Familiendynamik

Heft 01 / Januar 2019

Unternehmerfamilien

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Volkmar Aderhold, Petra Hohn

Das Konzept von Psychosen und die Antwort des Offenen Dialogs

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Zusammenfassung:

Der Beitrag beschreibt, mit welchen Konstrukten und in welchen Kontexten im Offenen Dialog mit Menschen in Psychosen gearbeitet wird. Psychose wird dabei verstanden als Ausdruck von etwas »Noch-nicht-Gesagtem«. Sie wird als Versuch aufgefasst, eine Kommunikation herzustellen, die auf andere Weise (noch) nicht möglich ist. Grundsätzlich wird sie als eine verstehbare Reaktion auf unerträgliche und ungelöste Lebensprobleme sowie häufige Traumatisierungen gesehen. In den Netzwerkgesprächen des Offenen Dialogs, bei denen sich wichtige Bezugspersonen zusammen mit dem Klienten und Professionellen treffen, geht es darum, ein gemeinsames Verständnis der Krise und des weiteren Vorgehens zu entwickeln. Der Offene Dialog zeichnet sich u. a. dadurch aus, dass Professionelle, auch körpersprachlich, echtes Interesse daran zeigen, was jede Person im Raum zu sagen hat. Jegliche Andeutung, dass jemand etwas Falsches gesagt haben könnte, wird dabei vermieden. Indem die Worte und Formulierungen insbesondere des Menschen in der Krise von den Professionellen aufgenommen werden, entsteht oft ein Zugang zu weiteren Beschreibungen und zu biografischen Erfahrungen, die der Krise zugrunde liegen könnten. Weisen des dialogischen Fragens werden ausgeführt. Die Gespräche im Offenen Dialog wirken oft »antipsychotisch«, auch über das konkrete Gespräch hinaus, sodass auf neuroleptische Medikation häufig verzichtet werden kann.

Summary:

Psychosis and Open Dialogue
The article describes the constructs operative in Open Dialogue and the contexts in which it is drawn upon to engage with psychoses. Psychosis is understood here as the expression of something »not yet said«. It is interpreted as the attempt to establish communication in a situation where other forms of communication are not (yet) possible. In its essence, psychosis is regarded as a comprehensible response to intolerable and unresolved life-problems and to frequent traumatisations. The network exchanges constituting Open Dialogue bring together important reference persons with the client and with professionals. The essential aim is to arrive at a joint understanding of the crisis and an agreement on how to proceed. One of the distinguishing features of Open Dialogue is that – not least by way of body language – professionals display genuine interest in what every person in the room has to say. There is never any suggestion whatever that someone may have said the wrong thing. Frequently, the professionals’ response to what individuals in crisis have to say and to the way they express themselves opens up access to further descriptions and to other biographic experiences possibly underlying the crisis. Different approaches to dialogic inquiry are essayed. The exchanges in Open Dialogue often have an »anti-psychotic« effect above and beyond the actual exchange itself, so that it is frequently possible to forgo neuroleptic medication.

Résumé:

Familiendynamik Jahrgang 44, Heft 01, Januar 2019
broschiert
ISSN: 0342-2747

Autoren in dieser Ausgabe

Arist von Schlippe, Heiko Kleve, Simon Caspary, Esther-Marie Wulf, Heiko Kleve, Claudia Sposini, Jan Olthof, Volkmar Aderhold, Petra Hohn, Jürgen Kriz, Brigitte Santo, Arist von Schlippe, Bernhard Moritz, Wolfgang Loth,


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