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Roman
Auflage: 1. Aufl. 2004
Ausstattung: gebunden mit Schutzumschlag
Seiten: 160
ISBN: 978-3-608-93599-8
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Dorothea Dieckmann
Guantánamo
»... hierneben ist es die stupende Verfügung über die Mittel literarischer Introjektion, die diesen Roman zu einem der großen, vielleicht d e m ersten großen deutschen seit der Jahrtausendwende macht. ...« Alban Nikolai Herbst (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 22.8.2004)
»Mit atemberaubender Intensität und packender, ungeschönter Sprache wagt Dieckmann das Experiment der Einfühlung in einen unschuldig inhaftierten Lager-Insassen.« Ole Cordsen (3sat Denkmal, 4.8.2004)
»Man liest diesen Roman, als würde man in einer poetischen Hochdruckkammer sitzen - einer Zelle, der man nicht entfliehen möchte.« Ingo Arend (Freitag, 30.7.2004) 24.11.2006: Uraufführung der Theaterfassung (siehe "Aktuelles")
Ein literarisches Experiment auf der Grundlage minutiöser Recherche. Ein fiktionaler Text, doch in jeder Einzelheit durch die Gegenwartsgeschichte beglaubigt. Ein spannender, fast unglaublicher Text von großer, imaginativer Kraft. Rashid ist aus Hamburg. Als er nach dem Afghanistan-Krieg nach Indien reist, um eine Erbschaft von seiner Großmutter anzutreten, schließt er sich einem jungen Afghanen an und fährt weiter nach Pakistan, wo er in eine antiamerikanische Demonstration gerät. Er wird festgenommen und nach zwei Gefängnisnächten im Laderaum eines Flugzeugs auf den kubanischen Stützpunkt der USA geflogen. Bevor man ihn in einen Drahtkäfig sperrt, verbringt er einige Stunden gefesselt am Boden, mit Blindbrille, Ohrschützern und Atemmaske. Schnell hat er jedes Raum- und Zeitgefühl verloren. Sechs Kapitel hat dieser Roman. Sie heißen: »Down«, »Food«, »Kill«, »Death«, »Jihad« und »Happy End«. Sie beschreiben die existentielle Situation dauernder Isolation und totaler Ungewißheit. Rashid durchlebt Angst, Lähmung, Resignation und rauschhafte Identifikation mit seinen moslemischen Mitgefangenen. Seine amerikanischen Bewacher haßt er nicht. Schuldig gesprochen ohne Anklage und Verteidigung, muß er wach und stark bleiben, um zu überleben, Tag für Tag. Pressestimmen »... Nun, da der gute 150 Seiten starke Roman «Guantánamo» vorliegt, stellt man fest, dass Literatur eigentlich alles soll, darf und kann, wenn das wie hier mit existenzieller und zugleich experimenteller Ernsthaftigkeit geschieht. In ihrem gleichermassen durch exakte Recherche und emphatische Nähe geprägten Roman gelingt es Dorothea Dieckmann nämlich, uns unsern distanziert emblematischen Blick zu entziehen, uns ins Innere eines jener unter den Rastern der Käfiggitter längst zum anonymen Bild erstarrten roten Overall-Menschen zu verstossen. Und uns dabei aus dem Innersten einer ausweglosen und unmenschlichen Situation auf einen Menschen hin in Bewegung zu setzen. ...« Andreas Langenbacher (Neue Zürcher Zeitung, 21.12.2004) »... Guantánamo ist in uns. Wir hätten es - als Ort maßloser Demütigung und Erniedrigung - nicht erfinden können, wenn es dafür nicht ein Muster in uns gäbe, so etwas wie eine universelle Konstante der "Guantánmoisierung" der Gesellschaft. ... Dem hat Dorothea Dieckmann eine zeitgenössische Stimme gegeben. Ihr vom Scheitern bedrohtes Unternehmen kann als gelungen, ja als notwendig bezeichnet werden. « Hans-Jürgen Heinrichs (Frankfurter Rundschau, 20.10.2004) »... In einem gelungenen Stück politischer Literatur zeichnet Dieckmann das realistische Bild eines standardisierten Entmenschungsprogramms. ...« (Falter, 17.9.2004) »... In den letzten Monaten sind einige "Terroristen" aus Guantánamo entlassen worden, und was sie über die demütigenden Haftbedingungen berichten, macht Dorothea Dieckmanns Roman zu einer hellsichtigen Prophezeiung, die durch den Folterskandal im Bagdader Gefängnis Abu Ghraib noch auf schreckliche Weise bestätigt wurde. ...« Martin Halter (Stuttgarter Zeitung, 5.10.2004) »... Dabei verliert nicht nur Rashid fast den Verstand - sondern auch der Leser seine Fassung. Eine Zumutung. Ein gelungenes literarisches Experiment.« (Augsburger Allgemeine, 28.8.2004) »... In "Guantánamo" geht es um den Verlust von Sprache und Welt, von Innen und Außen. Denken tut hier niemand. Der Text operiert zwischen Erwachen, Ahnen, Fühlen und Nichtverstehen. Er gleicht einer Trance - und es ist die Trance, die gelingt. In diesem Buch bekommt das Unaussprechliche eine Stimme. ... In Dieckmanns gelungenem Roman wird das Schweigen, das Weggucken zur Metapher für eine ganze Ära.« Carsten Klook (Financial Times Deutschland, 20.8.2004)
Weitere Pressestimmen unter "Rezensionen"
Ebenfalls von Dorothea Dieckmann bei Klett-Cotta erschienen:
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Damen & Herren.
Roman geb. mit Schutzumschlag 320 Seiten, ISBN: 978-3-608-93325-3
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