Detailsuche »

Psychoanalyse und die Psychopathologie der Entwicklung

Dieses Buch erwerben
39,95 EUR
gebunden ohne Schutzumschlag
versandkostenfrei nach D, CH, A; in D, A inkl. Mwst., in CH evtl. zzgl. in CH anfallender Mwst.

Psychoanalyse durch die Linse der Entwicklungspsychologie betrachtet

Wie paßt das, was wir über die normale und die gestörte Entwicklung von Kindern wissen, zu den Erkenntnissen der vorherrschenden psychoanalytischen Theorien?

»Das gelungene Ergebnis ist ein Buch, das die Psychoanalyse für das 21. Jahrhundert tiefgründig fortschreibt - jenseits oberflächlichen Jargons und willkürlicher Literaturrezeption.«
Dr. Stefan Rusche (kno.de, 21.05.2007)

»Fonagy und Target (haben) mit diesem Beitrag Maßstäbe gesetzt. Jedem Interessierten sei der Kauf empfohlen.«
P. Theiss-Abendroth (Krankenhauspsychiatrie)

Die psychoanalytische Theorie befindet sich in permanenter Evolution. Der Bestand an neuen Strömungen und Theoriefragmenten ist unübersichtlich geworden, obwohl alle denselben Ausgangspunkt genommen haben: Freuds Überlegungen zur Rolle der Triebe für die weitere Entwicklung und die Entstehung von psychischen Störungen.

»Einer der wohl renommiertesten Psychoanalytiker unserer Zeit und seine kaum minder arrivierte Kollegin« (Psyche, 1, 2004) überprüfen in diesem Werk den Gehalt der wichtigsten psychoanalytischen Denkmodelle vor dem Hintergrund der neuesten Erkenntnisse der Entwicklungspsychologie und der psychiatrischen Störungsmodelle.

Sie schlagen eine Brücke zwischen klassischen und modernen psychoanalytischen Sichtweisen und den Erkenntnissen der modernen Psychiatrie und der Entwicklungspsychologie. Dabei analysieren sie neben den Arbeiten Freuds die der nordamerikanischen und europäischen Strukturtheoretiker, das Klein-Bion-Modell, die britischen Objektbeziehungstheoretiker, die Bindungstheorie, die Ansätze Kernbergs und Kohuts und die moderne relationale Psychoanalyse und Intersubjektivitätstheorie.

»Endlich! Es ist das heiß ersehnte Buch, das sich des so komplexen Themas der Psychoanalyse und Psychopathologie der Entwicklung annimmt. Peter Fonagy und Mary Target, zwei der renommiertesten Psychoanalytiker unserer Zeit, haben sich an die umfangreiche Arbeit herangewagt und ein faszinierendes Werk geschrieben, in dem psychoanalytische Modelle verschiedenster Schulen und ihre zugrunde liegenden entwicklungspsychologischen Konstrukte auf den Aktualitätsgehalt geprüft werden. ... Es zeigt sich einmal mehr, dass die psychoanalytische Entwicklungspsychologie einen äußerst fruchtbaren und produktiven theoretischen Bezugsrahmen bietet, um die menschliche Psyche zu erforschen. Das vorliegende Werk ist ein wertvoller Beitrag dazu, diese Ansammlung kreativer Ideen eingehend zu studieren - eine Aufgabe, die sich allemal lohnt.«
Elisabeth Pellegrini (Psychotherapie Forum, 4/2008)

»Das gelungene Ergebnis ist ein Buch, das die Psychoanalyse für das 21. Jahrhundert tiefgründig fortschreibt - jenseits oberflächlichen Jargons und willkürlicher Literaturrezeption.«
Dr. Stefan Rusche (kno.de, 21.05.2007)

»Das sehr zu empfehlende Werk ... schlägt eine Brücke zwischen klassischen und modernen psychoanalytischen Sichtweisen und den Erkenntnissen der moderne Psychiatrie und Entwicklungspsychologie; es hat Handbuchcharakter und vermittelt den im Bereich der mentalen Gesundheit Tätigen ein tiefes Verstehen des menschlichen Bewusstseins, seiner Psychologie und Pathologie.«
Eva Rass (Zeitschrift für Sozialpädagogik, Heft 2/2007)
»Mit diesem Band ... legen Fonagy und Target einen komplexen und anspruchsvollen Versuch vor, alle bedeutenden psychoanalytischen Persönlichkeitstheorien detailliert darzustellen, ihre zentralen Thesen herauszuarbeiten und sie in das Gesamt des psychoanalytischen Theoriekanons kritisch einzubetten, ohne die Differenzen der Modelle zu unterschlagen ... Insgesamt ist das Buch absolut zum Lesen und Durcharbeiten zu empfehlen für alle an der menschlichen Psyche interessierten Fachleute, unabdingbar ist es gar für alle Forscher und Ausbilder der Psychoanalyse.«
Frank Dammasch (Analytische Kinder- und Jugendlichen Psychotherapie, Dezember 2006)

»... das bisher beste Buch von Fonagy und Target, ... weil dieses Buch wirklich aus einem Guß ist. Zudem ist es in einem gut lesbaren Stil verfaßt ...«
Wolfgang Mertens (Psyche, 06/2007)

»Dieses umfassende Einführungswerk der berühmten britischen PsychoanalytikerInnen und BindungsforscherInnen P. Fonagy und M. Target resultiert aus dem heroischen Ehrgeiz, unterschiedlichste psychoanalytische Schulen auf ihre theoretischen und empirischen Aussagen zu entwicklungspsychologischen und psychopathologischen Fragestellungen hier umfassend und perspektiveneröffnend zu analysieren. Wie alle bisherigen ins Deutsche übersetzten Publikationen der AutorInnen besticht auch diese durch ihren überwältigenden Kenntnisstand, ihre unübertreffliche theoretische Brillanz und ihre außerordentliche klinische Relevanz.«
PFAD (August 2006)

»Drei Jahre nach Erscheinen des englischen Originals legen Peter Fonagy und Mary Target vom Londoner Anna Freud Centre ihre Synopsis der psychoanalytischen Entwicklungspsychopathologie nun auf Deutsch vor. Auch wenn sie sich expressis verbis eher an Kliniker nicht-psychoanalytischer Spezialisierung wie beispielsweise Verhaltens- oder Pharmakotherapeuten richten und auch keine besonderen Kenntnisse voraussetzen, werden doch vor allem psychodynamisch orientierte Leser von ihrer differenzierten und anspruchsvollen Darstellung profitieren. Sie läßt sich lesen als ein Überblick über die zentralen psychoanalytischen Konzepte unter entwicklungspsychologischer Perspektive, angefangen bei Freuds psychosexuellen Phasen bis hin zum gegenwärtig vieldiskutierten Mentalisierungsmodell, für das die beiden Autoren stehen. Zwei Einschränkungen, von ihnen bewußt gewählt, muß der Leser jedoch hinnehmen. Zum einen werden fast nur auf Englisch publizierte Arbeiten berücksichtigt. Daß heißt, daß man über die französische Diskussion kaum etwas, über die deutschsprachige nachfreudianische noch weniger erfährt. Zum anderen führt die stringent durchgehaltene forschungsgeleitete Perspektive zu einem weitgehenden Verzicht auf klinische Bezüge und auf eine Überprüfung der Erklärungskraft der Konzepte im psychiatrisch-psychotherapeutischen Alltag. Zu unverbunden stehen nach Ansicht der Autoren Behandlungstechnik und Theoriebildung nebeneinander.

Wer sich jedoch auf den abstrakten und kondensierten Text einläßt, wird reich belohnt. Sämtliche relevanten Autoren der Ich-Psychologie und Objektbeziehungstheorie finden eine äußerst kenntnisreiche Darstellung, besonders der Integrationsversuch von Joseph Sandler. Es folgen die kleinianischen Ansätze, jene der "britischen Unabhängigen", die Selbstpsychologie, Kernberg integratives Konzept, die vor allem in den U.S.A. immer einflußreichere relationale Schule, die Bindungstheorie, die Schematheorie beispielsweise von Stern und schließlich das eigene Mentalisierungskonzept. In einer stark empirisch orientierten Diskussion kommen Fonagy und Target zu einer differenzierten Einschätzung der Plausibilität eines jeden Ansatzes. Die Einleitung sowie zwei wissenschaftstheoretisch ausgerichtete Schlußkapitel gehen mit der psychoanalytischen Theorieproduktion hart ins Gericht und beklagen die häufig adultomorphe Argumentation wie auch den bisher stilbildenden "enumerativen Induktionismus".

Der Verlag Klett-Cotta hat auch bei diesem Band die gewohnte Sorgfalt walten lassen, die sich beispielsweise darin ausdrückt, daß dem ausführlichen Literaturverzeichnis die deutschen Übersetzungen, wo vorhanden, beigefügt wurden. ... haben Fonagy und Target mit diesem Beitrag Maßstäbe gesetzt. Jedem Interessierten sei der Kauf empfohlen.«
P. Theiss-Abendroth (Krankenhauspsychiatrie)

»In jedem Theorieentwurf spiegeln sich Aspekte des jeweiligen Zeitgeistes und die darin eingebetteten vorherrschenden Denk- und Sprachelemente wieder. D.h., dass neue Theorieentwürfe immer dann notwendig werden, wenn die Zeiten sich ändern. In den vergangenen hundert Jahren hat sich das Leben der Menschen grundlegend verändert, was auch in der Geschichte der Psychoanalyse, die den gleichen Zeitraum umfasst, seinen Niederschlag findet. Ebenso wie andere Wissenschaftsbereiche befindet sich auch die psychoanalytische Theorie und Klinik in fortwährender Evolution, wobei sich die Psychoanalyse als kreativ und wandlungsfähig erwies. Sie vollzog einen Wechsel vom topographischen Modell Freuds hin zur Strukturtheorie und zur Ich-Psychologie und von dort schließlich zur Theorie des Selbst. Trotz gleichen Ausgangspunktes erscheinen neue Strömungen und Theorie-Fragmente dabei als zuweilen widersprüchlich und divergent in ihren jeweiligen Grundannahmen.

Peter Fonagy und Mary Target stellten sich daher der höchst schwierigen Aufgabe, die diversen psychoanalytischen Modelle unter dem spezifischen Blickwinkel der Entwicklung und der Entwicklungspathologie zu betrachten. Beide sind anerkannte Vertreter jener Gruppe, die heute als die "Contemporary Freudians" in der britischen psychoanalytischen Gesellschaft bezeichnet werden, die in der Tradition Anna Freuds ausgebildet wurden und die die Arbeit in wesentlichen Interessengebieten weiterführten und wichtige Überlegungen und umfangreiche Studien zur Entwicklung, Psychopathologie und Behandlungstechnik formuliert haben. Aus dieser Verortung untersuchen Fonagy und Target die Theorien und die zugrunde liegenden Entwicklungskonzepte der wichtigsten psychoanalytischen Denkmodelle, um sie im Einzelnen kritisch und evaluierend zusammenzufassen. Deutlich wird dabei, dass die psychoanalytische Theorie kein statisches Wissenskorpus ist, sondern dass sie sich vielmehr ständig weiterentwickelt.

Das Buch ist in 14 Kapitel gegliedert: nach einer Einführung stellt Kapitel 2 die Bemühungen Sigmund Freuds und seines Umfeldes in den Mittelpunkt und arbeitet die Bedeutung der Affekte, der psychosexuellen Entwicklung und Psychopathologie sowie die Systeme und Strukturen des psychischen Apparates heraus.
Kapitel 3 und 4 beschäftigen sich mit der Erweiterung des Fokus und mit der Verschiebung zur Ich-Psychologie und differenzieren an den Modellen von Hartmann, Erikson, Spitz, Jacobson und Loewald, die durch A. Freud, M. Mahler und J. Sandler modifiziert und weiterentwickelt wurden, das strukturelle Entwicklungsverständnis heraus. Kapitel 5 führt in die Objektbeziehungstheorien mit deren Interesse an der frühen Mutter-Säugling-Dyade und den daraus resultierenden langfristigen Auswirkungen auf interpersonale Beziehungen und den damit einhergehenden inneren Repräsentationen ein. In den beiden folgenden Kapiteln werden Entwicklungsmodelle aus diesem Feld der Objektbeziehungstheorien vorgestellt und die Konzepte von M. Klein, W. R. Bion, D. W. Winnicott und die "unabhängige" Gruppe der britischen Psychoanalyse diskutiert. Kapitel 8 ist den nordamerikanischen Objektbeziehungstheoretikern gewidmet, wobei Kernbergs Integration der Objektbeziehungs- und Strukturtheorie deutlich von Kohuts Konzept der analytischen Selbstpsychologie abgegrenzt wird. Kapitel 9 thematisiert interpersonale und relationale Ansätze und vermittelt Einblick in die Konzepte von Sullivan und Mitchell, um den Zusammenhang zwischen prägenden emotionalen Beziehungen und den daran beteiligten komplexen Interaktionen mit ihrem Einfluss auf die Bildung mentaler Strukturen zu bestimmen. Beeinflusst von postmodernen Sichtweisen konzipieren diese Kliniker die analytische Beziehung weniger als eine Arzt-Patient-Beziehung denn als Begegnung von zwei einander ebenbürtigen Individuen. Kapitel 10 und 11 führen in psychoanalytische Theorien, die auf der Entwicklungsforschung basieren, ein, wobei John Bowlbys Modell der Bindung und der empirischen Weiterentwicklung der Bindungstheorie sowie den Einwänden der Psychoanalyse gegen eben diese Theorie besondere Beachtung zukommt, um im Anschluss daran D. Sterns Ansatz zu behandeln. Im Kapitel 12 beschreiben die Autoren ihr eigenes Modell, in dessen Mittelpunkt die aus frühen Bindungsbeziehungen hervorgehende Entwicklung des Gewahr-Seins psychischer Zustände im Selbst und bei anderen steht, was begrifflich als Mentalisierungsprozess erfasst wird.

Der Abhandlung einer jeder dieser Theorien folgt eine kurze Evaluation und sowohl Stärken als auch Schwächen werden herausgearbeitet. Der uninformierte Leser kann darauf eventuell mit leichter Verwirrung reagieren, da sich teilweise widersprechende Untersuchungen, Befunde und Erfahrungen gegenüber gestellt werden. Der Hintergrund dürfte darin liegen, dass die interdisziplinäre Forschung fortwährend neue Ergebnisse zu Tage fördert, ältere Befunde damit in Frage stellt und sich die menschliche Entwicklung als ein unendlich vielfältiges Geschehen darstellt, das von kaum überschaubaren Faktoren beeinflusst wird, was Eindeutigkeit und klare Zuordnung erschwert. Letztendlich kommt die jeweilige Diskussion dennoch zu dem Ergebnis, dass das dargestellte Konzept sowohl für die Entwicklung des Menschen als auch für Pathologie und Therapie bedeutsame Ansätze anbietet. Die beiden letzten Kapitel sind von künftigen Anforderungen an die Psychoanalyse bestimmt: wenn sie im Konzert der Wissenschaften überleben will, muss sie wichtige Bedingungen erfüllen: eine logische Verbindung zwischen Theorie und Technik, eine deduktive und induktive Argumentation im Bezug auf klinisches Material, eindeutige Begriffsdefinitionen und die Bereitschaft, die klinische Arbeit in weit höherem Maße als bisher zu erforschen. Klinische Beobachtungen müssen diskutier- und überprüfbar sein und die Psychoanalyse sollte Möglichkeiten finden, einen wesentlichen Teil der Arbeit der äußeren Beobachtungen zugänglich zu machen. Ohne dieses Bemühen beraubt sie sich selbst der Chance, von der Wechselwirkung zwischen Daten und Theorie zu profitieren. Die Entwicklung von Forschungsinstrumenten ist daher als notwendiger Bestandteil größerer methodischer Exaktheit zu erachten. Die Autoren kritisieren, dass es - von wenigen Ausnahmen abgesehen (eine Gruppe deutscher Psychoanalytiker hat bereits operationalisierte psychodynamische Diagnosen entwickelt) - bislang wenige Ansätze gibt, die Psychoanalyse zu manualisieren. Sie fordern die Psychoanalyse auf, sich als eine integrative Disziplin zu verstehen, die sich die Erkenntnisse möglichst zahlreicher anderer Wissenschaftsbereiche und Informationsquellen zunutzen machen sollte, um dadurch mit der ihr eigenen Lebendigkeit, ihrem Potential, ihrem ungeheueren Erfahrungswissen sich auch in den nächsten hundert Jahren behaupten zu können. Angedeutet werden abschließend die gewaltigen Konsequenzen, die sich aus den neurowissenschaftlichen Befunden für die Psychoanalyse an der Schnittstelle gerade zu diesen Domänen ergeben können. Die Autoren verweisen auf die Notwendigkeit weiterführender Konzepte, die insbesondere durch den generellen Forschungszuwachs und insbesondere durch die affektiven Neurowissenschaften möglich sind. Es hätte zweifelsohne den Rahmen des ohnehin schon ungewöhnlich gehaltvollen Bandes gesprengt, wenn schon detaillierte und in die Zukunft weisende Konzeptionen mit in die vorliegenden Betrachtungen einbezogen worden wären (beispielsweise A. Schore 2003: Affect Regulation and the Repair of the Self.).

Die Autoren betonen, dass das Buch keine psychoanalytischen Vorkenntnisse voraussetzt, sondern dass es sich an Leser richtet, die an der Psychologie interessiert sind, vielleicht auch ein entsprechendes Studium absolviert haben, und sich nun gründlich über die unterschiedlichen psychoanalytischen Modelle der Persönlichkeitsentwicklung und deren Übereinstimmung mit modernen empirischen Erkenntnissen informieren möchten. Sie erachten das psychoanalytische Verstehen des Seelenlebens und insbesondere die entwicklungspsychologische Perspektive auch für Kliniker, die mit anderen psychotherapeutischen Techniken arbeiten sowie für medikamentös behandelnde Ärzte als relevant. Fonagy und Target haben - wie jeder Forscher - ihre eigenen Vorannahmen und Ausrichtungen und sind trotz dieses nie zu vermeidenden Einflusses um vorurteilsfreien Zugang auch zu anderen Denkmodellen als zu jenen, in denen sie sich zuhause fühlen, bemüht. In diesen Zusammenhang muss auch dem ungeheueren Literaturumfang (95 Seiten, mit mehr als 1600 Einzelangaben) eine höchst wertschätzende Beachtung zukommen, da sich der interessierte Leser zu allen dargestellten Konzepten umfassend und differenziert informieren kann. Für diejenigen, die an deutschen Texten interessiert sind, besteht ein umfassendes Angebot, da mehr als 350 Ausarbeitungen, die entweder ursprünglich im Deutschen erschienen sind oder seit den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts übersetzt wurden, von Seiten des Verlags sorgfältig recherchiert und angeführt werden.

Das sehr zu empfehlende Werk vermittelt somit Einblick und Verständnis in Modelle, die Generationen von psychoanalytischen Klinikern hervorgebracht haben. Es erforscht die Grenzen und Vorgehensweise der psychoanalytischen Methoden und untermauert ihre Relevanz; es zeigt auf, dass sich das Potential der Psychoanalyse im 20. Jahrhundert noch lange nicht erschöpft hat. Es schlägt eine Brücke zwischen klassischen und modernen psychoanalytischen Sichtweisen und den Erkenntnissen der modernen Psychiatrie und Entwicklungspsychologie; es hat Handbuchcharakter und vermittelt den im Bereich der mentalen Gesundheit Tätigen ein tiefes Verstehen der Entwicklung des menschlichen Bewusstseins, seiner Psychologie und Pathologie.«
Eva Rass
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Dank
1. KAPITEL
Einführung in dieses Buch
und in das psychoanalytische Grundmodell
1.1 Einleitende Bemerkungen
1.2 Die Grundannahmen der Psychoanalyse
1.3 Die Grundannahme der Entwicklungskontinuität
1.4 Psychopathologie unter entwicklungspsychologischem Blickwinkel
1.5 Grundsätzliche Kritik an der psychoanalytischen Theorie
1.5.1 Die Evidenzbasis von Theorien
1.5.2 Die Annahme der Uniformität
1.5.3 Alternative psychoanalytische Sichtweisen
1.5.4 Die Haltung gegenüber der Umwelt
1.5.5 Geschlechterfragen: die feministische Kritik
1.5.6 Mangelnde Spezifität
1.5.7 Die Schwächen der Entwicklungsperspektive
1.5.8 Trauma, Rekonstruktion, Erinnerungen und Phantasien
1.6 Psychoanalytische Theorien im Überblick
2. KAPITEL
Freud
2.1 Freuds Modelle der Entwicklung im Überblick
2.1.1 Erste Phase: das Affekt-Trauma-Modell
2.1.2 Zweite Phase: das topische Modell
2.1.2.1 Die drei Systeme des psychischen Apparats
2.1.2.2 Psychosexuelle Entwicklung
2.1.2.3 Neurosentheorie
2.1.3 Dritte Phase: das Strukturmodell
2.1.3.1 Strukturen des psychischen Apparats
2.1.3.2 Abwehrmechanismen
2.1.3.3 Neurosentheorie
2.1.4 Kritik und Evaluation
3. KAPITEL
Der strukturelle Ansatz
3.1 Das strukturelle Entwicklungsverständnis
3.1.1 Hartmanns Modell der Ich-Psychologie
3.1.2 Psychische Entwicklung im Strukturmodell
3.1.2.1 Erikson
3.1.2.2 Spitz
3.1.2.3 Jacobson
3.1.2.4 Loewald
3.2 Ein Strukturmodell der Entwicklungspsychopathologie
3.2.1 Allgemeine Charakteristika des Modells
3.2.2 Das Strukturmodell der Neurose
3.2.3 Die Strukturtheorie der Persönlichkeitsstörung
3.2.4 Modell der Borderline-Persönlichkeitsstörung
3.2.5 Strukturtheorie der antisozialen Persönlichkeitsstörung
3.2.6 Strukturmodell der Psychosen
3.3 Kritik und Evaluation
4. KAPITEL
Modifizierungen und Weiterentwicklungen des Strukturmodells
4.1 Anna Freuds Entwicklungsmodell
4.1.1 Entwicklungslinien und andere Entwicklungskonzepte
4.1.2 Anna-Freudianische Sichtweisen der Entwicklungspsychopathologie
4.1.2.1 Allgemeine Charakteristika des Modells
4.1.2.2 Ein Anna-Freudianisches Modell der Angst
4.1.2.3 Das Konzept der Entwicklungsdisharmonien
4.1.2.4 Das Anna-Freudianische Modell schwerer Persönlichkeitsstörungen
4.1.3 Evaluation
4.2 Das Mahlersche Modell
4.2.1 Margaret Mahlers Entwicklungsmodell
4.2.2 Separation-Individuation und Psychopathologie
4.2.3 Empirische Belege für Mahlers Entwicklungsmodell
4.2.4 Kritik und Evaluation
4.3 Das Werk Joseph Sandlers
4.3.1 Fortschritte der Entwicklungstheorie
4.3.1.1 Die repräsentationale Welt und die Repräsentation der Affekte
4.3.1.2 Das Konzept der Gefühlszustände
4.3.1.3 Aktualisierung, Rollenresponsivität und innere Objektbeziehungen
4.3.1.4 Das »Three-box«-Modell
4.3.2 Sandlers Modelle der psychischen Störungen
4.3.2.1 Neurotische Störungen: Zwänge, Depression und Trauma
4.3.2.2 Primitive Mechanismen: projektive Identifizierung
4.3.3 Kritik und Evaluation
5. KAPITEL
Einführung in die Objektbeziehungstheorien
5.1 Zur Definition des Begriffs »Objektbeziehungstheorie«
5.2 Kompromisse zwischen klassischen und objektrelationalen Ansätzen
5.2.1 Ein französischer psychoanalytischer Ansatz: das Werk André Greens
5.2.2 Kritik und Evaluation
6. KAPITEL
Das Klein-Bion-Modell
6.1 Das kleinianische Entwicklungsmodell
6.1.1 Allgemeine Charakteristika des Modells
6.1.2 Die beiden Grundpositionen
6.1.3 Die projektive Identifizierung und andere Entwicklungskonzepte
6.1.4 Der Stellenwert der Erfahrung in Kleins Modell
6.1.5 Die Londoner Kleinianer
6.2 Kleinianische Modelle der Psychopathologie
6.2.1 Allgemeine Pathologiemodelle
6.2.2 Modelle neurotischer Störungen
6.2.3 Rosenfelds Entwicklungsmodell des Narzißmus
6.2.4 Modelle der Borderline-Organisationen
6.3 Empirische Belege für kleinianische Formulierungen
6.4 Kritik und Evaluation
7. KAPITEL
Die »unabhängige« Gruppe der britischen Psychoanalyse
7.1 Das Entwicklungsmodell der britischen Schule
7.1.1 Überblick über die britische Schule
7.1.2 Die entwicklungspsychologischen Beiträge der »Gruppe der Unabhängigen«
7.2 Die Beiträge der britischen »Unabhängigen« zur Entwicklungspsychopathologie
7.2.1 Allgemeine Ansätze im Psychopathologieverständnis
7.2.2 Schizoide und antisoziale Persönlichkeitsstörung
7.2.3 Borderline-Persönlichkeitsstörung
7.3 Empirische Befunde pro oder contra Winnicotts Modell der Entwicklung und Psychopathologie
7.4 Kritik und Evaluation
8. KAPITEL
Nordamerikanische Objektbeziehungstheoretiker
8.1 Kohuts Selbstpsychologie
8.1.1 Entwicklungstheorie
8.1.2 Kohuts Modell der Entwicklungspsychopathologie
8.1.2.1 Allgemeines Psychopathologiemodell
8.1.2.2 Narzißtische Persönlichkeitsstörung
8.1.2.3 Andere Störungen
8.1.3 Empirische Ergebnisse, die für das Konzept der Selbstentwicklung und Bemeisterung sprechen
8.1.4 Kritische Einschätzung des Kohutschen Modells
8.2 Kernbergs Integration der Objektbeziehungs- und der Strukturtheorie
8.2.1 Kernbergs Entwicklungstheorie
8.2.2 Kernbergs Modell der Entwicklungspsychopathologie
8.2.2.1 Kernbergs Bezugsrahmen der Pathologie
8.2.2.2 Kernbergs Modell der narzißtischen Persönlichkeitsstörung
8.2.2.3 Kernbergs Modell der Borderline-Persönlichkeitsstörung
8.2.3 Empirische Belege für Kernbergs Formulierungen
8.2.4 Evaluation des Kernbergschen Modells
9. KAPITEL
Der interpersonale/relationale Ansatz: von Sullivan zu Mitchell
9.1 Der relationale Ansatz im Überblick
9.1.1 Sullivans Modell der Persönlichkeitsentwicklung und der interpersonale Ansatz
9.1.2 Mitchells relationales Modell und die psychoanalytische relationale Schule
9.1.3 Psychopathologie und ihre Behandlung in relationaler Sicht
9.2 Evaluation der interpersonalen-relationalen Theorie
9.2.1 Evaluation des Ansatzes
9.2.2 Kritik am relationalen Denken
10. KAPITEL
Bowlbys Modell der Bindungstheorie
10.1 Einführung in psychoanalytische Theorien, die auf der Entwicklungsforschung basieren
10.2 Bowlbys Entwicklungsmodell
10.3 Psychoanalytische Einwände gegen Bowlbys Theorie
10.4 Empirische Weiterentwicklungen in der Bindungstheorie
10.4.1 Bindungsmuster in der frühen Kindheit
10.4.2 Das Bindungssystem als Determinante interpersonaler Beziehungen
10.5 Bindung und Psychopathologie
10.5.1 Die desorganisierte Bindung
10.5.2 Entwicklungspfade von der frühen Kindheit zur Pathologie im Erwachsenenalter
10.6 Psychoanalytische Weiterentwicklungen der Bindungstheorie
10.7 Evaluation der Bindungstheorie und -forschung
11. KAPITEL
Schematheorie und Psychoanalyse
11.1 Horowitz’ Theorie personaler Schemata
11.2 Sterns Ansatz
11.3 Ryles kognitiv-analytische Therapie: eine volle Umsetzung des prozeduralen Pathologie- und Therapiemodells
12. KAPITEL
Fonagys und Targets Mentalisierungsmodell
12.1 Fonagys und Targets Entwicklungsschema
12.2 Ein Modell der Entwicklungspathologie in Fonagys und Targets Bezugsrahmen
12.3 Evaluation des Mentalisierungsmodells
13. KAPITEL
Zur Praxis der psychoanalytischen Theorie
13.1 Die Beziehung zwischen Theorie und Praxis in der Psychoanalyse
13.1.1 Die psychodynamische klinische Praxis ist aus psychoanalytischen klinischen Theorien nicht logisch herleitbar
13.1.2 Der Umgang mit klinischem Material ist meist nicht deduktiv, sondern induktiv
13.1.3 Die mehrdeutige Verwendung der Fachtermini
13.1.4 Klinische Beobachtungen müssen diskutiert und überprüft werden können
13.1.5 Die Beziehung zwischen Theorie und Praxis
13.1.6 Die Theoriebildung auf der Grundlage psychodynamischer Arbeit
13.2 Ergebnisforschung in der Psychoanalyse
13.2.1 Die Evidenzbasis der psychoanalytischen Behandlung
13.2.2 Die Notwendigkeit einer Methodik
13.2.3 Die Hoffnung auf eine Zukunft
14. KAPITEL
Schlußfolgerungen und Ausblicke
14.1 Das Versprechen der Psychoanalyse
14.1.1 Die Herausforderung durch die Genetik
14.1.2 Unbewußte Intentionalität
14.1.3 Unbewußte Motivation
14.1.4 Frühe Kindheitserfahrungen
14.1.5 Mentale Repräsentationen und Objektbeziehungen
14.1.6 Die besondere Stärke psychoanalytischer Modelle
14.2 Abschließende Überlegungen
Literatur
Autorenregister
Sachregister
Die Autoren
Klett-Cotta Fachbuch Aus dem Englischen von Elisabeth Vorspohl (Orig.: , Psychoanalytic Theories. Perspectives from Developmental Psychopathology)
3. Aufl. 2011, 541 Seiten, gebunden ohne Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-94732-8
autor_portrait

Peter Fonagy

Dr. phil. Peter Fonagy, Dipl-Psych., Psychoanalytiker, ist Freud Memorial Professor für Psychoanalyse am University College London und leitet...

autor_portrait

Mary Target

Mary Target, Dr. phil., ist Dozentin für Psychoanalyse am University College London, Mitglied der Psychoanalytischen Gesellschaft,...


Warenkorb

0 Artikel

0,00 EUR
Preis inkl. Mwst.
Versandkostenfrei nach D, CH, A
zur Kasse

Sie befinden sich hier: Start » Fachbücher » Psychotherapie » Psychoanalyse

Klett-Cotta-Verlag

J. G. Cotta’sche Buchhandlung
Nachfolger GmbH
Rotebühlstrasse 77
70178 Stuttgart
info@klett-cotta.de
Facebook Twitter YouTube