MERKUR

Heft 12 / Dezember 2016

Heft 811

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Zitate aus dem Dezemberheft, Nr. 811


Die neoeurasische Programmatik weist unverkennbar aggressive, wenn nicht imperiale Züge auf, schreckt jedenfalls vor Drohungen und Provokationen nicht zurück. Die aktuelle russländische Expansionspolitik setzt diese Programmatik Schritt für Schritt um und scheint dabei einem längst festgeschriebenen Szenario zu folgen – in den russischen Grenzgebieten zu Georgien, Moldawien und jüngst in der Ukraine sind solche Schritte unter Einsatz oder Androhung von Gewalt bereits gesetzt worden.

Felix Philipp Ingold, Eurasische Spekulationen


Soll Russland sich modernisieren, müssen die unsichtbaren Netzwerke, die informellen Institutionen, das System modernisiert und damit ihre dysfunktionalen Effekte neutralisiert werden, ohne dabei ihre funktionalen Leistungen zu verlieren. Im Bereitschaftskasten der gängigen Reformen wird man Modelle, die dies leisten könnten, nicht finden.

Alexander Blankenagel, „An Russland kann man nur glauben“


Was heute vom IS über Pegida bis zu den Separatisten des Donbass zu beobachten ist, darf man wohl als erneuten Aufstand von Platonows »Übrigen« verstehen, der in irgendeiner Weise Abgehängten, wie der Jargon des Kapitals sie gerne bemitleidet: Jene, die in der alltäglichen Utopie von Demokratie, Rechtsstaat und Marktwirtschaft eigentlich gar nicht vorkommen dürften, melden sich gerade darum zu Wort, weil sie in ihr keinen Platz haben.

Roman Widder, Rosa Luxemburg, das Klassenbewusstsein und der Donbass


Was bei Sokal als wissenschaftliche Weltanschauung auftaucht, geht mit einem holistischen Anspruch an Wissenschaft einher, in dem alle Disziplinen, von der Quantengravitation bis zur Semiotik, als Stücke vom selben Fleisch gelten. Das erfordert, und das verlangt Sokal, dass sie bei allen Unterschieden in ihren jeweiligen Forschungssettings den gleichen Prinzipien verpflichtet sind und nach den gleichen Kriterien beurteilt werden können.

Hanna Engelmeier, Fools Rush In


Dass es eine Aufgabe sei, die Vernichtung der europäischen Juden in Text und Bild zur Darstellung zu bringen, ist seit Primo Levi, Imre Kertész und Ruth Klüger, seit Adorno, Lanzmann und Lyotard fester Bestandteil des Nachdenkens über eine Kunst nach und über Auschwitz. Jene Aufgabe ist immer gleichzeitig eine politisch-moralische Forderung an die Gesellschaft und eine repräsentationskritische Forderung an die Kunst gewesen.

Stefan Krankenhagen, Von der Kunst, Auschwitz darzustellen


Bei aller strukturellen Verwandtschaft zu frühneuzeitlicher Bekenntnisliteratur: Panikherz ist kein antiquierter Text. Die Schreibweise folgt dem typischen Ton Stuckrad-Barres, das ist eine der Qualitäten dieses Buchs. Es ist laut, bisweilen vorlaut, ungemein unterhaltsam und in seinen Episoden aus der Welt der Reichen, Schönen und Mächtigen ein großartiges Sittengemälde, Literatur auf dem Stand der Zeit.

Michael Multhammer, Der frühneuzeitliche Popliterat


Doch Josiah Ober wärmt gerade nicht das klassizistische athen- und kulturzentrierte Standardnarrativ auf noch brandmarkt er die Hellenen als fatale Vorbilder für neuzeitliche Kolonialisten, Sklavenhalter oder Konstrukteure binärer Weltbilder. Er stellt sie vielmehr vor als höchst erfolgreiche Gestalter eines für vormoderne Verhältnisse bemerkenswert stetigen und sichtbaren Wachstums auf den Feldern Ökonomie, Politik und Kultur.

Uwe Walter, Die klassischen, die armen, die erfolgreichen Hellenen


Im Moment seiner Übersetzung tritt Adi Keissars Text in einen historischen Hallraum ein, wird aus einem misrachischen ein »jüdisches« Gedicht. Dabei entsteht eine Spannung zum Ausgangstext, denn Keissars Kritik an der aschkenasischen Dominanzkultur grenzt sich auch von einer Behandlung der – mehrheitlich aschkenasischen – Schoah als Erinnerungsdispositiv der israelischen Politik ab.

Max Czollek, Adjektiv-Literatur oder die Bedingungen jüdischer Lyrik


In Rigas Velestinlis fand die griechische Sache nicht nur ihren radikalsten Aktivisten, sondern auch ihren humansten und weitsichtigsten. Der Dichter, Kaufmann, Sänger und Revolutionär war der Erste und auch Einzige, der die Ideen der Französischen Revolution für das orientalische Gepräge seiner Herkunft adaptierte und sie dennoch in vielen Aspekten an Fortschrittlichkeit übertraf.

Richard Schuberth, Der Mann aus Velestino


West und Ost bildeten also immer schon ein Konglomerat: Die philologisch-historische Erforschung (nicht nur) der Aeneis hat diesem Umstand von jeher Rechnung getragen. Man darf nur an die Rekonstruktionen von Georg Friedrich Creuzer, Friedrich Schlegel oder Friedrich Nietzsche erinnern. Die Liste der Erforscher der östlichen Einflüsse auf die westliche Kultur ließe sich beliebig erweitern und umfasst inhaltlich die Erkundung der nordafrikanischen oder asiatischen »Wurzeln« ebenso wie die Analyse fremdländischer Religionen und ekstatischer Erlöser- und Mysterienkulte.

Melanie Möller, Auf dem Weg nach Rom


Zu einer Zeit jedenfalls, als über den deutschen Städten alliierte Bomberströme ihr Tag- und vor allem ihr Nachtwerk verrichteten, konnte ein erleuchteter Weihnachtsbaum, so viel ist sicher, seinen höchsten Ausdruckswert entfalten. Denn nichts ist erhabener als das Zusammentreffen von Fest und Katastrophe.

Harry Walter, Christbäume


MERKUR Jahrgang 70, Heft 811, Heft 12, Dezember 2016
112 Seiten, broschiert
ISSN: 0026-0096

Autoren in dieser Ausgabe

Felix Philipp Ingold, Alexander Blankenagel, Roman Widder, Hanna Engelmeier, Stefan Krankenhagen, Michael Multhammer, Uwe Walter, Adi Keissar, Max Czollek, Richard Schuberth, Melanie Möller, Harry Walter,


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