Ingo Schäfer
/
Michael Krausz
(Hrsg.)
Trauma und Sucht
Konzepte – Diagnostik – Behandlung
Suchtverhalten besser verstehen
Neue Forschungsergebnisse haben einen häufigen Zusammenhang zwischen Traumatisierungen in verschiedenen Lebensabschnitten und Suchtverhalten nachgewiesen. Hier werden erstmals Konzepte und Behandlungsansätze zu diesem komplexen Problem vorgestellt.
»Dieses Buch enttabuisiert, macht neugierig und fordert heraus: Zum Hinterfragen der eigenen Praxis und des eigenen therapeutischen Blickwinkels. Die Beiträge sind durchweg flüssig geschrieben, insgesamt ein empfehlenswertes Buch für alle in der Arbeit mit Suchtkranken tätigen Berufsgruppen.« Thomas Kuhlmann (SUCHT, Heft 4/2006)
Viele Untersuchungen zeigen, daß Menschen, die sexuellen Mißbrauch oder körperliche Mißhandlung in der Kindheit ertragen mußten, als Erwachsene deutlich häufiger von Alkohol, Drogen oder Medikamenten abhängig wurden als Nichttraumatisierte. Doch weder Suchttherapeuten noch Traumatherapeuten haben diese in der Forschung offenkundigen Zusammenhänge bisher thematisiert.
Der Band leistet daher »Pionierarbeit«, indem er zum einen den notwendigen Perspektivenwechsel begründet und zum anderen praktische behandlungstechnische Konsequenzen diskutiert und konzeptualisiert. Die Kernfrage lautet: Wie muß eine spezifische psychotherapeutische Behandlung beschaffen sein, damit Menschen mit Gewalterfahrungen ihre »Selbsttherapie« der Betäubung aufgeben können? Eine wirklich große Herausforderung für die Psychotherapie, für die das Buch erste Orientierung gibt.
Mit Beiträgen von: Martin Drießen, Michael Engels, Heike Hinz, Arne Hofmann, Marihan Kaya, Michael Klein, Michael Krausz, Willemien Langeland, Luise Reddemann, Ingo Schäfer, Sybille Tennissen, Monika Vogelgesang, Sybille Zumbeck.
Stimmen zum Buch
»In diesem Band werden erstmals praktische behandlungstrechnische Konsequenzen aus den Forschungsergebnissen diskutiert und konzeptualisiert. Die Kernfrage lautet: Wie muss eine spezifische psychotherapeutische Behandlung beschaffen sein, damit Menschen mit Gewalterfahrungen ihre „Selbsttherapie“ der Betäubung aufgeben können? Hierfür gibt das Buch eine erste Orientierung.« (Konturen, November 2006)
»Auch bei kritischer Würdigung der Vielzahl von Publikationen: Masse bedeutet keineswegs immer den Verlust von Klasse.« Harald J. Freyberger (Psychodynamische Psychotherapie, Oktober 2006)
»Die Herausgeber Schäfer und Krausz haben sich bemüht, ein sehr facettenreiches Bild der Problematik darzustellen und stellen verschiedene Behandlungskonzepte vor, die dazu beitragen sollen, die komplexen psychosomatischen Auswirkungen zu verstehen und zu behandeln. Die Beiträge des Bandes reichen von Prostitution, Gewalt durch Suchtkranke, über Abhängigkeit in der Adoleszenz bis zur psychiatrischen Komorbidität oder der geschlechtsspezifischen Therapie und der Diagnostik zu Traumafolge-Störungen. … Die Herausgeber und Autoren geben viele Hinweise wie Gefährdungen erkannt und Chronifizierungen vorgebeugt werden können, da Standardtherapiemodelle nur unzureichend greifen. Zurzeit ist noch nicht einmal der Bedarf an spezifischen Angeboten klar, weil der gemeinsame Kontext lange Zeit ausgeklammert und nicht reflektiert wurde. … In dem Buch werden Anforderungen für die Therapieplanung an die Hilfesysteme und das Versorgungsnetz, wie flexiblere Bedingungen oder das Therapieprogramm "Seeking Safety", vorgestellt und können der Orientierung dienen.« Berit Lukas (Persona, Mai 2006)
»Die EMDR-Methode stellt mittlerweile eine effektive Behandlungsmöglichkeit für traumatisierte Menschen dar. Der Sammelband beschäftigt sich mit der Übertragung der Methode auf andere Anwendungsgebiete wie Depressionen, Ängste, psychosomatische Schmerzen, dissoziative Störungen oder Suchtverhalten. Ein Therapieführer mit spezifischen Behandlungsangeboten rundet den Sammelband ab.« (Sucht Aktuell, Oktober 2006)
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