Familiendynamik

Heft 03 / Juli 2018

Systemische Praxis mit Tätern

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Michael Heilemann

Chronifizierte Gewaltbereitschaft

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Zusammenfassung:

Die grenzen­lose, opferzynische und ausschließlich an punktueller, künstlicher Selbstüberhöhung ausgerichtete Gewaltbereitschaft wird nicht – wie oft vom Täter proklamiert – aus einem Täter-Opfer-Dissens heraus erklärt, sondern als Ausdruck eines inneren Konflikts des Täters verstanden. Im Moment der Unterwerfung raubt der Täter dem Opfer dessen Lebensenergie, Lebensoptimismus und Kontrollüberzeugungen. Dieser Vorgang ist als suchtartiges Geschehen zu verstehen: Der Endorphinschub hält nicht lange an und ruft nach Dosisverstärkung. Die Legitimationsstrategien des »Unterwerfungserfolges« sowie Drohungen bei Anzeige bedingen oft lebenslange Opfertraumata. Die Bindung des Täters an den autoritären Vater und die damit einhergehende Autoritätshörigkeit, zugleich die Anbindung an die eigene Subkultur und der damit einhergehende Männlichkeitswahn sind typisch. Diese Muster gelten insbesondere bei den wenigen hochbegabten, charismatischen Anführern der gewalttätigen Subkultur. Bei diesen Personen kommt eine wei­tere Qualität hinzu: dass das Umfeld die Taten bewundert. Mit dem Konzept der »Elite-Integration« wird versucht, genau diese Personen dafür zu gewinnen, positive Führungsfiguren in ihrer Subkultur zu werden.

Summary:

Chronified Violence Potential The article discusses a species of potential violence that is limit-less, cynical over and against its victims, and geared to one-off, artificial self-aggrandisement on the part of the perpetrator. Such perpetrators frequently claim that violence of this kind is preceded by some kind of conflict or disagreement between the victim and the perpetrator. By contrast, the author explains it as the expression of an inner conflict on the part of the perpetrator. By overcoming the victim, the perpetrator deprives him/her of their vital energy, general optimism and control convictions. This process needs to be regarded as a form of addiction. The release of endorphin does not last long, the dose has to be heightened. The strategies legitimating successful »subjection« and threats of what will happen if the victim seeks (legal) recourse frequently trigger life-long traumas on the part of the victim. Typical features are the perpetrator‹s attachment to an authoritarian father and the unswerving belief in authority attendant upon it, loyalty to a personal sub-culture, and the masculinity mania bound up with it. These patterns are discernible above all in the few highly gifted and charismatic leaders of violent sub-cultures. In these individuals an additional factor also plays a role. They need their deeds to be admired by their immediate circle. The «elite integration« strategy is an attempt to persuade these same individuals to play a positive lead role in their sub-culture.

Résumé:

Familiendynamik Jahrgang 43, Heft 03, Juli 2018
broschiert
ISSN: 0342-2747

Autoren in dieser Ausgabe

Arist von Schlippe, Tilman Kluttig, Tilman Kluttig, Peter Reutter, Roswita Hietel-Weniger, Michael Heilemann, Haim Omer, Ziv Gilad, Ronen Kasten, Ulrich Brinkmann, Heiko Kleve, Arist von Schlippe, Kurt Lüscher, Arist von Schlippe, Sebastian Baumann, Fritz B. Simon, Wolfgang Loth,


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