Familiendynamik

Heft 03 / Juli 2010

Aktionsmethoden, szenisch-systemische Arbeitsformen

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Ethan Watters

Die Amerikanisierung von psychischen Erkrankungen

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Zusammenfassung:

Übersicht: Der Text vertritt die These, dass die westliche Vorstellung von psychischer Krankheit ähnlich kulturgebunden ist, wie es die Vorstellungen in anderen Kulturen sind. Dieser Aspekt wird in einem wissenschaftlichen Verständnis ignoriert, das davon ausgeht, dass psychische Krankheiten, so wie sie im DSM-IV beschrieben sind, »tatsächlich« existieren. Es wird aufgezeigt, dass die mit diesem Verständnis verbundene Haltung, das Wissen über psychische Krankheiten zu »exportieren«, zu wahrnehmbaren Konsequenzen in anderen Kulturen führt. Doch auch solche »Krankheitsbilder« wie Depression, posttraumatische Belastungsstörung oder Schizophrenie sind vielleicht keine »Erkrankungen des Gehirns«, sondern könnten viel stärker von kulturellen Überzeugungen beeinflusst sein, als uns i. d. R. bewusst ist. Die kulturspezifischen Ausdrucksformen menschlichen Leidens werden verdrängt und durch westliche Formen von »Krankheit« ersetzt. Wir müssen erkennen, dass wir uns in einem unumkehrbaren Prozess befinden, in dem eben nicht nur einfach Wissen exportiert wird, sondern neben Fast-Food und Formen militärischer Kontrolle auch das Verständnis psychischer Störungen »globalisiert« wird.

Summary:

The Americanization of Mental Illness
The article contends that the Western notion of mental illness is just as culture-bound as it is in other civilisations. This aspect is left out of account by a scientific viewpoint that assumes that mental disorders as described in the DSM-IV actually »exist.« The author indicates that this understanding of the matter is instrumental in the alacrity with which we »export« our knowledge on mental illnesses, a process that has appreciable repercussions in other cultures. It may well be that »syndromes« like depression, posttraumatic stress disorders or schizophrenia are not »mental« disorders but in fact much more strongly affected by cultural convictions than we are normally aware of. Culture-specific manifestations of human suffering are suppressed and replaced by Western forms of »illness.« We need to realize that we are caught up in an irreversible process in which the understanding of mental disorders is being »globalized« in much the same way as fast food or types of military control.

Résumé:

Familiendynamik Jahrgang 35, Heft 03, Juli 2010
broschiert
ISSN: 0342-2747

Autoren in dieser Ausgabe

Arist von Schlippe, Ulf Klein, Ulf Klein, Inge Liebel-Fryszer, Elke Frohn, Ethan Watters, Heiner Keupp, Sabine Zehnder Grob, Christoph Morgenthaler, Steffen Fliegel, Steffen Fliegel, Gabriele Weyand,


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