»... Und so bewundert der Leser Schullers differenzierten Durchgang, durch die Hetärengeschichte ...« Ursula Pia Jauch (NZZ am Sonntag, 16.07.08)
»Dem Autor gelingt eine so vergnügliche wie aufschlussreiche Kulturgeschichte des Altertums.« Jacques Schuster (Die Welt, 26.04.2008)
Wussten Sie schon, dass die byzantinische Kaiserin Theodora eine Hetäre war? Erstmals stellt Wolfgang Schuller das Hetärenwesen durch die gesamte antike Geschichte dar und erklärt seine Entstehung und seine Wandlungen einschließlich seines Verhältnisses zur Ehe. Seine lebendige Darstellung erklärt, warum die Hetären gesellschaftliche Anerkennung genossen und wie es überhaupt zu dieser Lebensform gekommen ist.
»Bewundert und viel gescholten« (J. W. Goethe): Hetären waren unverheiratete, schöne und oft musisch begabte Frauen, die ihren Lebensunterhalt dadurch verdienten, dass sie Männern zur Unterhaltung zur Verfügung standen – auch als Liebhaberinnen. Von den gewöhnlichen Prostituierten unterschieden sie sich dadurch, dass sie sich nicht einfach gegen Bezahlung für einmalige Liebesakte zur Verfügung stellten. Obwohl Hetären wechselnde Liebhaber hatten, gab es enge Zweierbeziehungen, ja sogar echte Liebesverhältnisse. Hetären lebten oft auf großem Fuß und verkehrten in den höheren Kreisen der Gesellschaft. Viele von ihnen sind namentlich bekannt und genossen hohe gesellschaftliche Achtung.
Beispielhaft beschreibt Wolfgang Schuller Leben und Schicksal der bedeutendsten Hetären: Einige konnten Kaiserin werden (Theodora), andere endeten tragisch. Die hässlich gewordene gealterte Hetäre ist ebenfalls Gegenstand antiker bildender Kunst und Dichtung.
Ein Vergleich mit ähnlichen Erscheinungsformen weiblicher Existenz von den Geishas bis zur französischen Halbwelt des 19. Jahrhunderts rundet diese erste Gesamtdarstellung ab.
Pressestimmen zum Buch
»... Die kurzweilige Darstellung des Lebens und der Schicksale einzelner berühmter Hetären wirft ein vergnügliches, aber auch nachdenkliche machendes Licht auf diesen Bereich der Kulturgeschichte Griechenlands. « (Antike Welt, 1/2009)
»... Und so bewundert der Leser Schullers differenzierten Durchgang, durch die Hetärengeschichte: In Hellas sind sie besungen, in der Klassik hoch geachtet, in der Polis und am Königshof zugelassen; sogar die römische Republik duldet «griechische» Sitten (will heissen: das Hetärenwesen), in der augusteischen Zeit singen die Dichter das Lob der schönen und gebildeten Liebesfreundin. Und doch. Der Vorbehalt gegen den freien weiblichen Eros, der sich nicht auf den Körper beschränkt, bleibt über all die Jahrtausende bestehen. ...« Ursula Pia Jauch (NZZ am Sonntag, 16.07.08)
»... Von Hetären ist die Rede und von Bildern auf griechischen Trinkschalen, die Männer und Frauen zeigen, die sich allerlei Vergnügungen hingeben. Wer waren die dargestellten Frauen? Dieser Frage geht Wolfgang Schuller in seiner neuen Studie nach. ... Nun präsentiert er als Erster eine Gesamtdarstellung dieser frei nach J.W. Goethe «viel bewunderten und gescholtenen» Frauen. Er will dabei nicht einfach eine wissenschaftliche Materialsammlung vorlegen, sondern er will erzählen. Und das gelingt dem Althistoriker trefflich ... Er nähert sich seinem Thema liebevoll, aber nie voyeuristisch, mit Humor, Ironie und in einem ansprechenden Stil. Leser und Leserinnen werden gerne und leicht seiner Präsentation und Auslegung archäologischer und literarischer Zeugnisse durch die Jahrhunderte folgen. ...« Geneviève Lüscher (NZZ am Sonntag, 29.06.08)
»... Der Althistoriker und emeritierte Professor aus Konstanz hat sämtliche griechischen und römischen Quellen durchforstet und eine Geschichte der "Gefährtinnen" (hetairai) geschrieben ... Das Leben der Hetären nämlich gibt Hinweise auf die Stellung der Frau, die Bedeutung der Ehe und den Wert der Familie in der Antike ... Dem Autor gelingt eine so vergnügliche wie aufschlussreiche Kulturgeschichte des Altertums ...« Jacques Schuster (Die Welt, 26.04.2008)
»... hat Schuller... ein informatives, verlässliches und lesenswertes Buch gemacht, welches er unter ein Motto gestellt hat, das "Faust II" entnommen ist und sich auf Helena bezieht: "Bewundert viel und viel gescholten". Erstes verdient Schullers "Welt der Hetären" weit mehr als Letzteres.« Hartwin Brandt (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.04.08)