MERKUR

Heft 05 / Mai 2018

Heft 828

Diese Ausgabe erwerben
Printausgabe vergriffen, Artikel als PDF erhältlich, siehe unten

Zitate aus Merkur, Nr. 828, Mai 2018

Was macht die Kunst am Flughafen? »Ein Flughafen«, so informiert uns die Website des BER, »ist ein ausgezeichneter Ort, um Kunst zu präsentieren.« Selbst wenn man davon ausgeht, dass sich diese Aussage auf geöffnete Flughäfen bezieht, mag sich ein leiser Zweifel regen: Sind Flughäfen wirklich ausgezeichnete Orte für Kunst?
Jan von Brevern, Kunst am Flughafen

Golfspieler müssen sich in ihren Klubs ja auch nicht dafür rechtfertigen, dass sie kleine weiße Bälle durch die Gegend schlagen; Philatelisten müssen in ihrem Briefmarkenverein nicht erklären, warum sie sich für alte Postwertzeichen begeistern: Wir müssen den Dekanen und Gesetzgebern – auch wenn sie uns nicht zuhören – erklären, dass die Universität durchaus vieles sein kann, aber ohne die Geisteswissenschaften wird sie keine Universität sein.
Justin Stover, Warum es keine guten Gründe zur Verteidigung der Geisteswissenschaften gibt

Es handle sich um Krimidichtung, antworteten meine Freunde von der Akademie schließlich, um Ermittlungen in der Wirklichkeit, die, so viel stehe fest, nichts an ihre oftmals behauptete Linearität binde, wenn überhaupt, sagten meine Freunde, habe die Wirklichkeit etwas mit den Röhren und Rutschen in Ronald McDonalds Gärten gemein.
Pascal Richmann, Krimidichtung in Antwerpen

Sollten auch Sie, liebe Leserin und lieber Leser, immer noch der Meinung anhängen, die Philosophie sei griechischen Ursprungs, dann beschäftigen Sie sich einmal mit dem indischen Philosophen Nāgārjuna (etwa 150 bis 250 unserer Zeit). Zum Verständnis seines Haupttexts, der berühmten Mūlamadhyamakakārikā braucht es gewiss Zeit, vielleicht sind zwei oder drei Monate Lesezeit notwendig, aber nach der Lektüre ist klar: Da wird trennscharf und nüchtern-rational gedacht, mit höchst komplizierten Beweistechniken und frei von jeder Konvention. Religiös oder mythisch ist da nichts.
Kai Marchal, Überall zu Hause sein

Während die Dramaturgie der Auktionshäuser der Verführung potentieller Käufer dient, degradiert die kontextbefreite Ausschüttung vereinzelter Überreste der Vergangenheit die Museen und Ausstellungen zu bloßen Wunderkammern des Staunens, in denen bestenfalls das ästhetische Erleben, schlimmstenfalls oberflächlicher Zeitvertreib die Informationsvermittlung marginalisiert.
Michael Hochedlinger, Fake History

Die Durchsetzung der Monogamie ist das Zeichen dieser (Gewalt)Herrschaft, die monogame Ehe nach Engels die erste Familienform, die nicht auf natürliche, sondern auf geschlechterpolitische und »ökonomische Bedingungen« gegründet ist: Am Ursprung der monogamen Ehe steht der »Sieg des Privateigentums« und des Grundbesitzes über das »Gemeineigentum«.
Sabrina Habel, Frauen, Klasse

Dass Geschriebenes nicht verstanden wird, findet stets zwei mögliche Erklärungen: Es kann am Text liegen oder am Leser. Texte pflegen sich nicht zu schämen, wohl aber Leser.  
Andreas Dorschel, Ins Unklare

Städte, Quartiere, deren Urbanität wir schätzen, entstanden vorwiegend vor der alten Jahrhundertwende, oder besser: vor der Ausbreitung des Autos. Unsere ganze Vorstellung von Urbanität ist geprägt vom Bild der Stadt, wie sie bis ins späte 19. Jahrhundert hinein konzipiert und gebaut wurde: Wien, Prag, Budapest, Amsterdam, Hamburg, Kopenhagen, Paris, London. In Europa ist es seither kaum mehr gelungen, dem etwas Vergleichbares an die Seite zu stellen.
Marcel Herbst, Wir selber bauen unsre Stadt

Eine Freundin – im Nebenberuf Lehrerin für Deutsch als Zweitsprache an Sekundarschulen – erzählte mir kürzlich Folgendes: Die Vokabel »anhalten« war dran, die Schüler sollten Sätze bilden, ich halte an, du hältst an, das Auto hält an. Ein syrischer Junge aber sagte: Ich hoffe, der Krieg hält an. Wie das erklären?
Enis Maci, Unterrichtung mit Foundation Bitch

MERKUR Jahrgang 72, Heft 828, Heft 05, Mai 2018
104 Seiten, broschiert
ISSN: 0026-0096

Autoren in dieser Ausgabe

Jan von Brevern, Justin Stover, Pascal Richmann, Kai Marchal, Michael Hochedlinger, Sabrina Habel, Andreas Dorschel, Marcel Herbst, Enis Maci,


Unser Service für Sie

Zahlungsmethoden
PayPal (nicht Abos),
Kreditkarte,
Rechnung
weitere Infos

PayPal

Versandkostenfreie Lieferung
nach D, A, CH

in D, A, CH inkl. MwSt.
 
weitere Infos

Social Media
Besuchen Sie uns bei


www.klett-cotta.de/im-netz
Facebook Twitter YouTube
Newsletter-Abo

Klett-Cotta-Verlag

J. G. Cotta’sche Buchhandlung
Nachfolger GmbH
Rotebühlstrasse 77
70178 Stuttgart
info@klett-cotta.de