Traumatherapie mit Kindern

Strukturierte Trauma-Intervention und traumabezogene Spieltherapie
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Die erste umfassende Veröffentlichung zur Traumatherapie mit Kindern

Die erfolgreiche Behandlung traumatisierter Kinder erfordert spezielle Kenntnisse und Methoden. Die Autorin stellt Behandlungskonzepte vor sowohl für die akute, einmalige Traumatisierung als auch für frühe und anhaltende Traumaerfahrungen.

Nicht nur in Kriegsgebieten, auch in Mitteleuropa leiden zahlreiche junge Patienten und Kinder an posttraumatischen Belastungsstörungen. Das Erleben schwerer Unfälle oder auch der plötzliche Verlust eines Elternteils können zu diesen Erkrankungen führen. Besonders schwerwiegend sind die Folgen von Vernachlässigung, sexuellem Missbrauch und anhaltenden Misshandlungen durch nahe Bezugspersonen.

Dieses Buch widmet sich als erstes umfassend den speziellen kindertherapeutischen Vorgehensweisen bei akuten oder lang anhaltenden Traumatisierungen. Für beide diagnostische Grundsituationen hat die Autorin aus ihrem langjährigen Erfahrungswissen heraus therapeutische Interventionen entwickelt, die eine erfolgreiche Behandlung ermöglichen: Die »Strukturierte Trauma-Intervention« wird bei Traumata eingesetzt, die dem Kind bewußt sind. Für früh und anhaltend traumatisierte Kinder legt die Autorin ein spieltherapeutisches Konzept vor. Besonderes Gewicht liegt auf der Frage der Diagnostik, die gerade bei Patienten im Kindesalter oft große Probleme bereitet. Zahlreiche eindrucksvolle Fallbeispiele geben Einblicke in die psychische Verfassung traumatisierter Kinder. Ein aufschlußreiches Buch nicht nur für Kinder- und Jugendlichentherapeuten, sondern ebenso für Erziehungsberater, Pädagogen und Eltern.

Inhaltsverzeichnis
Vorwort: Warum noch eine Veröffentlichung zum Thema »Traumatherapie«?

I. Der Traumabegriff

1. Traumapsychologie in der Wissenschaftsgeschichte

2. »Trauma« ist kein einheitlicher Begriff
2.1 Trauma-Ereignis
Fallbeispiel Judith
Fallbeispiel aus einer Fortbildungsgruppe
2.2 Trauma-Reaktion
2.2.1 Kampf
Fallbeispiel Thomas
2.2.2 Flucht
2.2.3 Täuschung
Fallbeispiel Ronja
Fallbeispiel Maja
2.2.4 Erstarrung
Fallbeispiel Boris und Jakob
2.2.5 Schutzsuche
2.3 Trauma-Erfahrung
2.4 Trauma-Folgen
2.4.1 Die Stärke der Trauma-Folgen
2.4.2 Persönliche und soziale Ressourcen
Fallbeispiel Thorsten
2.4.3 Bindung

3. Einmalig, anhaltend oder früh traumatisiert
Fallbeispiel Kiki
Fallbeispiel Petra
Fallbeispiel Jonas
Fallbeispiel Marianne
Fallbeispiel Sara

II. Traumatisierende Kindheiten

1. Typische Kindheitstraumata
1.1 Tod der Mutter
Fallbeispiel Samuel
1.2 Misshandlung
1.3 Verelendung
1.4 Verwahrlosung
Fallbeispiel Sebastian
1.5 Verlusterfahrungen
Fallbeispiel Marta
1.6 Sexueller Missbrauch

III. Traumafolgen in der Kindheit

1. Neurophysiologische Aspekte
1.1 Traumaspezifische kortikale Erregung
1.1.1 Erster Kreislauf: Erregung führt zu Wachheit und hoher Lösungsorientiertheit
1.1.2 Zweiter Kreislauf: Chronische Übererregung führt zu Hemmung und Degeneration
1.2 Traumaspezifische Mechanismen des Speicherns und Erinnerns
1.3 -Eine neue Chance

2. Kindliche Entwicklung in Lebenskrisen
2.1 Kindliche Symptomatik
2.1.1 Übererregung
2.1.2 Wiedererleben
Fallbeispiel Susanne
Fallbeispiel Patrick
2.1.3 Vermeidung
2.1.4 -Zusammenfassung
2.2 Seelenblindheit
2.2.1 Verhaltensunauffälligkeit beim Kind
2.2.2 Seelenblindheit bei der Familie
Fallbeispiel Andi und Leo
2.2.3 Seelenblindheit bei den gesellschaftlichen Institutionen
2.2.4 Seelenblindheit bei den Fachleuten

IV. Diagnostik und Differentialdiagnostik

V. -Traumatherapie für bewusste und abgrenzbare Trauma-Erfahrungen

1. Strukturierte Trauma-Intervention (STI)
1.1 Ablauf der STI
0: Sicherer Ausgangs- und Endpunkt
1: Visueller Sinn in Schwarz-Weiß
2: Visueller Sinn in Farbe
3: Auditiver Sinn
4: Körpersinne
5: Gefühle und Gedanken
Die Tresorübung
Motorische Abfuhr
Nach der STI
1.2 Stil der Durchführung

2. Die Prinzipien der STI
2.1 Sicherheitserleben aufbauen
2.1.1 Die Methode des Zeichnens
2.1.2 Der 0-Durchgang
2.1.3 Ton, Tempo und therapeutische Haltung
2.2 Von der künstlichen Desintegration zur Integration voranschreiten
2.3 Konfrontation

3. Rahmenbedingungen der STI
3.1 Vorbereitung der Intervention
3.2 Die Nacharbeit
3.3 Das Phasenmodell der STI

VI. -Spieltherapie

1. Der Begriff

2. Das spieltherapeutische Konzept
2.1 Kinder spielen Seele
2.2 Die »zweite Realität«
Fallbeispiel Michael
2.3 -Intervention und freies Spiel auf der Ebene der »zweiten Realität«
Fallbeispiel Selma
Spieltherapeutische Intervention
Die heilende Kraft des freien Spiels
2.4 Aggression und Täter-Opfer-Umkehrung
2.5 Regression und Fürsorglichkeit
Fallbeispiel Susi
2.6 -Spieltherapeutische Interventionen zur Überprüfung und Verbesserung des Sicherheitserlebens
Fallbeispiel Kilian

VII. Spieltherapeutische Prozessdiagnostik

1. Anamnese und das Phänomen der Täuschung
2. Exploration und erste Interventionen
Fallbeispiel Emanuel
3. Erwartungen von außen an Exploration oder Therapie
4. Exploration und Fehlinformation durch Kind oder Mutter
Fallbeispiel Paula
Fallbeispiel Sara
5. -Diagnostische Verfahren und mögliche Hinweise auf traumatisches Erleben
Fallbeispiel Selma

VIII. Traumabezogene Spieltherapie

1. Der misslungene Aufbau guter innerer Instanzen
Fallbeispiel Petra

2. Der therapeutische Aufbau guter innerer Instanzen
Fallbeispiel Susi
Fallbeispiel Cindy

3. -Die Arbeit mit nicht endenden aggressiven Spielen unddie Würdigung der totalen Hilflosigkeit
Fallbeispiel aus einer Fortbildungsgruppe
Fallbeispiel Thorsten

4. Die gezielte Arbeit mit Spaltungen
Fallbeispiel Petra
Fallbeispiel Kiki
Fallbeispiel Sebastian

5. -Der therapeutische Aufbau von Grenzen
»Nein-Sagen
Verteidigen und Erobern einer Insel

6. Bindung, Regression und therapeutische Beziehung
Fallbeispiel Sabahudin

IX. Arbeit mit den Bezugspersonen

1. Prinzipien für die Arbeit mit Bezugspersonen
2. Ist die Therapeutin die bessere Mutter?
3. Ein Modell für die Familienarbeit bei stationär aufgenommenen Kindern in der Jugendhilfe
4. Kulturabhängige Beziehungsaufnahme
5. Bezugspersonen in der Therapie
Fallbeispiel Jaqueline

X. Wir, die TherapeutInnen

1. Eigene Betroffenheit
2. Eigenes Geschlecht
3. Wir sind uns selbst die Nächsten
4. Fortbildung, Supervision, Fachlichkeit

Literatur
»In dem Buch, das durch zahlreiche Kasuistiken eine besondere Praxisnähe gewinnt, entwickelt die Autorin zunächst den Traumabegriff. Sie beschreibt typische Kindheitstraumata und ihre Folgen für die bzw. in der Kindheit. Ein eigenes Kapitel ist der Diagnostik und Differenzialdiagnostik gewidmet, die Kindertherapeuten oft vor erhebliche Herausforderungen stellen. Das Werk ist insgesamt weniger theoretisch als konzeptionell aisgerichtet. Es schließt eine Lücke in den zahlreichen Veröffentlichungen zur Traumapsychologie, indem es sich speziell und ausschließlich den kindspezifischen Aspekten von Traumatisierung und Traumatherapie widmet.«
Eva Kraus (Psychotherapie im Dialog, Dezember 2006)

»Dieses faszinierende Werk einer ausgesprochen mutigen Kindertherapeutin vermittelt Einblicke in einen beherzten, vor keinen kindlichen emotionalen Erschütterungen zurückschreckenden Zugang der psychotherapeutischen Behandlung kindlicher Traumata ... Die Autorin ... verfügt über umfassende praktische Erfahrungen in der Psychotherapie mit hoch traumatisierten Kindern und Jugendlichen, sowie über die Begabung, diese in leicht verständlicher und inspirierender Sprache Interessierten zu erschließen. Für Pflege- und Adoptiveltern wie auch Fachkräfte, die mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen arbeiten, sehr empfehlenswert.«
PFAD (August 2006)

»...Fazit
Das Buch ist klar strukturiert, gut gegliedert und bietet eine überzeugende Mischung von Theorie, gelebter Praxis und reflektiertem Erfahrungswissen. Es gewährt einen fundierten Einblick sowohl in das Leben und Schicksal traumatisierter Kinder und den Prozess ihrer Heilung als auch in die spieltherapeutischen Methoden, Arbeitsweisen und Interventionen. Die Fallvignetten verlebendigen und konkretisieren, sie machen die Betroffenen quasi zu KoautorInnen und würdigen sowohl ihr Schicksal als auch ihre (Über)-Lebenskraft. Trotz oder vielleicht gerade wegen seiner höchst fachwissenschaftlichen Kompetenz ist das Buch auch für Nicht-Fachleute gut lesbar und verstehbar.
Pflichtlektüre sollte es sein für alle, die mit traumatisierten Kindern leben und arbeiten, damit sie diese besser verstehen, sie nicht nur schützen, sondern sie auch kompetenten Fachleuten zuführen.«
Michaela Sommer (socialnet.de, Dez. 2005)

»Die Autorin, die wichtige Erfahrungen in den Kriegsgebieten im ehemaligen Jugoslawien sammelte, hat ein Buch für die Praxis geschrieben, das aufzeigt, wie Kinder mit den verschiedensten Formen von Traumatisierungen psychotherapeutisch behandelt werden können. ...
Das Buch von Dorothea Weinberg ist ein in der Ich-Form geschriebenes, sehr persönliches Buch, in der die Autorin den Leser in direkter Weise an ihrer psychotherapeutischen Arbeit teilnehmen lässt. Kritische Stellungnahmen, z. B. zur erlebten Praxis von Gerichtsgutachten, werden dabei nicht ausgespart. Insgesamt wird in dem Buch die große Erfahrung der Therapeutin in der Behandlung mit Kindern und Jugendlichen sichtbar. ...
Dieses praxisorientierte Buch füllt eine Lücke im Bereich der Traumatherapie mit Kindern und Jugendlichen, es ist ein "Muß" für jeden Kinder- und Jugendlichentherapeuten.«
Sabine Schlippe-Weinberger (Gesprächspsychotherapie und Personenzentrierte Beratung 2/2005)

»Nach langen Jahren des Schweigens häufen sich neuerdings Veröffentlichungen auf dem Gebiet der Traumatherapie. Wozu brauchen wir dieses 2005 erschienene Buch?
"Traumatherapie mit Kindern" ist ein praktisches Buch mit anwendungsbezogenen Konzepten. Das Buch enthält nicht nur Konzepte zur Behandlung nach einfachen traumatischen Ereignissen, sondern auch für die viel größere Zielgruppe der durch früh einsetzende und anhaltende Lebenssituationen traumatisierten Menschen. Zur Anwendung bei Kindern gibt es bisher viel weniger traumaadaptierte Therapiekonzepte als für Erwachsene.
Das Buch bringt die gängigen Grundlagen nicht nur auf den Punkt, sondern schenkt auch Erkenntnissen abseits der gängigen Denkkategorien Beachtung. Neben den allseits bekannten Stressreaktionen - Kampf, Flucht und Erstarren - nennt sie die Kategorie der Täuschung. Damit gelingt es ihr, bisher oft falsch verstandene Verhaltensauffälligkeiten neu zu erklären und zu zeigen, wie psychologische Gutachten den Schutz sexuell missbrauchter Kinder besser als bisher erreichen können.
Die ersten beiden Kapitel stellen dem inflationären Gebrauch der Begriffe Trauma und Traumatisierung präzise und differenzierte Erklärungen entgegen und illustrieren das Spektrum der Symptombilder anhand 15 ausgewählter Fälle. Das dritte Kapitel stellt in einfachen Worten die neurophysiologischen Auswirkungen und die Besonderheiten kindlicher Reaktionsformen auf traumatische Erfahrungen dar. Das vierte Kapitel schließt mit einem Überblick über spezielle diagnostische Verfahren an.
Der mittlere Teil stellt zwei Behandlungskonzepte vor, die Strukturierte Trauma Intervention (STI) für begrenzte bewusste traumatische Erfahrungen und ein traumaadaptiertes spieltherapeutisches Konzept für früh und komplex traumatisierte Kinder. Die Möglichkeiten zur Arbeit mit Bezugspersonen werden ebenfalls ausführlich dargestellt. Ein Kapitel hat Dorothea Weinberg auch den TherapeutInnen selbst gewidmet, wenn auch das kürzeste und letzte. Hier thematisiert sie die wichtige Rolle des Geschlechts der TherapeutIn, die Spaltungstendenzen in unserem Berufsfeld, den konstruktiven Umgang mit Aggression und die Notwendigkeit zur Selbstfürsorge.
Während die Wiederbegegnung mit der traumatischen Erinnerung in der Behandlung traumatisierter Erwachsener als wirksames Element anerkannt ist, besteht bei vielen Therapeuten die berechtigte Angst, Kinder durch ein solches Vorgehen zu retraumatisieren. Die Autorin beschreibt einen neuen Weg, Traumakonfrontation behutsam und kindgerecht zu gestalten. Ihre Methode der Strukturierten Trauma Intervention (STI) basiert auf der bewährten Screentechnik und wurde von ihr in jahrelanger Praxis mit schwer traumatisierten Kindern intensiv erprobt. Aufgrund des allgemeinen Trends zu evidenzbasierter Psychotherapie wären kontrollierte Studien sehr zu wünschen.
Dorothea Weinberg verwendet eine leicht zu lesende, klare und in ihrer Deutlichkeit erfrischende Sprache. Damit gelingt ihr das Kunststück, sprachlich der emotionalen Bedeutung der dargestellten Inhalte gerecht zu werden.«
Oliver Schubbe (Institut für Traumatherapie, Berlin)
Klett-Cotta Leben lernen Leben Lernen 178
5. Aufl. 2013, 269 Seiten, broschiert
ISBN: 978-3-608-89030-3
autor_portrait

Dorothea Weinberg

Dorothea Weinberg,  Diplom-Psychologin, Magister der evangelischen Theologie, ist als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin tätig. Sie...

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