PSYCHE

Heft 09/10 / September 2009

Religion Religiosität Gewalt

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Printausgabe vergriffen, Artikel als PDF erhältlich, siehe unten
James W. Jones

Wie wird aus Religion Gewalt? Eine psychoanalytische Untersuchung des religiösen Terrorismus

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Zusammenfassung:

Der Autor postuliert keine allgemeine Theorie des Terrorismus, sondern fragt, was eine psychodynamische Untersuchung des religiösen Terrorismus über dieses Phänomen und generell über die Psychologie der Religion sagen kann. Ausgangspunkt seiner Überlegungen ist die durch zahlreiche Studien gestützte Annahme, daß zwischen Scham, Demütigung und Gewalt ein Zusammenhang besteht. Bei Gewalt, die aus Demütigung resultiert, kann Religion auf zweierlei Weise eine Rolle spielen: sie kann die durch bestimmte Lebensumstände erzeugte Demütigung verstärken und daraus ihren Nutzen ziehen, und sie kann selbst Scham- und Demütigungsgefühle erzeugen, die Gewalt induzieren, indem sie Reinigung und Heiligkeit durch den Tod verspricht. Spezifisch für fanatische Religionen ist die Verknüpfung des Wunsches nach spiritueller Wiedervereinigung mit Gewalt, vor allem in Form des Tötens als Opferung oder apokalyptische Reinigung. Eine früher vertretene These revidierend, kommt Jones zu dem Schluß, daß für die Psychologie religiös motivierter Gewalt die Idealisierung eines Objekts, das Scham und Demütigung hervorruft, von zentralem Stellenwert ist. Der Drang, sich durch Unterwerfung mit diesem Objekt zu vereinen, hebe alle anderen menschlichen Strebungen auf und ersetze menschliche Beziehungen durch eine Verbindung mit Gott, neben der nichts anderes Bestand hat. Abschließend setzt Jones sich kritisch mit Freuds Religionsanalyse und dem ihr zugrunde liegenden patriarchalen Gottesbild auseinander.

Summary:

Why does religion turn violent? A psychoanalytic exploration of religious terrorism. – A thematic analysis of interviews with and writings by religiously motivated terrorists from many different religious traditions reveals several themes in common. When investigated psychoanalytically, these shared themes suggest some‧thing about the motivations and psychological dynamics implicated in religious violence. Thus this paper argues that a common psychological constella‧tion may be involved in religiously motivated terrorism regardless of tradition. Such dynamics are discussed here from a variety of psychoanalytic perspectives. This paper argues that the combination of these unconscious dynamics with ‧powerful religious needs and desires fuels religious terrorism.

Résumé:

Pourquoi la religion se transforme-t-elle en violence? Une étude psychanalytique du terrorisme religieux. – Un examen psychanalytique des thèmes d’entretiens et de textes de terroristes obéissant à des motivations religieuses, provenant de différentes traditions religieuses, permet de dégager plusieurs thèmes communs. Une étude psychanalytique de ces thèmes communs permet de révéler quelque chose des motivations et des dynamiques psychologiques impliquées dans la violence religieuse. L’article soutient qu’il existe un rapport entre une constellation psychologique commune et un terrorisme obéissant à des motifs religieux, indépendamment de la tradition. L’auteur discute de telles dynamiques à partir de diverses perspectives psychanalytiques. L’article soutient que la combinaison de ces dynamiques inconscientes avec de grands besoins et désirs religieux alimente le terrorisme religieux.

PSYCHE Jahrgang 63, Heft 09/10, September 2009
broschiert
ISSN: 0033-2623

Autoren in dieser Ausgabe

Werner Bohleber, Joel Whitebook, Jan Assmann, Hermann Beland, Ronald Britton, Charles B. Strozier, James W. Jones, Christa Rohde-Dachser, Ralf Zwiebel, Herbert Will,

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