Otherland. Band 1

Stadt der goldenen Schatten
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Otherland ist der Herr der Ringe des 21. Jahrhunderts.

Die ultimative Cyberspace-Saga, zugleich Fantasy, Science-fiction, Thriller und virtuelles Wunderland-Lesefutter von Bestsellerautor Tad Williams, dem »Master of Fantasy«.

Eine Gruppe mächtiger Männer, die sich Gralsbruderschaft nennt, hat mit enormen Geldmitteln das Simulationsnetzwerk »Otherland« entwickelt. Es ist mehr als nur die Spielwiese einiger Exzentriker: Von langer Hand vorbereitet soll es das gigantische Kontrollsystem werden, das die gesamte Menschheit beherrscht.
Nur wenige haben eine Ahnung davon, welche Ausmaße das Netz bereits angenommen hat. Nur wenige erkennen die tödliche Gefahr. Angelockt von der Vision einer strahlenden, einer goldenen Stadt, versammeln sich neun Menschen in der VR, um sich dem Bösen entgegen zu stellen und seine Pläne zunichte zu machen.

Im November 2004 hat Tad Williams für »Otherland« den Corine-Future Preis erhalten.

Leseprobe
Das mächtige steinerne Gelaß hinter dem Tor war eigentümlich kahl, der einzige Schmuck war ein einzelnes großes Banner, Rot mit Schwarz und Gold bestickt, das an der gegenüberliegenden Wand hing. Darauf war eine Vase oder ein Kelch abgebildet, woraus zwei verschlungene Rosen wuchsen, und über den Blumen eine Krone. Unter dem Bild stand die Inschrift »Ad Aeternum«.

Als er darauf zutrat, um es genauer zu betrachten, hallten seine Schritte nach dem dämpfenden Wolkenteppich so laut durch den leeren Saal, daß er erschrak. Er nahm sicher an, jemand würde nachsehen kommen, wer eingetreten war, aber die Türen an beiden Enden des Saales blieben geschlossen, und kein anderer Laut gesellte sich zu dem ersterbenden Echo.

Es fiel schwer, das Banner lange anzuschauen. Jeder einzelne schwarze und goldene Faden schien sich zu bewegen, so daß ihm das ganze Bild verschwommen vor den Augen tanzte. Erst als er fast bis zum Eingang zurücktrat, sah er es wieder deutlich, aber trotzdem verriet es ihm nichts über das Schloß und seine Bewohner.

Paul musterte die Türen an den beiden Enden. Es gab kaum einen Anhaltspunkt, zwischen ihnen zu wählen, und so wandte er sich der zur Linken zu. Obwohl sie höchstens zwanzig Schritte entfernt zu sein schien, brauchte er überraschend lange, um sie zu erreichen. Paul schaute zurück. Das Portal gegenüber war jetzt nur noch ein dunkler Fleck in weiter Ferne, und der Vorraum selbst schien sich mit Nebel zu füllen, als ob die Wolken von außen hereintrieben. Er drehte sich um und sah die Tür, auf die er zugegangen war, jetzt unmittelbar vor sich aufragen. Kaum hatte er sie berührt, schwang sie auch schon auf, und er trat hindurch.

Und befand sich in einem Dschungel.

Aber es war kein richtiger Dschungel, erkannte er gleich darauf. Die Vegetation war überall dicht, aber zwischen den herabhängenden Lianen und langen Blättern hindurch erspähte er schattenhafte Mauern; Rundbogenfenster hoch oben in diesen Mauern gewährten Durchblick auf einen Himmel mit dahinjagenden Sturmwolken - einen ganz anderen Himmel als den reinblauen Schild, den er vor dem Eingangstor hinter sich gelassen hatte. Der Dschungel war überall, aber Paul war trotzdem noch innerhalb des Schlosses, auch wenn das Außen hier ganz anders aussah.

Dieser Raum war noch größer als der riesige Eingangssaal. Ganz oben, hoch über den nickenden, giftig wirkenden Blumen und dem grünen Gewucher, erstreckte sich eine mit komplizierten Winkelmustern aus schimmerndem Gold überzogene Decke, die einem juwelbesetzten Lageplan eines Labyrinths glich.

Eine andere Erinnerung trieb nach oben, angestoßen vom Geruch und der feuchtwarmen Luft. Einen solchen Ort nannte man ... nannte man ... ein Gewächshaus. Es war ein Ort, wo Sachen gezogen wurden, erinnerte er sich dunkel, wo Sachen wuchsen, wo Geheimnisse verborgen waren.
»Im Fall von „Otherland“ lässt sich nur mit jedem verstreichenden Jahr am besten erkennen, wie weitsichtig Tad Williams ist.«
Thomas Klingenmaier, Stuttgarter Zeitung, 11.07.2013

»Seitdem der amerikanische Schriftsteller Tad Williams seinen „Otherland“-Zyklus publiziert hat, ist im Bereich der literarischen Fantasy nicht mehr wie zuvor.«
Andreas Platthaus, Stuttgarter Zeitung, 13.07.2013
Hobbitpresse Aus dem Englischen von Hans-Ulrich Möhring (Original: Otherland - City of Golden Shadow)
8. Aufl. 2008, 912 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, Lesebändchen
ISBN: 978-3-608-93421-2
autor_portrait
Marijan Murat

Tad Williams

Tad Williams ist ein kalifornischer Superstar. Seine genre-erschaffenden und Genregrenzen sprengenden Bücher wurden mehrere zehn Millionen Male...

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