folgendermaßen angelegt: Um zu erkennen, wie diese sieben Regeln zustande kommen, wird im Abschnitt über das Glück beschrieben, warum es sich lohnt, in die Liebe Mühe zu investieren (Kapitel 1-3). Im zweiten und dritten Abschnitt wird geklärt, was unter Sexualität und Erotik, Verliebtheit und Liebe zu verstehen ist: Begriffe, die gelegentlich miteinander verwechselt werden (Kapitel 4-7). Dazu gehört auch die Dynamik der Anziehung zwischen Liebespartnern und die Frage, welche Konflikte darin verborgen sind (Kapitel 8 und 9).
Anschließend untersuchen wir, warum bestimmte Konflikte in Liebesbeziehungen kulturell vorprogrammiert zu sein scheinen. Dazu muss man sich das Ambiente vor Augen führen, in dem Liebesbeziehungen entstehen: Biologische, kulturelle und soziale Randbedingungen sowie die Familie bilden die Nische, in der sich Bindungsmuster entwickeln, welche die Liebesbeziehung formen (Kapitel 10-13). Diese Bestandsaufnahme schließt mit einer Beschreibung der Formen der häufigsten Liebesbeziehungen - sozusagen eine Variation von Liebesbeziehungen an einer Salatgarnitur von Forschungsergebnissen (Kapitel 14-16).
Die Kapitel 1-16 stellen Ihnen die Hintergründe und Voraussetzungen für den dann folgenden praktischen Teil vor - wenn Sie mehr an den praktischen Einsichten interessiert sind, müssen Sie diesen ersten Teil nicht unbedingt akribisch studieren. Die nächsten beiden Kapitel (17 und 18) sind wichtig, denn in ihnen geht es um des Pudels Kern: Liebe kann nur gelingen, wenn sie sich entwickelt. Wie das geht und woran das Wachstum scheitern kann, wird in den nächsten drei Kapiteln erläutert (19-21), die für das Verständnis des Liebesglücks von besonderer Bedeutung sind. (Falls Sie feststellen, dass etwas, was Sie übersprungen haben, vielleicht doch von Interesse ist, können Sie ja einfach zurückblättern .)
Wenn man von traditionellen Vorstellungen über Ehe und Familie ausgeht, klingen die sieben Regeln vielleicht ungewohnt. Liebe erfordert im Gegensatz zur gewohnten Auffassung nämlich ständige Bemühung und Reformbereitschaft. Die Regeln sind aber überschaubar, weil sie auf wenigen menschlichen Grundwerten beruhen: Verantwortung, Echtheit und Wachstum. Viel Glück - und nun zunächst viel Spaß bei der Erkundung Ihrer ganz besonderen Möglichkeiten, zu lieben und zu wachsen. *

* Um den Zusammenhang der beschriebenen Beispielfälle im Einzelnen rekonstruieren zu können, wurde vor dem Literaturverzeichnis (S. 94) eine Auflistung der Fälle und ihrer Erwähnung im Text eingefügt.
Einleitung
Liebe ist die einzige Alchemie ,
die alles in Gold verwandelt.
Sie ist der einzige Zauber gegen den Tod,
das Altern und die Langeweile.
Anaïs Nin
Menschen in westlichen Zivilisationen gehen nicht mehr so leicht wie früher verbindliche Beziehungen ein und geben sie auch schneller wieder auf. Sie gehen dennoch immer häufiger Beziehungen aller Art ein. 1 Seit 1975 ist in Deutschland ein Bindungstief und eine ständige Zunahme der Scheidungsrate zu verzeichnen: Die Zahl der Eheschließungen sank um ein Drittel von 500 um 1960 auf 386 pro Tausend Einwohner 2004, während die Scheidungsrate im gleichen Zeitraum von 8 % auf 54 % stieg. Zugleich ist eine größere Vielfalt von Liebesbeziehungen zu verzeichnen. Häufiger werden Zweitehen mit Kindern aus mehreren Familien oder auch Fernehen ohne gemeinsame Wohnung oder Kinder eingegangen; immer mehr Beziehungen verzichten zudem auf die Treueüberprüfung . Bei aller Vielfalt von Beziehungsformen wird aber gleichzeitig eine neue Romantik der Zweisamkeit proklamiert. Offensichtlich bleibt neben dem Glück der Abwechslung im Singledasein die Liebesbindung mit oder ohne Trauschein attraktiv; sie verspricht eine Form von Bezogenheit , die eine tiefe Sehnsucht erfüllt. Wie diese Form aussieht - diese Frage soll uns hier beschäftigen.
Menschen versuchen bekanntlich durch viele Dinge glücklich zu werden - durch Ansehen, Reichtum, Familiengründung, Hobbys, sportliche Leistung oder meditative Versenkung. All diese Wege sind mit gewissen, manchmal sogar großen Anstrengungen verbunden, aber dafür einigermaßen kontrollierbar. Liebe dagegen wird einem wie ein Geschenk in den Schoß gelegt; sie ist weder willentlich herbeizuführen noch willentlich aufzulösen. Das macht sie riskant wie ein Glückspiel . Man kann nur versuchen, sie zu halten, wenn sie da ist. Doch schmerzhafte Überraschungen sind nicht auszuschließen: etwa, wenn sich das Sehnen nicht erfüllt oder durch Verlust enttäuscht wird; Kränkung, Trauer und Eifersucht müssen wir dann als Kehrseite des Glücks erleben, die auf ihre Weise verhindern, dass das Leben langweilig wird. Doch es sind nicht nur Spielernaturen, die auf die Liebe als Glücksbringer setzen. Menschen, die es vorziehen, auf der sicheren Seite zu bleiben, sichern sich gern gegen unangenehme Wendungen in der Liebe ab und glauben so unvorhergesehene Momente vermeiden zu können. In gewissem Ausmaß geht das, wenn man Liebe auf eine freundschaftliche oder pragmatische Form zurechtstutzt. Auf der anderen Seite wird durch unvorhergesehene Momente - schöne und schreckliche - das eigene Leben rückblickend zum lesenswerten Roman - und wer will schon einen langweiligen Roman gelebt haben?
Liebe sei das stärkste Motiv des Menschen, sagt der englische Philosoph Bertrand Russell. Sie verhöhnt den Verstand, indem sie einen unwiderstehlichen Sog ausübt, sich auf das Unberechenbare einzulassen. Wenn sie einen erfasst hat, wird der Egoist selbstlos und der Angriffslustige mindestens vorübergehend sanftmütig; sie stellt, und das ist vielleicht das Wichtigste an ihr, ein natürliches Gegengewicht zur Aggression dar. Ohne Liebe hätten sich die Menschen wohl schon längst ausgerottet, denn ihnen ist die natürliche Beißhemmung innerhalb der Spezies verloren gegangen, welche die in dieser Hinsicht viel »humaneren« Tiere noch haben.
Aber die Bindung an den Partner in Liebe ist nicht nur Idylle. Wenn der Rausch der Verliebtheit verebbt, kann sie unversehens zur Tortur und zum Gefängnis werden. Man muss dem Anderen Rechenschaft ablegen wie ein Schulkind, darf nicht kommen und gehen, wie es einem gefällt. Rücksicht, Umsicht und Fürsorglichkeit sind gefragt; Kompromisse und Verzicht drohen; die persönliche Freiheit ist in Gefahr. Die Liebenden teilen Tisch und Bett, und wie leicht beginnen sie, sich mit weitergehenden Ansprüchen zu tyrannisieren:
»Warum rufst du nicht zwischendurch an?«
»Du denkst nicht an mich!«
»Mach das Licht aus, lies nicht im Bett!«
»Wieso berührst Du mich so selten?«
»Du schnarchst«, »du schmatzst «, »du krümelst« usw. ...
Mit einem Wort: »Warum bist Du nicht so, wie ich dich gerne hätte?« Vorwürfe, Verbote und Einengungen machen das Liebesglück schnell zum Alptraum. Woran liegt das, und wie lässt sich das vermeiden?
Die Liebe verspricht eine Art Schutzimpfung gegen Einsamkeit und Schicksalsschläge - so wie es der Aphorismus von Anaïs Nin behauptet, der über diesem Kapitel steht. Warum sonst verliebt man sich noch in Lebensphasen, in denen man keine Kinder mehr zeugen und gebären kann? Liebe bietet scheinbar auch die Möglichkeit, Verpasstes nachzuholen oder misslungene Bindungsmuster in der Hoffnung zu wiederholen, die negativen Erfahrungen der Vergangenheit zu revidieren. Beides entsteht aus einer Bedürftigkeit, die zu Enttäuschungen führt und die eigentliche Liebe verschleiert.
Und was ist die eigentliche, wahre Liebe? Zwei Menschen ziehen sich auch deshalb magnetisch an, weil jeder im Anderen mehr sieht, als im Alltag in Erscheinung tritt; er sieht das, was in ihm möglich ist, und das, was mit dem Anderen gemeinsam er reicht werden kann. Damit das wahr wird, muss man bereit sein, durch die anfängliche Enttäuschung hindurchzugehen. Wie man das schafft, wird auf den folgenden Seiten beschrieben.
Außer der Revision von misslungener Vergangenheit und Immunisierung gegen unsichere Zukunft macht Liebe nämlich eine bestimmte Art von Entwicklung möglich. Entwicklung hat viele Aspekte: Überwindung von inneren Hemmungen, Ausbau von Kompetenzen, Abgrenzung und Sieg über äußere Schwierigkeiten oder Gegner und Erweiterung des Erfahrungshorizontes. Das alles kann zu einer Festigung der Person und einem erfüllten Leben beitragen. Auch das Einlassen auf jemand Anderen kann zu einem erfüllten Leben beitragen. Von außen betrachtet, scheint es allerdings, als seien die Liebe zu einer anderen Person und die eigene Entwicklung gegenläufige Interessen. Man möchte sie getrennt verfolgen und glaubt, dass die Energie, die in den einen Bereich investiert wird, im anderen fehlt. Viele Menschen meinen sich entscheiden zu müssen - in unserer Kultur Männer eher für die persönliche Entwicklung, meist die Karriere, und Frauen für die Beziehung. Aber es ist ganz anders. Nichts mobilisiert so viel Energie wie Liebe. Sie ist eine treibende Kraft - nicht nur für die Erhaltung der Art, sondern auch für die Menschen, sich auf unsichere Perspektiven wie Familiengründungen einzulassen. Und sie stellt die Energie dafür zur Verfügung, dass beide Partner sich weiterentwickeln.
Die These dieses Buches lautet, dass die persönliche Entwicklung durch eine gelungene Liebesbeziehung gefördert wird und eine Liebesbeziehung umso besser gelingt, je weiter die Person entwickelt ist. Es sind zwei mit einander verschränkte Vorgänge. Bevor wir uns diesem Prozess zuwenden, soll zunächst geklärt werden, was unter Glück zu verstehen ist und wie Sexualität, Erotik und Bindung in der Liebe zusammenkommen.
»Ein Buch voller Impulse für die Liebe. Für alle, die Partnerschaft und persönliche Entwicklung vereinen wollen.«
Jan Schlieter (emotion, September 2008)
Klett-Cotta
5. Aufl. 2015, 202 Seiten, Breitklappenbroschur
ISBN: 978-3-608-94547-8
autor_portrait

Dirk Revenstorf

Dr. Dirk Revenstorf ist Professor für Klinische Psychologie an der Universität Tübingen. Er studierte Chemie, Philosophie und Psychologie, arbeitete...


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