MERKUR

MERKUR

Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken


Der Merkur setzt Monat für Monat die Standards für politische und kulturelle Essayistik im deutschsprachigen Raum.

Selbstdarstellung

1947 gegründet, erscheint der Merkur nun seit über sechzig Jahren: eine ungewöhnlich lange Lebensdauer für eine deutsche Kulturzeitschrift.

Der Merkur ist eine klassische Kulturzeitschrift, indem er das Politische und das Kulturell-Ästhetische, um nur diese beiden Zentralbereiche zu nennen, nicht als Gegensatz konstruiert, sondern in Beziehung setzt: häufig genug eine gespannte. Der Merkur ist keine akademische Zeitschrift (obwohl die meisten seiner Leser eine akademische Ausbildung haben und viele seiner Autoren Universitätsleute sind). Er wendet sich an ein kenntnisreiches, aufgeschlossenes, neugieriges Publikum, das an der bloßen Bestätigung seiner Ansichten nicht interessiert ist. Der Merkur war nie das Organ einer Partei oder Weltanschauung, demzufolge ist die Leserschaft auch kaum über politische oder ästhetische Kriterien zu definieren. Im Gegenteil: Kluger Widerspruch zu herrschenden Meinungen, und seien es die der Herausgeber, gehört zum Konzept der Zeitschrift.

Der Merkur versteht sich nicht als Rufer in der Wüste, er ist kein Archiv humanistischer Bildungsideen: Monat für Monat wird ein Heft vorgelegt, das den Anspruch erhebt, solche Ideen zu vergegenständlichen. Dies kann nicht gelingen als eine Art höheres Reader's Digest, als Sammelsurium irgendwie interessanter Artikel. Aber auch nicht in der Art fachwissenschaftlicher Zeitschriften, die einen eng umgrenzten Gegenstandsbereich nicht verlassen dürfen. Jedes Thema kann im Merkur vorkommen, wenn es drei Voraussetzungen erfüllt: Es muss gedanklich originell, aber nicht unbedingt gelehrt sein; es muss relevant sein für gebildete, aber eben nicht spezifisch orientierte Leser; es muss in essayistischer Form präsentiert werden: ohne akademische Umständlichkeit, mit sprachlicher und intellektueller Eleganz. Solche Texte dann in einem Heft so zu versammeln, dass die einzelnen Beiträge, trotz unterschiedlicher Thematik, miteinander zu kommunizieren beginnen, einander bekräftigen oder widersprechen, dass also eine Melodie entsteht, ist das Ziel der Heftkomposition, auf die der Merkur Mühe verwendet.

Eine Zeitschrift wie der Merkur wird gestaltet durch ihre Herausgeber: Von 1947 bis 1978 waren das Hans Paeschke (1911-1991) und Joachim Moras (1902-1961), von 1979 bis 1983 Hans Schwab-Felisch (1918-1989), von 1984 bis 2012 Karl Heinz Bohrer, seit 1991 zusammen mit Kurt Scheel. Seit 2012 ist Christian Demand für den Merkur verantwortlich. Herausgeberschaft bedeutet: wichtige Themen und exzellente Autoren finden. Aber das ist überhaupt nur möglich, wenn es eine ökonomische Basis, einen Träger gibt. Seit 1968 ist das der Ernst-Klett-Verlag (ab 1977 Klett-Cotta), der 1978 die Ernst H. Klett Stiftung Merkur errichtete und damit Existenz und Unabhängigkeit der Zeitschrift sicherte.

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