Systemische Psychosomatik

Ein integratives Lehrbuch
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Psyche und Soma - Körper und Seele im systemischen Zusammenspiel

Dieses praxisorientierte Lehrbuch mit Nachschlage-Charakter liefert in didaktisch klarer Struktur eine umfassende Darstellung der systemischen Krankheitsund Behandlungskonzepte in der Psychosomatik. Es verfolgt einen ressourcen- und lösungsorientierten Ansatz und wendet sich an alle diejenigen, die in ihrer Arbeit mit psychosomatischen Patienten und ihren Ängsten zu tun haben.

Dieses systemische Lehrbuch gibt einen schulenübergreifenden, methodisch fundierten Überblick über die Grundprinzipien des Zusammenspiels von Psyche und Soma. Menschen mit psychosomatischen Störungen ziehen oft von Arzt zu Arzt in der ständigen Hoffnung auf Rat und Hilfe. Diese Patienten in ihrer inneren Verzweiflung und Zerrissenheit zu erreichen und zu motivieren stellt eine große Herausforderung dar.

Im Theorieteil des Buches wird der systemisch- lösungsorientierte Ansatz durch grundlegende Konzepte anderer Therapieschulen bereichert und um neueste Erkenntnisse der Bindungstheorie und Strategien der Traumatherapie erweitert.

Im Praxisteil findet sich eine große Anzahl anschaulicher und kreativer Hinweise zu therapeutischen Strategien. Moderne therapeutische Beziehungsgestaltung, Gruppenprozesse und Steuerung des Stationsklimas werden in eigenen Kapiteln ausführlich dargelegt. Der Focus richtet sich dabei auf die vorhandenen Ressourcen der Patienten und ihre systemische Verwurzelung.

Über 100 Praxisbeispiele veranschaulichen die Therapieansätze.

Inhaltsverzeichnis

Vorwort
Vorbemerkungen
Teil I Theorie
1 Beschreibung der Patienten - Charakteristik
1.1 Psychosomatischer Auftakt
1.2 Ein Plädoyer für den Begriff »Patient«
1.3 Grundlagen des systemischen Denkens
1.4 Die systemische Skepsis gegenüber der »Diagnose«
1.5 Ein kurzer systemischer Exkurs: Was ist »Wirklichkeitskonstruktion«?
1.6 Der psychosomatische Patient - Körperbeschwerden als Kommunikationsmittel
1.7 Die psychosomatische Odyssee
2 Die Bandbreite » psychosomatischer « Störungen (Hypothesenpool I)
2.1 Konzeption der » psychosomatischen « Störungen
2.2 Bindungstheorie: Wann wird Bindungsverhalten aktiviert?
2.3 Die Krankheits-Klassifikation der ICD-10
2.4 Psychotherapeutisch relevante Konzepte - Persönlichkeitsstörungs-Niveau (überdauernde Lebensmuster)
2.5 Psychotherapeutisch relevante Konzepte - Neurotisches Störungsniveau
2.6 Psychotherapeutisch relevante Konzepte - Erlebnisreaktionen (Veränderung der Persönlichkeit)
3 Wieso entwickeln Menschen psychosomatische Symptome?
3.1 Systemische Rhapsodien zur Psychodynamik von Symptomen
3.2 Welche Auswirkungen haben Symptome?
3.3 Allgemeine Gedanken zur Psychodynamik der Symptomentstehung
3.4 Die psychosomatische Familie - ein systemischer Exkurs zu ihrer Psychodynamik
3.5 Zur Dynamik der Arzt-Patient-Beziehung
4 Diagnostische Hinweise auf eine Psychogenese (Hypothesenpool II)
4.1 Feinheiten der körperlichen Untersuchung
4.2 Leitfaden zur Psychodiagnostik
4.3 Psyche - »Typische Befunde«
4.4 Allgemeine Schmerzsensibilität: Der Libman-Test
4.5 Testpsychologie
5 Andere spezielle psychotherapeutische Verfahren (Hypothesenpool III)
5.1 Psychoanalytische Therapie
5.2 Verbindung von psychoanalytischen und systemischen Ansätzen in der Therapie
5.3 Traumatherapie
Teil II Praxis
6 Grundvariablen und Ideen in der systemischen Therapie
6.1 Wertschätzung
6.2 Empathie
6.3 Echtheit
6.4 Respekt vor den Einstellungen und Werthaltungen des Patienten
6.5 Neutralität
6.6 Respektlosigkeit des Therapeuten gegenüber eigenen Grundüberzeugungen
7 Beziehungsaufbau
7.1 Die therapeutische Beziehung
7.2 Auftragsklärung
8 Methoden der systemisch-hypnotherapeutischen Arbeit
8.1 Hypnotherapeutische Grundlagen: Medizinische Hypnose
und Entwicklung der Erickson'schen Hypnotherapie
8.2 Systemisch-hypnotherapeutische Interventionstechniken
9 Systemisch-psychosomatische Leitgedanken
9.1 Psychosomatische Therapiebeziehungen - Im Spannungsfeld zwischen Monolog und Dialog: Die Verwandlung
9.2 Der enttäuschte Narzissmus des Therapeuten: Die psychosomatische Kränkung
9.3 Die ganz individuelle Therapie
9.4 Der Systemiker und das »Widerstandskonzept«
10 Das Problem des Zugangs zu Psychosomatikern
10.1 Arbeit ohne »Auftrag« - oder Werbung in der Warteschleife
10.2 Der systemische Erstkontakt - Die Werbung
10.3 Wie kommt der Arzt zu welcher Beziehung zum Patienten?
10.4 Warum ist Psychogenese bei Patienten und ihren Angehörigen so unbeliebt?
10.5 Gesichtsverlust
10.6 Das Türklinkengespräch
10.7 Die » psychosomatische Pause«
10.8 Psychosomatische Familienanamnese
10.9 Umgang mit Stolpersteinen
11 Ebenen hilfreicher Interventionen und Lösungen - Aufeinanderfolge und Ineinandergreifen (Integration) verschiedener therapeutischer Interventionen und Therapieverfahren
11.1 Halt gebende Angebote des (organisch orientierten) Arztes
11.2 Halt gebende Angebote des Psychotherapeuten
12 Die psychosomatische Station
12.1 Die allgemeinen Merkmale der psychiatrischen Krankenhausstation
12.2 Die stationäre Behandlungsindikation
12.3 Das psychosomatische Stationsklima
12.4 Die Steuerung des Stationsklimas
12.5 Das Symptom als Signal
12.6 Psychosomatische Teamarbeit
12.7 Traumatisierte Psychosomatiker im stationären Setting
13 Systemische Gruppentherapie mit Psychosomatikern
13.1 Grundsätzliches
13.2 Inhaltsaspekte
13.3 Gruppenspezifische Interventionsformen:
Die Prozesssteuerung
14 Was sonst noch hilft
14.1 Entspannungsverfahren
14.2 Imagination
14.3 Physiotherapie
14.4 Aromatherapie
14.5 Euthyme Therapie
14.6 Ergotherapie
14.7 Musiktherapie
14.8 Biofeedback
14.9 Transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS)
14.10 Medikamentöse Strategien
14.11 Nervenblockaden
15 Integrierte Therapieprogramme am Beispiel der chronischen
Insomnie
16 Das SWING-Modell - ein integratives Behandlungskonzept
Literatur
Register

Leseprobe

Vorwort
Es könnte dem Leser beim Lesen passieren, dass er, zumindest anfänglich, irritiert ist - ein Zustand übrigens, den erfahrene Therapeuten als Zustand ihrer Klienten sehr schätzen, weil er oftmals der erste Schritt ist, der erkennen lässt, dass der Klient altes, gewohntes und oftmals problematisches Terrain verlässt . Dass daraus, nach der Phase der Irritation , etwas Neues wird, der Klient also ein neues, ungewohntes, vielleicht weniger problematisches Terrain betritt, hofft der Therapeut, sicher kann er sich aber nie sein. Er kann sich nicht sicher sein, weil nicht er diesen Schritt zu Neuem bestimmen oder gar gehen kann - seine Klienten bestimmen höchstpersönlich und gehen auch selbst oder eben auch nicht. Er kann lediglich Angebote machen oder Einladungen aussprechen.
Aber gehen wir wieder einen Schritt zurück, zu diesem Buch, das Sie gerade in der Hand halten, also kommen wir wieder auf Sie als Leser zu sprechen. Irritationen können durch Erwartungsenttäuschung entstehen. Man erwartet, dass da etwas ist, das dann aber nicht ist, oder man erwartet, dass da nichts ist, und es ist da doch etwas. Als idealtypischer Leser könnte man von einem Buch mit dem Titel » Systemische Psychosomatik « erwarten, es handle von der systemischen Therapie psychosomatischer Beschwerden. Man erwartet dann vielleicht noch weiter eine Einführung in Konzepte und Methoden der systemischen Therapie, man erwartet Konzepte und Theorien über ein systemisches Verständnis so genannter psychosomatischer Beschwerden und vielleicht auch noch besondere Verfahrensweisen der systemischen Therapie mit diesen besonderen Beschwerden. Man erwartet also das Übliche.
Was erwartet einen aber dagegen bei der Lektüre des vorliegenden Buches? Die Autoren haben das Ziel, ein Buch vorzulegen, das es ermöglicht, den Beschwerdeführer, also den Patienten, dort abzuholen, wo er sich befindet bzw. finden lässt, und laden den Leser ein, sich diesem Abholungsprozess anzuschließen. Der Patient mit seinen Beschwerden befindet sich zunächst nicht im Therapieraum eines systemischen Therapeuten, sondern im »Beschwerderaum« einer somatischen Erkrankung bzw. somatischer Beschwerden. Dort, in diesem Beschwerderaum, werden nur ausnahmsweise, wenn überhaupt, Beschwerden oder Probleme als psychische definiert bzw. erklärt. Gelegentlich - manchmal nur ausnahmsweise, wenn überhaupt - wird in diesen Beschwerderäumen aber auch gesprochen. Dann können sich solche Beschwerderäume auf wundersame Weise in »Sprechzimmer« verwandeln und es können sogar »Sprechstunden« stattfinden. Die Frage ist dann nur noch: Was und wie wird dort, in der Somatik , in den Beschwerderäumen miteinander gesprochen?
Und hier, bei der Beantwortung dieser Frage, setzen die Autoren mit ihrem Buch an. Sie schreiben für Behandlungsprofis, die in diesen Räumen mit den Patienten arbeiten, mit ihnen sprechen und sich um deren Beschwerden kümmern. Diesen Kollegen und indirekt dann natürlich auch deren Patienten werden Ideen, Konzepte und Vorschläge an die Hand gegeben, die Behandlungen in den somatischen Beschwerderäumen vielleicht erleichtern, gelegentlich vielleicht sogar effektiv machen können, vielleicht für beide: für den Behandlungsprofi und seinen Patienten.
Auch wenn das vorliegende Buch eher konventionell in einen Theorie- und einen Praxisteil gegliedert ist, scheint mir das gesamte eher ein Praxisbuch zu sein. Mir scheint, es kann die Praxis in somatischen Beschwerderäumen und Institutionen, die sich mit körperlichen Erkrankungen und Beschwerden befassen, anleiten, indem es theoretische Leitlinien zum Verständnis der Praxis anbietet und eine Fülle von praktischen Vorschlägen des Umgangs mit somatischen Beschwerden macht. Das Buch wendet sich also nicht in erster Linie an systemische Therapeuten und beschreibt nicht in erster Linie systemische Therapie, sondern beschreibt die besonderen Herausforderungen und Umgangsweisen mit somatischen Patienten. Gleichwohl können systemische Therapeuten davon profitieren.
Die systemische Grundhaltung der Autoren zeigt sich immer wieder. So etwa, wenn die Werbeaktionen des Arztes um die Verantwortungsübernahme durch den Patienten beschrieben werden und der Patient für etwas Neues gewonnen und nicht einfach nur überredet oder gar überrumpelt werden soll. Dabei stellen die Autoren den Bezug zu grundlegenden und bewährten systemischen Konzepten und Vorgehensweisen her und zeigen deren Brauchbarkeit auch außerhalb des klassischen Therapieraumes.
Die Autoren verbinden manches nicht nur systemisch , sondern auch systematisch. Und hier scheint mir auch eine der Besonderheiten des Buches zu liegen: Man hat als Leser den Eindruck, hier wurde nichts vergessen: Von der Geschichte psychosomatischer Konzepte bis hin zur Rente und zur Aromatherapie wurde nichts ausgelassen.
Insofern bietet das Buch auch den Vorteil eines Nachschlagewerkes, in dem die unterschiedlichsten Aspekte zu finden sind, also auch etwa Empfehlungen, in welcher Dosierung Duftöle in einem Vollbad zu verwenden sind. Insofern ist es bemerkenswert, wie diese unterschiedliche Vielfalt wiederum integriert wird, um nicht einfach so ( unsystemisch ) herumzustehen, sondern ihren Platz in einem integrativen systemischen Verständnis der Behandlung erhält und den schon etwas abgegriffenen systemischen Slogan, dass das Ganze mehr als die Teile ist, dem Leser begreifbar bzw. lesbar macht. Zu wünschen ist diesem Buch, dass es aber vor allem für die klinische Praxis fruchtbar werden kann, d. h. einerseits zu einer Quelle vielfältiger Information wird, diese Information sinnvoll zu ordnen hilft und andererseits ein Leitfaden bzw. eine Landkarte sein kann. Eine Land- oder vielleicht besser eine Seekarte, um die weiterhin stürmische und von vielen Untiefen, d. h. unbeantworteten Fragen durchzogene klinische Seenlandschaft der Psychosomatik zu befahren.
Die Irritationen des einen oder anderen Lesers, besonders derjenigen, die ein Buch über systemische Therapie erwarten, kann sich daher schnell legen und den Blick auf etwas Neues freigeben: Man wird systematisch herangeführt an den behutsamen systemischen Umgang mit somatischen Beschwerden und Problemen. Es handelt sich daher um einen wichtigen Beitrag zur systemischen Psychosomatik , der hoffentlich den Weg in die Beschwerderäume der Somatik finden wird.
Arnold Retzer
»Ein praxisorientiertes Nachschlagewerk für Anfänger wie Profis - bringt eine umfassende Darstellung der systemischen Krankheits- und Behandlungskonzepte in der Psychosomatik ... Empfehlenswert für PraktikerInnen.«
Lisa Tomaschek-Habrina, origo.at, Januar 2013
Klett-Cotta Fachbuch Mit einem Vorwort von Arnold Retzer
1. Aufl. 2008, 341 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-94479-2
autor_portrait

Vera Hähnlein

Vera Hähnlein, Ärztin und Diplom-Sozialpädagogin, ist nach langjähriger klinischer Arbeit in eigener psychotherapeutischer Praxis in Cottbus und als ...

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Jürgen Rimpel

Jürgen Rimpel, Dr. med., ist Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie, systemisch-hypnotherapeutisch und tiefenpsychologisch ausgebildeter Therapeut ...

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