Trauma & Gewalt

Heft 02 / Mai 2010

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Ursula Gasch

Sexueller Missbrauch in der
katholischen Kirche
. Aktuelle Befunde

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Zusammenfassung:

Bezüglich des Kindesmissbrauchs erscheint der Anteil katholischer Würdenträger als Täter jedenfalls in der öffentlichen Wahrnehmung herausragend. Ein deutliches Signal setzte in diesem Zusammenhang der höchste katholische Würdenträger selbst zum Auftakt seines Amerika-Besuchs bereits im April 2008: So hat sich Papst Benedikt XVI. zur Häufung von Missbrauchsfällen durch katholische Priester in den USA »tief beschämt« geäußert – und hartes Vorgehen gegen Kindesmissbrauch angekündigt. Für pädophile Priester sei kein Platz in der katholischen Kirche. Es stellt sich die Frage, ob und inwieweit Fakten das Bild vom »pädophilen katholischen Priester«, der überproportional unter Sexualstraftätern, die Kinder missbrauchen, zu finden sei, tatsächlich stützen. Schließlich existiert bis heute keine offizielle Statistik über geistliche Sexualstraftäter. Weiter gilt es, die Rolle streng hierarchischer Strukturen einer mit großem Einfluss ausgestatteten Organisation, wie die der katholischen Kirche, mit ihrer Forderung nach zölibatärem Ordensleben, bezüglich eines erhöhten Risikos, Sexualstraftäter in ihren Reihen anzutreffen, zu diskutieren. Übt im Ergebnis vielleicht gerade eine rigide Sexualpolitik besondere Anziehungskraft auf pädophil veranlagte Menschen aus oder fördert sie generell sexuelle Übergriffe? Im Fokus des nachfolgenden Beitrags stehen die Resultate der bislang größten Studie, die ausführlich das Phänomen des Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen durch Priester der katholischen Kirche untersucht. Erstmals stammen die Daten dabei nicht etwa nur aus den Quellen der Ermittlungsbehörden oder der Justiz, sondern in erster Linie aus den Archiven der katholischen Kirche, welche diese zum Zwecke der Untersuchung öffnete.

Summary:

IIn the public eye at least, the number of Catholic dignitaries involved in child abuse appears to be disproportionately large. In this connection, the supreme Catholic dignitary made a clear statement at the outset of his visit to America in April 2008. Pope Benedict XVI announced that he was »deeply ashamed« at the accumulation of cases of abuse by Catholic priests in the United States and announced rigorous measures to combat this phenomenon. Pedophile priests, he said, had no place in the Catholic Church. The question arises whether and to what extent the facts of the matter substantiate the image of the »pedophile Catholic priest« and confirm the disproportionate incidence of such cases among the total number of sexual offences involving children. After all, there are as yet no official statistics on clerical miscreants of this kind. Another point urgently in need of discussion is the role played by the strict hierarchical structures of the Catholic Church and its celibacy requirements in connection with the above-average risk of encountering sexual offenders in its ranks.
Is it ultimately conceivable that a rigid sexual policy of this kind may exert a special attraction on men with pedophile leanings or generally pave the way for sexual assaults? The article focuses on the outcome of the largest study so far to examine in detail abuse of children and adolescents by priests of the Catholic Church. For the first time, the data stem not only from police or court records but for the most part from the archives of the Catholic Church, which has made them available for investigation purposes.

Résumé:

Trauma & Gewalt Jahrgang 04, Heft 02, Mai 2010
broschiert
ISSN: 1863-7167

Autoren in dieser Ausgabe

Günter H. Seidler, Wolfgang U. Eckart, Ursula Gasch, Martin Bohus, Antje Krüger, Anne Dyer, Kathlen Priebe, Robert E. Jr. Feldmann, Regina Steil, Florian Steger, Silke Birgitta Gahleitner, Andreas Maercker, David Berceli, Ralft Vog,


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