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Roman, mit einem Nachwort von Irene Heidelberger-Leonard
Auflage: 2. Aufl. 2007
Ausstattung: gebunden mit Schutzumschlag
Seiten: 333
ISBN: 978-3-608-93663-6
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Jean Améry
Die Schiffbrüchigen
Jean Amérys Debüt als Erstausgabe. Ein Glücksfund und ein radikales Stück Literatur.
Ein früher Versuch des späteren, Aufsehen erregenden Essayisten, die Wundbrände des 20. Jahrhunderts zu benennen – und seine Entschlossenheit, sich ihnen zu stellen.
»... ein wichtiges und beeindruckendes Buch. ...« Franz Haas (Neue Zürcher Zeitung, 05.06.2007)
»... eine ebenso aufregende wie lohnende Lektüre ...« Hans-Peter Kunisch (Literaturen, 06/2007)
»... Tatsächlich, man müsste diesen Roman auch lesen, wenn er nicht von Jean Améry geschrieben worden wäre.« Jürgen Altwegg (FAZ, 23.3.2007)
Dies ist die Geschichte von Eugen Althager, einem Intellektuellen und Außenseiter im Wien Anfang der dreißiger Jahre. Althager ist arbeitslos, und wir erleben seinen Kampf und seinen Abstieg – zusammen mit dem Verfall der bürgerlichen Kultur in Österreich. Denn die soziale und politische Lage ist äußerst gespannt: Ein Generalstreik bricht unter den Waffen der Staatsgewalt zusammen, jüdische Mitbürger werden auf offener Straße drangsaliert.
Ein äußerst farbiges, gedankenreiches und künstlerisch durchgearbeitetes Werk: voller Eindrücke aus den großen Caféhäusern Wiens, mit Großstadtszenen und einer Reihe eindrucksvoller Frauenfiguren. Althager wird durch die Zeitläufte in seine jüdische Identität förmlich hineingezwungen, und er zerbricht an diesem Prozess.
»Die Schiffbrüchigen« ist das spannende, weil subversive Gegenmodell zum Bildungsroman. Geschichte einer verratenen Freundschaft und Künstlerroman, enthält dieser Text schon alle gedanklichen Komplexe, die später Amérys Werk so einzigartig machten.
Zur Geschichte von »Die Schiffbrüchigen«: Ein unerhörter Glücksfall, dass das Manuskript sich durch die Zeit der Verfolgung, Flucht, KZ-Haft und Emigration in einer Wiener Manuskript-Agentur erhalten hat. Im Marbacher Literatur-Archiv wurde es bei den Arbeiten zur Améry-Gesamtausgabe entdeckt.
Weitere Stimmen zum Buch
»... Amérys lebenslanges Ressentiment, das sich in seiner Unversöhnlichkeit gegenüber Deutschland äußerte, bekommt durch die Lektüre dieses ganz erstaunlichen Erstlings einen noch viel bittereren Beigeschmack. Seine literarischen Versprechungen liegen auf der Hand und konnten nicht eingelöst werden. Tatsächlich, man müsste diesen Roman auch lesen, wenn er nicht von Jean Améry geschrieben worden wäre.« Jürgen Altwegg (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.3.2007)
»"Die Schiffbrüchigen sind mehr als nur ein (auto-)biographisches Mosaikstück und mehr als ein Zeitdokument. Der Roman zielt auf eine philosophisch verdichtete Gesamtschau intellektueller Lagen, die auch heute ihre Gültigkeit nicht verloren hat.« Ulrike Baureithel (Der Tagesspiegel, 11.3.07)
»... Alles hätte anders kommen können. Diese tragischen Ahnung vermittelt die Lektüre dieses ergreifenden Romans.« Volker Weidermann (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 24.02.2007)
»... Wer mit Jean Amérys bisherigem Werk nicht vertraut war und "Die Schiffbrüchigen" vielleicht eher ratlos zur Seite legt, wird dennoch nicht umhin können, die unerhörte Kraftanstrengung zu bewundern, mit der hier Beobachtungen artikuliert und Sätze gemeißelt werden. Doch auch wer meinte, Améry einigermaßen zu kennen, wird vermutlich wie unter Magnetwirkung noch einmal zu den vermeintlich ausgelesenen Essays zurückkehren. Was ist das nur für ein Autor, bei dem bereits als junger Mann alles "da" war - vor dem Exil, vor der Gestapo, vor der Folter? ...« Marko Martin (Kommune, 06/2007)
»Vor 70 Jahren geschrieben, nun endlich zu lesen: Jean Amérys faszinierender, beklemmender Erstling: "Die Schiffbrüchigen". ... Der Roman, mit dem der als Essayist berühmt Gewordene literarisch begonnen hatte und von dem er niemals loskam, erscheint endlich als Buch. ... ein erstaunlicher, ein passagenweise mitreißender Roman, verblüffend schon dadurch, dass in ihm der ganze Améry enthalten ist; dass sich in ihm sogar jene Themen, die er später aus der Erfahrung von Haft und Folter fasste, auf geradezu rätselhafte Weise bereits im Voraus gestaltet finden; dass er den Grundkonflikten, die Améry 30 Jahre später essayistisch durchdringen wird, schon mit analytischer Schärfe wie gestalterischem Geschick auf den Grund geht. ...« Karl-Markus Gauß (Die Presse, 17.3.2007)
»Von einer großen Lebendigkeit, vor allem Genauigkeit und einer überraschenden politischen Hellsicht.« Uwe Timm
Weitere Rezensionsauszüge finden Sie unter "Rezensionen". Der Roman erscheint auch innerhalb der Werkausgabe in dem Band Werke, Band 1.
Alle Bücher und die Werkausgabe von Jean Améry finden Sie auf der Autoren-Seite zu Jean Améry.
Informationen zur Werkausgabe
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Werke. Komplett-Paket
Die neue große Ausgabe der Werke Jean Amérys bringt nun zum ersten Mal in geschlossener Form alle wichtigen Werke und Schriften, darunter auch das bisher unpublizierte, frühe Romanfragment Die Schiffbrüchigen. Hinzu kommen eigene Bände mit Briefwechseln und Rezeptionszeugnissen.
»... Die Zukunft wird Jean Améry zu den Gründungsvätern der Bundesrepublik zählen. ...« Michael Rutschky (Frankfurter Rundschau, 28.06.08)
9 Bände 1. Aufl. 2008 alle Bände gebunden mit Schutzumschlag, Lesebändchen 6219 Seiten, ISBN: 978-3-608-93838-8
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