Trauma & Gewalt

Heft 01 / Februar 2017

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Günter H. Seidler

Schwer lösbare Liebesbeziehungen . Erschweren Vortraumatisierungen die Trennung?

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Zusammenfassung:

Im Folgenden werden die Ergebnisse zweier Studien mit dem Schwerpunkt auf ihren klinischen Konsequenzen zusammenfassend dargestellt. Eine nachfolgende Arbeit zentriert auf deren methodische Problematik. – Der Zusammenhang zwischen Traumaereignissen in der Vorgeschichte und den Reaktionen auf die Trennung einer Liebesbeziehung wurde in einer ersten Studie mithilfe eines von 712 Personen (583 Frauen) beantworteten Onlinefragebogens untersucht. Die Kernhypothese besagt, dass die Anzahl der vormaligen Traumaereignisse als Maß für Vortraumatisierung positiv mit der Trennungsbelastung assoziiert ist. Insbesondere interpersonellen Traumaereignissen wird aufgrund ihrer zwischenmenschlichen Dimension prädiktive Bedeutsamkeit beigemessen. Neben den Traumaereignissen wurden relevante demographische (Geschlecht), personenbezogene (Selbstwert, Bindungsstil) und beziehungsbezogene (u. a. Trennungswunsch) Variablen miteinbezogen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass ausschließlich durch Eltern und/oder Geschwister verursachte interpersonelle Traumaereignisse signifikant positiv mit der Trennungsbelastung assoziiert sind. Insgesamt stellten Trennungswunsch, Beziehungsüberzeugung und Selbstwert jedoch vergleichsweise stärkere Prädiktoren der Trennungsreaktion dar. In einer zweiten Studie wurden 25 zufällig ausgewählte Betroffene, die sich beim Projektleiter persönlich gemeldet hatten, klinisch untersucht. Es zeigte sich, dass deren Angaben über die Personen, von denen sie sich verlassen fühlten, sehr viele Gemeinsamkeiten aufwiesen. Es werden vorsichtig Interpretationsmöglichkeiten dieses Befundes aufgezeigt. Insgesamt werden die Resultate überwiegend bezüglich ihrer praktischen Implikationen diskutiert.

Summary:

Sticky Relationships – Do previous traumas make it harder to break with love-partners?
The article discusses the findings of two studies with special reference to their clinical consequences. A future article will focus on methodological problems.
In the first study, the connections between previous traumas and reactions to separation following a love-relationship were investigated by means of an online questionnaire returned by 712 persons (583 women). The core hypothesis was that as an indicator for pre-traumatisation the number of earlier traumatic events is positively associated with separation stress. Given their interpersonal implications, traumatic events involving others were accorded special predictive significance. Alongside traumatic events, other variables were included in the study: demographic (gender), person-related (self-esteem, attachment style), and relationship-related (separation wish, etc.). The findings suggest that traumatic interpersonal events caused exclusively by parents and/or siblings are associated with separation stress to a significantly positive degree. In comparative terms, however, separation wish, relationship conviction and self-esteem were found overall to be stronger indicators of response to separation. In the second study, 25 randomly selected separatees who had applied to the project leader in person were clinically examined. The information they provided on the former partners they felt abandoned by displayed a large number of commonalities. The article discusses potential (cautious) interpretations of this outcome. The overall findings are discussed largely in terms of their practical implications.

Résumé:

Trauma & Gewalt Jahrgang 11, Heft 01, Februar 2017
broschiert
ISSN: 1863-7167

Autoren in dieser Ausgabe

Günter H. Seidler, Luiana Clarissa Martins Baltzer, Sabine Trautmann-Voigt, Bernd Voigt, Dirk Zander, Lea Hromada, Silke Birgitta Gahleitner, Katharina Gerlich, Yvette Völschow, Roshan Heiler, Heidemarie Hinterwallner, Edith Huber, Mascha Körner, Josef Pfaffenlehner, Günter H. Seidler, Silke Birgitta Gahleitner, Rosmarie Priet, Martha Schneider, Christina Frank, Markus Boeckle, Michael Philipp, Freihart Regner,


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