Trauma & Gewalt ist die führende Zeitschrift für Psychotraumatologie im deutschsprachigen Raum und verbindet die klinische Sicht mit gesellschaftlichen Perspektiven.
Organ der DeGPT www.degpt.de und der GPTG www.gptg.eu
Prof. Dr. med. Günter H. Seidler ist Leiter der Sektion Psychotraumatologie im Zentrum für Psychosoziale Medizin der Universitätsklinik Heidelberg. Er begann seine Laufbahn als Neurochirurg. Er ist Facharzt für Neurologie und Psychiatrie sowie Psychoanalytiker und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Gruppen-Lehranalytiker (DAGG), Lehrtherapeut und -analytiker und EMDR-Supervisor.
Der Vorentwurf zu seinem ersten Buch ("Der Blick des Anderen. Eine Analyse der Scham", 2. Aufl. 2001) wurde 1989 mit dem Förderpreis der DPG (Deutsche Psychoanalytische Gesellschaft) ausgezeichnet. Dessen amerikanische Ausgabe avancierte in Trauma-orientierten Kreisen der Psychotherapieszene in den USA zum Kultbuch. Die empirische Überprüfung des dort entwickelten Konstruktes in seiner Habilitationsschrift ("Stationäre Psychotherapie auf dem Prüfstand. Intersubjektivität und gesundheitliche Besserung", 1999) wurde mit dem "Forschungspreis Psychotherapie in der Medizin" ausgezeichnet. Seine Befunde veranlassten ihn zu einem Paradigmawechsel, und er wandte sich der Psychotraumatologie zu.
Günter Seidler hat zahlreiche wissenschaftliche Projekte zu den Folgen individueller Gewalt und zu Großschadensereignissen sowie zur Therapieentwicklung durchgeführt, ist Berater verschiedener Ministerien im In- und Ausland und gilt international als einer der führenden Psychotraumatherapeuten. In seiner praktischen Arbeit verbindet er eine wissenschaftliche Orientierung mit Kompetenzen in zahlreichen Therapieverfahren und mit eigenen Ansätzen. Er ist Mitglied und Funktionsträger in mehreren internationalen Trauma-Fachgesellschaften, insbesondere in WADEM (World Association for Disaster and Emergency Medicine), und war in vielen internationalen Großschadensfällen tätig. Sein letztes Buch (Hrg.; mit W. U. Eckart, 2005) zur Psychotraumatologie galt der Verbindung von klinischen Fragestellungen mit historischen und gesellschaftlichen Zusammenhängen: "Verletzte Seelen. Möglichkeiten und Perspektiven einer historischen Traumaforschung". Seine Forschungsschwerpunkte sind: Historische Traumaforschung, Akut-Psychotraumatologie, Entwicklung traumaadaptierter Therapieverfahren und Großschadensereignisse.
Prof. Dr. med. Harald J. Freyberger ist seit 1997 C4-Professor für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universität Greifswald und Direktor der am Hanse-Klinikum Stralsund ausgelagerten Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Er studierte Humanmedizin in Hamburg und Zürich und promovierte 1986 über eine einzelfallstatistische psychophysiologische Psychotherapiestudie. Nach Absolvierung der Facharztweiterbildung für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Lübeck war er dort als klinischer Oberarzt tätig und habilitierte 1995 zu diagnostischen Fragestellungen. In seiner psychodynamischen und verhaltenstherapeutischen Ausbildung erfolgte eine Schwerpunktsetzung durch die Arbeitsgemeinschaft für die Psychoanalyse in Gruppen. Zwischen 1996 und 1997 war er als leitender Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Bonn beschäftigt.
Die Forschungsschwerpunkte betreffen einerseits diagnostische und epidemiologische Fragestellungen. So war er beispielsweise an der Entwicklung und empirischen Überprüfung der ICD-10 und des multiaxialen Systems der Operationalisierten psychodynamischen Diagnostik (OPD) in Deutschland beteiligt und nahm an einer Reihe internationaler Koordinationstreffen zwischen den task forces von ICD-10 und DSM-IV teil. Weitere Forschungsschwerpunkte betreffen die Zusammenhänge zwischen Traumatisierung und Dissoziation, die gesundheitlichen Konsequenzen von politischer Verfolgung sowie die experimentelle Psychopathologie.
Harald Freyberger ist Autor und Herausgeber mehrerer Bücher zur operationalisierten psychiatrischen und psychodynamischen Diagnostik und hat zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten und Buchbeiträge publiziert. Er ist Mitherausgeber des "Kompendiums für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatische Medizin" und des "Fragebogens dissoziativer Symptome (FDS)". Er arbeitet u.a. im Editorial Board der Zeitschriften "Psychotherapy and Psychosomatics" und "European Addiction Research" und gibt die Zeitschriften "Psychodynamische Psychotherapie" und "Zeitschrift für Psychiatrie, Psychologie und Psychotherapie" mit heraus.
Dr. rer. nat. Regina Steil ist wissenschaftliche Geschäftsführerin der Verhaltenstherapie-Ambulanz der Goethe-Universität Frankfurt und Mitarbeiterin und Dozentin an der Abteilung Klinische Psychologie und Psychotherapie an dieser Universität. Die ist Diplompsychologin und Psychologische Psychotherapeutin mit Schwerpunkt Verhaltentherapie sowie Supervisorin. Sie ist seit 1992 als Wissenschaftlerin im Bereich der Forschung zu Diagnostik, Grundlagen und Behandlung von psychischen Folgen von Traumatisierung tätig.
Regina Steil ist Gründungsmitglied der wichtigsten deutschsprachigen wissenschaftlichen Fachgesellschaft im Bereich Traumafolgen, der Deutschsprachigen Gesellschaft für Psychotraumatologie (DeGPT). Dort war sie lange Zeit Mitglied des Vorstandes sowie von 2004 bis 2006 Präsidentin. Sie leitet das Curriculum Spezielle Psychotraumatherapie der Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftliche Psychotherapie in Freiburg und bildet seit 20 Jahren Ärzte und Psychologen in der Diagnostik und Behandlung von Traumafolgestörungen aus.
Regina Steil hat zahlreiche wissenschaftliche Projekte zur Bedeutung kognitiver Faktoren bei der Posttraumatischen Belastungsstörung durchgeführt. Ihr Schwerpunkt ist die Psychotherapieforschung zur Wirksamkeit der Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Dabei forscht sie in besonderer Weise zur Behandlung der Folgen von sexualisierter Gewalt in der Kindheit. Zusammen mit der Arbeitsgruppe von Martin Bohus am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim hat sie ein spezifisches Behandlungsprogramm für die Folgen von sexualisierter Gewalt in der Kindheit entwickelt – die DBT-PTSD. Diese Behandlungsform erweitert die kognitive Verhaltenstherapie um Aspekte der Emotionsregulation und der Achtsamkeit. Sie war und ist beratend tätig für Ministerien und Kostenträger bei der Nachsorge nach schweren Traumatisierungen großer Gruppen von Menschen.