Artenschutz für Männer

Die Wiederentdeckung des Männlichen
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Worin Männer gut sind - und was man nicht von ihnen verlangen sollte

In einer weiblicher werdenden Welt schreibt Hanne Seemann gegen den Trend zur »Gleichmacherei« der Geschlechter. Zum Vorteil aller sollten wir - auch die Männer selbst - männliche Eigenschaften wieder mehr schätzen lernen.

So ist es:
- Unterschiede zwischen weiblichen und männlichen Hirnstrukturen führen zu unterschiedlichen Verhaltensweisen und Begabungen.
- Die Normen und Verhaltensstandards für Jungs und Männer werden zurzeit vorwiegend von Frauen definiert.
- Moderne Männer bemühen sich um ihre Frauen und wollen es ihnen recht machen. Das lässt sie oft in ihrer eigenen Identität unsicher werden.

So sollte es sein:
- Erzieherinnen und Mütter sollten ermöglichen, dass Jungen männliche Eigenschaften entwickeln können.
- Männer brauchen »artgerechte« Lebensräume und Spielwiesen.
- Jeder soll sich auf authentische Weise in Beziehungen entfalten - dazu gehört Vertrauen und Ehrlichkeit - besonders zu sich selbst.

Inhaltsverzeichnis

Vorwort
1. Was ist los mit den Männern? Oder: Wie es möglich war, dass sie so »heruntergekommen« sind.
2. Der »ethnologische« Blick vom Aussichtsturm, oder: Von wo aus schauen wir wohin?
3. Was ist ein Mann? Oder: Fangen wir bei den ganz Kleinen an
4. Ein »richtiger« Junge, oder: Wie sind und was tun die kleinen Jungs?
5. Die Heranwachsenden, oder: Ist Verrücktsein in der Pubertät normal?
6. Adoleszenz, oder: Wer bin ich und wer will ich sein?
7. Männer als Väter, oder: Vater werden ist oft schwer, Vater sein nicht gar so sehr
8. Worin sie gut sind, die Männer, oder: Was man von ihnen nicht verlangen sollte
9. Über die Liebe, oder: Sind Sie mit einer funktionierenden Beziehung zufrieden?
10. Schlusswort, oder: Nachgeschobene Ermutigungen für Männer und Frauen
Literatur

Leseprobe

Vorwort
Was ich in diesem Buch zusammengetragen habe, ist eine Ansammlung aktueller Informationen zum Thema »Männer«, angereichert mit der Frage, was man denn damit anfangen kann - mit den Infos und mit den Männern. Das Thema ist tatsächlich aktuell, aber es gibt viele unverbundene Fakten und spezielle Sichtweisen, sodass eine Zusammenschau meines Erachtens fällig ist und zu der Frage berechtigt, was man jenseits der Faktenlage über die Erziehung kleiner Jungs und über das Zusammenleben mit Männern, vielleicht auch nur mit einem einzigen, denken könnte. Nicht nur, wenn man eine Frau ist, sondern insbesondere dann, wenn Mann selbst ein Exemplar dieser seltsamen Gattungsart ist, die derzeit als überflüssig, minderbemittelt und sowohl von Natur aus als auch als Folge des Feminismus als benachteiligt gilt - eine noch nicht allzu alte Sichtweise, weshalb einem Mann beim Lesen von Geschichtsbüchern doch gleich die nostalgischen Tränen über die Wangen rinnen - weinen ist jetzt nämlich in und gilt als supermännlich.
Wenn ich in diesem Buch von Männern rede, dann meine ich »das Männliche« in den Einzelmenschen als eine Manifestation von Denk- und Lebensweisen. Das Männliche findet sich häufiger im Mann - aber, und zwar zunehmend häufig, auch in Frauen. Damit will ich sagen: Es war schon immer beides da, aber ob und wie es lebenspraktisch in Erscheinung tritt, ist eine Frage des Zeitgeistes. Auch, ob und wie die potenziell weiblichen Seiten das Mannes sich in seinem individuellen Leben entwickeln und manifestieren können. Ich vertrete jedoch explizit nicht die Ansicht, dass der Mann weiblicher und die Frau männlicher werden soll - im Sinne einer Angleichung der Geschlechter, weil ich Gleichberechtigung nicht als Gleichheit verstehen will und eine derartige Verwischung der Geschlechtergrenzen nicht für herstellbar, nicht einmal für wünschenswert halte. Ich verstehe die Forderung an den Mann, seine weiblichen Seiten zu kultivieren, auch nicht als eine Entwicklung hin zu einer »Ganzheit«, die den verdrängten »Schatten« (sensu C. G. Jung) integrieren muss. Das ist ein im guten Sinne utopisches, auch psychotherapeutisches Entwicklungskonzept für den Menschen in seinen erwachsenen und späteren Lebensphasen.
Ich plädiere in diesem Buch für die Anerkennung der Diversität, also der individuellen Unterschiedlichkeit von Menschen - hier vor allem von Männern. Dies ist ein Buch über das Sich-voneinander-Unterscheiden. Ich plädiere dafür, dass Männer selbstbewusst lernen sollen zu schauen, wer sie sind, auch im Hinblick auf ihre männlichen und weiblichen Eigenschaften. Dass sie - aber auch die Frauen - nicht schnöde das, was sie selbst nicht sind oder nicht verstehen, abwerten oder bekämpfen müssen. Dass sie würdigen können, was sie als Männer auszeichnet und gefährdet.
Zwar habe ich keine eigenen Forschungsergebnisse zu diesem Thema anzubieten - nur ein paar einschlägige Erfahrungen -, dafür aber einige eigene Gedanken, die vom derzeitigen »gender mainstreaming« abweichen und in eine andere Richtung weisen. Ich hoffe, dass Sie beim Lesen so viele »Anstößigkeiten« darin finden werden, dass daraus Denkanstöße und die Ermutigung zum Querdenken im eigenen individuellen Kontext hervorgehen.
Falls Sie in diesem Buch Antworten auf die allfälligen Warum-Fragen vermissen, so will ich Ihnen gleich sagen, warum das so ist. Ich meine damit Antworten auf die Frage: Warum können manche Frauen nicht einparken? (Weil sie, anders als Männer, keine so gute räumliche Vorstellung haben.) Warum sprechen Männer mit ihren Frauen nicht gern über ihre gemeinsame Beziehung? (Weil sie wissen, dass sie nicht so einfühlsam sind und die Frau ihnen das gleich wieder vorhalten wird.) Warum sind Männer angriffslustiger, während Frauen mehr Geduld haben, wenn sie etwas haben wollen? (Weil die Männer eben früher Jäger waren und immer noch sind, während Frauen Sammlerinnen waren und auch jetzt immer noch ihren Kleiderschrank überladen).
Solche Warum-Fragen und die dazugehörigen sehr plausiblen Antworten gibt es Hunderte, und manchmal macht es Spaß, sie zu hören, weil einem jede Menge Beispiele einfallen, die uns sagen lassen: Genau so ist es! Die Antworten führen aber meistens nicht weiter, weil keine Schlussfolgerungen aus ihnen herleitbar sind.
In den philosophischen Diskursen der Unterstufe wird als ein Beispiel für Ursache und Folge oft der Satz verwendet: Wenn es regnet, wird die Straße nass. Man könnte also fragen: Warum ist schon wieder die Straße nass? Weil es geregnet hat.
Sogar dieses triviale Beispiel unterliegt gesellschaftlichen, z. B. städtebaulichen, Veränderungen. Straßen in überdachten Einkaufspassagen können aus völlig anderen Gründen nass sein: Mal abgesehen von den Wassersprengern der Straßenreinigung oder der Gießkanne des Blumengeschäfts, könnte es sich um einen Überfall mit der Wasserpistole handeln - oder vielleicht hat einfach jemand hingepinkelt. In letzterem Fall hat es keinen Sinn, einen Regenschirm aufzuspannen, nur weil der Wetterbericht es nahelegt.
Im täglichen Leben ist es nützlicher, »Warum-Fragen« durch »Wie-es-möglich-war-dass-Fragen« zu ersetzen. Dann kann man gleich dazu übergehen, zu fragen: Was soll man denn nun damit - nämlich mit dem, was man des Öfteren beobachtet - anfangen?
Also erscheint es mir klüger, zuerst einmal genauer hinzuschauen und zu fragen: Was ist eigentlich mit den Männern los?
Klett-Cotta
2. Aufl. 2009, 231 Seiten, broschiert
ISBN: 978-3-608-94554-6
autor_portrait

Hanne Seemann

Hanne Seemann, Dipl.-Psych., Psychologische Psychotherapeutin, Hypnotherapeutin, war wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Psychotherapie...

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