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Familiendynamik, 2020, Jg. 45, Ausgabe 1

Familiendynamik, 2020, Jg. 45, Ausgabe 1

Geschwister

DOI: 10.21706/fd-45-1

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Bibliographische Angaben


1. Auflage, Erscheinungstermin: 08.01.2020
ISSN print: 0342-2747 / ISSN digital: 2510-4195

Details


Editorial
Geschwister
Formate: pdf, html
Arist von Schlippe, Christina Hunger-Schoppe, Dorett Funcke
Seite 1 - 1 | doi: 10.21706/fd-45-1-1
Im Fokus
Geschwisterkonstellationen in konventionellen Familien

Abseits ausgetretener Pfade wird in diesem Beitrag das Thema Geschwisterkonstellationen unter Rückgriff auf die alttestamentarische Geschichte von Kain und Abel, die Soziologie Georg Simmels, die Triadentheorie und die biologische Anthropologie bearbeitet. Außerdem wird der Blick auf einen durch Genogrammarbeit erschlossenen Fall gerichtet.

With reference to the Old Testament story of Cain and Abel, Georg Simmel’s approach to sociology, triad theory and biological anthropology, the article proposes an original perspective on sibling constellations. It also discusses a case interpreted with the aid of a genogram.

Schlagworte: Triade, Fall, Case, Genogramm, triad, Geschwisterkonstellationen, praktische Urteilskraft, sibling constellations, genogram, practical judgment
Formate: pdf, html
Bruno Hildenbrand
Seite 4 - 10 | doi: 10.21706/fd-45-1-4
Stief- und Halbgeschwister – besondere Geschwisterkonstellationen in unkonventionellen Familien

Die Vielfalt von Familienformen, die sich in den letzten Jahrzehnten in Deutschland etabliert hat, ist einerseits ein Zeichen von Flexibilität in Bezug auf Familiengründung und Familienleben, bedeutet aber andererseits eine Herausforderung nicht nur für die Eltern, sondern auch für die Kinder, was die Gestaltung des Alltags betrifft. In vielen Familien, die sich konventionellen Modellen entziehen, leben Kinder aus unterschiedlichen Herkunftsfamilien und mit verschiedenen geschwisterlichen Verbindungen. Bisher hat sich die Familienforschung wenig mit Geschwistern und nur am Rande mit der Lebensrealität von Stief- und Halbgeschwistern beschäftigt. Auf diese besonderen Geschwisterkonstellationen und die spezielle Familiendynamik fokussiert dieser Beitrag. Dabei wird auch die Perspektive der Eltern in den Blick genommen.

The variety of family types that have established themselves in Germany over the past few decades is a sign of flexibility in attitudes to family connections and family life. At the same time, however, this variety is a challenge not only for parents but also for children in sorting out their everyday lives. Many families of an unconventional nature encompass children from different families of origin living together in various sibling relations. So far, family research has largely neglected sibling issues and displayed only a marginal concern with the lives of step and half siblings. The present article focuses on these special sibling constellations and the specific family dynamics associated with them. The author also homes in on the parental perspective.

Schlagworte: Schwestern, Geschwister, Patchworkfamilie, Brüder, siblings, unkonventionelle Familien, Stiefeltern, unconventional families, step-parents, patchwork families, brothers, sisters
Formate: pdf, html
Inés Brock
Seite 12 - 22 | doi: 10.21706/fd-45-1-12
Wie Geschwisterkon­stellationen die berufsbiografische Entwicklung beeinflussen
Das Beispiel einer Theater­therapeutin

Im vorliegenden Beitrag soll der Zusammenhang von Geschwisterkonstellation und berufsbiografischer Entwicklung expliziert werden. Anhand eines Fallbeispiels wird exemplarisch gezeigt, inwiefern die spezifische Zusammensetzung des Geschwistersystems, das wiederum in weitere Einbettungsverhältnisse eingelassen ist, die Berufswahl prägt. Das komplexe Zusammenwirken biografischer Prägeprozesse wird mithilfe des methodischen Verfahrens der Genogramm­analyse erfasst. Wie die Fallanalyse zeigt, handelt es sich bei der Geschwisterkonstellation um eine wichtige sozialisatorische Ausgangsbedingung, die es zu berücksichtigen gilt, wenn es um die Frage geht, warum aus einer Menge an möglichen Alternativen ein bestimmter Beruf ausgewählt wird.

The article sets out to trace the links between sibling constellations and professional biographies. The case discussed exemplifies the extent to which the specific make-up of the sibling system, embedded in its turn in other contexts, has an impact on job choices. The complex concatenation of influences from this source is identified with the help of genogram analysis. As the chosen case indicates, sibling constellations are an important initial factor in socialisation that needs to be taken account of when answering the question why one particular job gets chosen out of a vast array of alternatives.

Schlagworte: Geschwisterkonstellation, Theatertherapie, Unternehmerfamilien, Berufsbiografie, Genogramm­analyse, professionelles Handeln, Jüngste, Verlust von Familienmitgliedern, sibling constellation, professional biography, genogram analysis, professional activity, drama therapy, youngest, entrepreneur families, loss of family members
Formate: pdf, html
Annemaria Köhler
Seite 24 - 36 | doi: 10.21706/fd-45-1-24
Geschwisterbeziehungen von Kindern mit psychischen Auffälligkeiten
Wie nehmen Kinder mit psychischen Auffälligkeiten die Beziehung zu ihren Geschwistern wahr?

In unserer Untersuchung haben wir die subjektiven Repräsentationen der Geschwisterbeziehungen – erhoben mit dem »Family Relations Test (FRT)« – aus Sicht von 90 Kindern angeschaut, die in einer Hochschulambulanz für Lehre und Forschung wegen psychischer Auffälligkeiten vorstellig wurden. In etwa einem Viertel der Fälle nehmen Geschwister bei diesen Kindern eine emotional hochbedeutsame Rolle ein. Sie sind damit in der Regel emotional wichtiger als der (leibliche) Vater. Auch wenn die Wichtigkeit noch nichts über die Valenz aussagt, lenkt sie die Aufmerksamkeit darauf, nicht nur Eltern in eine positive (oder zumindest nicht-dysfunktionale) Interaktion mit dem Indexkind zu bringen, sondern auch die Geschwister (stärker) zu berücksichtigen. Es zeigen sich überwiegend kleine Zusammenhänge zwischen den Beziehungsqualitäten (positiv / negativ) und psychischen Auffälligkeiten. Bei Kindern mit Störungen aus dem Spektrum des Sozialverhaltens und / oder der Hyperaktivität ist es vor allem ein Mangel an positiven und nicht ein Zuviel an negativen Gefühlen in den jeweiligen Beziehungen. Da positive und negative Beziehungsqualität nur in kleinem Ausmaß zusammenhing, könnte es hilfreich sein, gezielt an der Steigerung positiver (und nicht nur an der Verminderung negativer) Beziehungsqualität in der Psychotherapie zu arbeiten.

Our investigation focuses on the subjective representations of sibling relations – on the basis of the Family Relations Test (FRT) – from the perspective of 90 children referred to an outpatient university teaching and research department due to psychological abnormalities. In about a quarter of the cases, siblings play a highly significant emotional role for these children. Normally, they are, therefore, emotionally more important than the (biological) father. While importance tells us nothing about valency, it does indicate that not only parents need to be maneuvered into positive (or at least non-dysfunctional) interaction with the index child, but also that siblings should be (more strongly) taken into account. In children with disorders in their social behaviour and/or displaying hyperactivity, it is the lack of positive feelings that is conspicuous in these relations rather than an excess of negative feelings. As positive and negative relationship quality were only loosely correlated, it may be helpful in psychotherapy to work systematically on enhancing positive rather than merely avoiding negative relationship quality.

Schlagworte: Geschwisterbeziehungen, sibling relations, Family Relations Test (FRT), psychische Auffälligkeiten, FRT, psychological abnormalities
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Markus Wenglorz, Nina Heinrichs
Seite 38 - 49 | doi: 10.21706/fd-45-1-38
Seiten-Blicke
Familie – eine riskante Angelegenheit?
Gesellschaftliche Veränderungs­dynamiken und ihre Folgen

Dieser Beitrag thematisiert den gesellschaftlichen Prozess der Meritokratisierung, wie er sich im Bildungssystem seit mehreren Jahren vollzieht, und dessen Konsequenzen für Familien heute. Die aktuelle Bildungsforschung ist primär darauf ausgerichtet, die Leistung und Bildungserfolge von Schülern zu steigern und Eltern zu diesem Zweck in (vor-)schulische Bildungsprozesse zu involvieren, um dem Arbeitsmarkt möglichst geeignetes Personal zur Verfügung zu stellen. Wir betrachten Familie hier hingegen als Ort, an welchem eine eigensinnige und für die individuelle Entwicklung wie die Familie höchst relevante Form von Bildung stattfindet. Hierfür wird eine soziologische Perspektive auf Familie vorgestellt sowie veränderte gesellschaftliche Rahmenbedingungen und zeitdiagnostische Befunde zur Familie skizziert. Damit systemische Therapie Familien dabei unterstützen kann, Familienalltag mit Bildungs- und Leistungsansprüchen zu vereinbaren, werden im Beitrag relevante Praxisaspekte und Vorteile des systemischen Verfahrens reflektiert.

The subject of this article is meritocratisation as a societal process. The phenomenon has asserted itself in the education system for a number of years and has consequences for families. Education research at present is primarily geared to improving children’s school performance and their educational success quota. In line with this purpose, parents are involved in (pre-)school education processes to ensure that the labour market will have employable school graduates at its disposal. In contrast to this, the authors consider the family as a place for a very personal kind of education that is highly relevant both for the child’s individual development and for the family as a whole. To this end, they adopt a sociological perspective on families, outlining both observable changes in the operative societal parameters diagnoses of contemporary developments. To indicate how systemic therapy can support families in the process of reconciling everyday family situations with educational performance, the authors reflect on relevant practical aspects and the advantages of the systemic approach.

Schlagworte: systemische Therapie, Familie, Bildung, FAMILY, education, systemic therapy, Meritokratisierung, meritocratisation
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Dorett Funcke, Sascha Bachmann
Seite 50 - 63 | doi: 10.21706/fd-45-1-50
Zum Gebrauch der ­Freiheit
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Ágnes Heller
Seite 64 - 67 | doi: 10.21706/fd-45-1-64
Aus dem Feld
»Ich bin ich«
Eine systemische und psychoanalytische Behandlung von ­Geschwisterrivalität
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Anne Dullenkopf
Seite 68 - 71 | doi: 10.21706/fd-45-1-68
Die Kooperation von Jugendhilfe und Gesundheitswesen / Psychiatrie: Polynesisches Segeln in unruhigen Gewässern
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Birgit Averbeck
Seite 72 - 75 | doi: 10.21706/fd-45-1-72
Systemische Haltung in Jugendhilfeeinrichtungen fördern und evaluieren – geht das?
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Gabriele Bachem-Böse, Michaela Herchenhan, Miee Park
Seite 76 - 79 | doi: 10.21706/fd-45-1-76
Lost & Found
Was sagt denn der Würfel dazu?
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Arist von Schlippe
Seite 80 - 81 | doi: 10.21706/fd-45-1-80
Gespiegelt
Zum Tode von Hans Schindler (6. 7. 1952 – 8. 10. 2019)
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Rudolf Klein
Seite 82 - 82 | doi: 10.21706/fd-45-1-82
Buchbesprechungen
Ursprünge und Kontinuität der Kernfamilie – Einführung in die Familiensoziologie.
Formate: pdf, html
Julia Gosert
Seite 83 - 85 | doi: 10.21706/fd-45-1-83
Punkt, Punkt, Komma, Strich – ­fertig ist die Lösungssicht. Eintägiger Workshop mit Demonstrationen und Übungen (DVDs).
Formate: pdf, html
Peter Stimpfle
Seite 85 - 86 | doi: 10.21706/fd-45-1-85
Aus dem Feld
Über die Verwandlung der Empörung
Formate: pdf, html
Arist von Schlippe
Seite 87 - 87 | doi: 10.21706/fd-45-1-87
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