Trauma & Gewalt

Heft 02 / Mai 2013

Heimkinder in der DDR

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Christian Sachse

Erziehungsmethoden in den Spezialheimen der DDR

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Zusammenfassung:

Spezialheime in der DDR hatten die Funktion, Kinder und Jugendliche umzuerziehen, die mit dem vieldeutigen Stigma »schwererziehbar« versehen worden waren. Diese Umerziehung ging einher mit tiefen Eingriffen in die Persönlichkeit ohne oder auch gegen den Willen der betroffenen Minderjährigen in ihrem Wollen, Fühlen, Erleben, Wissen und Werten. Sie forderte eine unbedingte und widerspruchslose Anpassung an die Staatsziele der Erziehung, ohne den berechtigten Eigensinn der Minderjährigen, ihre Wünsche und Prägungen zu achten. Mit den Methoden der Isolation, Disziplinierung, Kollektiv- und Arbeitserziehung spiegelten die Spezialheime die politischen Strukturen der SED-Diktatur in die Alltagswelt der Heime und bereiteten so auf das Leben im Erwachsenenalter vor. Insassen von Spezialheimen wurde nicht nur die ihnen zustehende Förderung versagt. Sie wurden massiv in ihren Bildungsmöglichkeiten eingeschränkt. Die Spezialheime verletzten damit bewusst und gewollt das Recht von Kindern und Jugendlichen auf persönliche Freiheit und körperliche Integrität, auf Bildung und auf Menschenwürde.

Summary:

GDR protectories were designed to provide corrective upbringing for children and adolescents classified (more or less unspecifically) as »behaviourally abnormal«. This corrective upbringing was associated with deep-reaching manipulation of the personalities of these minors, interfering with them profoundly and without their consent (against their will) in their intentions, feelings, subjective experience, knowledge and value systems. The corrective programme required unconditional and unresisting adjustment to the officially prescribed educational aims of the state and took no account of the (justified) self-will, wishes or prior upbringing of its charges. With methods like isolation, iron discipline, collective drill and hard physical work, the protectories mirrored the political structures of the East German dictatorship in the everyday routines of these homes, thus preparing the inmates for their adult lives under the prevailing system. The youngsters in these institutions were not only denied the assistance and encouragement they were entitled to. They were actively restricted in their access to education. The protectories thus consciously and intentionally violated the right of children and adolescents to personal liberty, physical integrity, education and human dignity.

Résumé:

Trauma & Gewalt Jahrgang 07, Heft 02, Mai 2013
broschiert
ISSN: 1863-7167

Autoren in dieser Ausgabe

Christian Sachse, Martin Sack, Ruth Ebbinghaus, Philipp Mützel, Karsten Laudien, Claudia Kittel, Friederike Wapler, Gaudencia Mutema, Ruth Ebbinghaus,


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