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Das zweite interdisziplinäre Themenheft zu Kriegstraumatisierungen (Gastherausgeber Philipp Kuwert und Ingvill C. Mochmann) legt den Schwerpunkt auf sexuelle Kriegsgewalt und ihre Folgen.
Leonhard Birnbacher fasst die derzeitigen Verständnisansätze zu sexueller Kriegsgewalt aus soziologischer Sicht zusammen.
Georgia Böwing und Mitarbeiter berichten in ihrer gerontopsychiatrischen Kasuistik über die Reaktualisierung einer PTSD Symptomatik nach Kriegsvergewaltigung im Rahmen eines im höheren Lebensalter notwendigen medizinisch- diagnostischen Eingriffes.
Sabine Lee aus Cambridge beschäftigt sich als Zeithistorikerin mit dem hochrelevanten und bislang kaum beforschten Thema der sogenannten »Kinder des Krieges«, also Kindern, die durch Kriegsvergewaltigungen, aber auch im Rahmen mehr oder wenig freiwilliger Liebesverhältnisse zwischen einheimischen Frauen und Besatzungssoldaten gezeugt wurden. Die Betroffenen sind in Nachkriegsgesellschaften einer erheblichen Stigmatisierung, z. T. auch Traumatisierung ausgesetzt und leiden unter Problemen der eigenen Identitätsfindung.
Die Hilfsorganisation Medica Mondiale stellt in einem Praxisbericht ihre Arbeit mit Frauen im Kongo vor, die sexueller Kriegsgewalt ausgesetzt waren. Franziska Henningsen, Psychoanalytikerin in Berlin, widmet sich den aktuellen Konzepten der Posttraumatischen Belastungsstörung aus psychoanalytischer Sicht und erläutert diese an Hand eigener Begutachtungsfälle von traumatisierten Migranten.
Ein Kongressbericht zu einem Panel am Friedensforschungsinstitut in Oslo und Rezensionen runden das Heft ab.