Trauma & Gewalt

Heft 02 / Mai 2009

Themenheft Traumapädagogik II

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Printausgabe vergriffen, Artikel als PDF erhältlich, siehe unten
Harald J. Freyberger, Carsten Spitzer, Matthias Vogel, Bertram Möller, Philipp Kuwert, Hans-Joergen Grabe

Dissoziation und schizophrene Störungen . Zu den Folgen von Vernachlässigung und Traumatisierung in der Kindheit

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Zusammenfassung:

Dissoziation wird im Allgemeinen als Traumafolge konzeptualisiert. Dissoziative Phänomene sind – ebenso wie Traumatisierungen – auch bei Patienten mit einer Schizophrenie häufig. Hierbei wirft die Überlappung dissoziativer und schizophrener Symptomatologie eine komplexe differentialdiagnostische Fragestellung auf, die aber in der klinischen Alltagswirklichkeit wenig Beachtung findet. Dabei könnte es sich bei gemischt dissoziativ-schizophrenen Syndromen um eine posttraumatische Symptomatologie handeln, deren Behandlung möglicherweise über die antipsychotische Pharmakotherapie hinausgehende Aspekte berücksichtigen sollte. Die vorliegende Studie untersucht auf der Grundlage verschiedener Selbstbeurteilungsbögen einen denkbaren Zusammenhang zwischen kindheitlicher Traumatisierung (emotionaler, sexueller und körperlicher Missbrauch sowie emotionale und körperliche Vernachlässigung), späterer Dissoziation und psychopathologischer Belastung an 80 Patienten mit einer Schizophrenie. Vor allem die körperliche Vernachlässigung in der Kindheit erwies sich hierbei als mit späterer Dissoziation assoziiert. Eine solche Beziehung zeigte sich hingegen für die Missbrauchsvariablen nicht, die vielmehr eher mit vermehrter allgemeiner psychopathologischer Belastung verbunden waren. Diese Ergebnisse könnten auf einen spezifischen Einfluss früher Vernachlässigung auf die spätere Dissoziation schizophrener Patienten hinweisen. Die Auswirkungen eines Missbrauchs hingegen könnten sich demnach eher unspezifisch auf die allgemeine Symptombelastung auswirken. Schizophrene Manifestationen, die mit einer ausgeprägten Dissoziation einhergehen, könnten sich so auch ätiologisch von anderen Verläufen unterscheiden. Allerdings sind der Interpretation dieser Ergebnisse aufgrund des Fehlens einer Vergleichsgruppe und ihrer Gründung auf Selbstbeurteilungen gewisse methodische Beschränkungen auferlegt.

Summary:

Dissociation is linked with previous trauma and occasionally involves
Schneiderian symptoms. Dissociation
and trauma are also frequent in schizophrenia. A possible commonality between dissociation and psychosis is that they may be related to previous trauma
in some patients diagnosed as
schizophrenic. The present study
investigates 80 patients diagnosed as schizophrenic, comparing histories of childhood neglect and abuse with regard to current dissociation and psychological distress against the background of
standard regression. Traumatic childhood experiences were reported frequently. Physical neglect was clearly linked with dissociation. By contrast, emotional and physical abuse were associated with
general psychopathological distress,
not with dissociation. In some patients diagnosed as schizophrenic, dissociation may be specifically linked to physical neglect in childhood, whereas an increase in general psychopathological distress may rather be associated with experiences of childhood abuse. However, conclusions from the presented study are limited by its cross-sectional design.

Résumé:

Trauma & Gewalt Jahrgang 03, Heft 02, Mai 2009
broschiert
ISSN: 1863-7167

Autoren in dieser Ausgabe

Jörg M. Fegert, Marc Schmid, Wolfgang U. Eckart, Marc Schmid, Detlev Wiesinger, Birgit Lang, Karol Jaszkowic, Marc Schmid, Detlev Wiesinger, Birgit Lang, Jörg M. Fegert, Marc Schmid, Detlev Wiesinger, Ferdinand Keller, Ute Ziegenhain, Harald J. Freyberger, Carsten Spitzer, Matthias Vogel, Bertram Möller, Philipp Kuwert, Hans-Joergen Grabe, Harald J. Freyberger, Jochen Peichl, Arne Hofmann,


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