Traumatisierte Menschen fühlen sich in viel stärkerem Maße als andere als »multiple« Persönlichkeiten. Ihr Selbst zerfällt – bewusst oder unbewusst – in die unterschiedlichsten Teile. Wie mit den Selbstanteilen psychotherapeutisch wirksam gearbeitet werden kann, zeigt dieser praxiserprobte und innovative Ansatz.
Wer oder was ist das »Ich«? Diese Frage beschäftigt nicht nur Philosophen, sondern auch die Seelenärzte und Psychotherapeuten seit Sigmund Freud. Eine therapeutisch fruchtbare Antwort haben die amerikanischen Psychologen Helen und John Watkins gefunden: Das »Ich« ist keine Einheit, es besteht vielmehr aus Teilen. Komplex traumatisierte Patienten machen diese Erfahrung des geteilten Selbst in radikaler Weise. Ihr Ich zerfällt häufig geradezu in die unterschiedlichsten Teilpersönlichkeiten. Täterintrojekte stehen neben dem verletzten kleinen Kind, Helferpersönlichkeiten koexistieren mit Opferanteilen. Der Autor zeigt an konkreten Beispielen aus der psychotherapeutischen Praxis, wie mit den unterschiedlichen Anteilen traumatisierter Patienten gearbeitet werden kann. Am Ende einer gelungenen Behandlung wird ein besser integriertes und damit gestärktes Selbst stehen, das schlimme Erfahrungen aus der Vergangenheit lebensgeschichtlich einordnen kann.
Ein innovativer und anwendungsbezogener Ansatz, der die klinische Traumatherapie bereichern wird.
Ego-State-Theorie: Die Persönlichkeit besteht aus Teilen, die sich aus umgrenzten und beschreibbaren Sub-Selbsten zusammensetzt. (Watkins & Watkins: Ego-States Theorie und Therapie; 1997/2003)
»Wenn wir Patienten dabei unterstützen, auf die Stimme ihrer inneren Weisheit zu hören, unterstützen wir ihre Selbstheilungskräfte und das freie Fließen dieser oft verschütteten Ressourcen.« L. Reddemann
Der außergewöhnlich erfolgreiche traumatherapeutische Ansatz von Luise Reddemann wird hier im Rahmen eines Manuals vertieft, systematisiert und speziell für die therapeutische Anwendung ausformuliert.
In der vierten Auflage erscheint die »Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie« in ergänzter Form. Neu hinzugekommen sind Ausführungen zur Resilienz- und Ressourcenforschung und zu Weiterentwicklungen in der »Ego-State-Therapie«. Sämtliche Erweiterungen haben sich als wichtige Elemente der Behandlung komplex traumatisierter Patienten erwiesen.