Trauma & Gewalt

Heft 01 / Februar 2017

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Michael Philipp

Idealtypisches Verstehen der posttraumatischen Belastungsstörung nach Verkehrsunfall . Teil 1: Unfallgeschehen und Unfallerleben

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Zusammenfassung:

Mittels strukturaler Interpretation der Explorationstexte von zehn eigenen Begutachtungsfällen einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) nach Verkehrsunfall wird das idealtypische Erscheinungsbild der psychologisch verstehbaren Entwicklung posttraumatischer Belastungsstörungen dargelegt. Im Zentrum des peritraumatischen Erlebens zeigt sich dabei ein doppelter peritraumatischer Kreislauf von Erkennen (unmittelbar drohender Gefahr), Fühlen (plötzlichen Erschreckens), Handeln (reflexhaften Gegensteuerns) sowie erneuten Erkennens (der Unvermeidlichkeit des nahenden Aufpralls und der eigenen Ohnmacht), Fühlens (von Panik und Todesangst und von Dehnung des Zeiterlebens) und Handelns (nämlich: lähmender Handlungsunfähigkeit). Dieser Kreislauf kann sich unmittelbar posttraumatisch durch das Eintreten etwaiger neuer Gefahr wiederholen (etwa durch Erleben des Eingeklemmtseins bei drohender Explosionsgefahr), er kann sich schließlich dann noch einmal in zeitlich gedehnterer Form in den Folgestunden und -tagen wiederholen (durch nachträgliches Gewahrwerden der tatsächlichen Todesgefahr, durch Informiertwerden über das Ausmaß der körperlichen Unfallfolgen und die Gefahr weiterer Komplikationen).

Summary:

Posttraumatic Stress Disorder following Traffic Accidents: The Ideal Type – Part 1. The accident itself and the victim’s subjective experience of it
Phenomenological typification of Posttraumatic Stress Disorder (PTSD) following traffic accidents is undertaken here by means of the structural interpretation of exploratory texts from the author’s own expert socio-medical assessments of 10 cases of PTSD. The peritraumatic experience of the accident centres on a double peri-traumatic loop made up of recognition (immediately impending danger), feeling (sudden alarm) and action (instinctive avoiding action) followed by a second stage of recognition (the inevitability of the impending impact und the victim’s impotence in the face of it), feeling (panic, mortal fear, »stretching« of time) and action (paralyzing inability to act). This loop may repeat itself immediately after the accident by recognition of a new hazard (e.g. realizing that one is jammed in the car and it is liable to explode). It can also repeat itself in a more retarded form over the following days and weeks (e. g. by finding out later about the actual extent of the danger, the impending long-term risk of permanent physical body impairment, other persistent long-term risks, etc.).

Résumé:

Trauma & Gewalt Jahrgang 11, Heft 01, Februar 2017
broschiert
ISSN: 1863-7167

Autoren in dieser Ausgabe

Günter H. Seidler, Luiana Clarissa Martins Baltzer, Sabine Trautmann-Voigt, Bernd Voigt, Dirk Zander, Lea Hromada, Silke Birgitta Gahleitner, Katharina Gerlich, Yvette Völschow, Roshan Heiler, Heidemarie Hinterwallner, Edith Huber, Mascha Körner, Josef Pfaffenlehner, Günter H. Seidler, Silke Birgitta Gahleitner, Rosmarie Priet, Martha Schneider, Christina Frank, Markus Boeckle, Michael Philipp, Freihart Regner,


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