Trauma & Gewalt

Heft 02 / Mai 2013

Heimkinder in der DDR

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Philipp Mützel

Die juristische Rehabilitierung von DDR-Heimkindern

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Zusammenfassung:

Für die Aufarbeitung des in SBZ und DDR geschehenen Unrechts hat der bundesdeutsche Gesetzgeber Wiedergutmachungsgesetze erlassen. Das Strafrechtliche Rehabilitierungsgesetz ermöglicht es ehemaligen Heimkindern, in einem Gerichtsverfahren die Anerkennung von Unrecht und die Aufhebung rechtsstaatswidriger Einweisungsverfügungen zu erreichen. Die erfolgreiche Rehabilitierung ist der Anknüpfungspunkt für den Anspruch auf soziale Ausgleichsleistungen, darunter die sog. Opferrente, die bei einer besonderen Bedürftigkeit des Betroffenen gewährt wird. Die Rehabilitierung ist aber nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Das Gesetz spricht etwa von der Rechtsstaatswidrigkeit der Einweisungsverfügung. Die Gerichte meinen, unzumutbare oder gar menschenrechtswidrige Bedingungen in den Heimen seien lediglich Folge einer Einweisungsverfügung und spielten daher für die Rehabilitierung grundsätzlich keine Rolle. Deshalb haben Rehabilitierungsanträge von Heimkindern in fast allen Fällen kaum Aussicht auf Erfolg. Diese einengende Sicht der Gerichte überzeugt indes nicht. Da die Zustände in den DDR-Heimen zumeist systematischer Natur waren, können sie nach zutreffender Auffassung im Rehabilitierungsverfahren nicht ausgeblendet werden.

Summary:

The Federal German legislature has enacted rehabilitation statutes designed to alleviate the injustice inflicted on former citizens of the German Soviet Zone and the German Democratic Republic (GDR). The criminal rehabilitation statute enables former inmates of GDR protectories to institute legal proceedings with a view to achieving recognition of the injustice done to them and annulment of the grounds for which they were wrongfully committed to these institutions. Official rehabilitation is the precondition for social compensation claims, including the so-called »victims’ pension« granted in particularly severe cases of penury. However, rehabilitation is only possible if a number of prerequisites are fulfilled. The relevant legislation refers to orders for committal to these institutions that are »contrary to the rule of law«. The courts are of the opinion that the conditions obtaining in the GDR protectories, however abysmal they may have been, were merely the consequences of such an order of committal and are thus irrelevant to the rehabilitation issue. Accordingly, applications for rehabilitation by former inmates of these institutions have little prospect of success. The author argues that this restrictive view is unconvincing. As the conditions prevailing in GDR protectories were mostly uniform and systematic, they cannot be justifiably left out of account in rehabilitation proceedings.

Résumé:

Trauma & Gewalt Jahrgang 07, Heft 02, Mai 2013
broschiert
ISSN: 1863-7167

Autoren in dieser Ausgabe

Christian Sachse, Martin Sack, Ruth Ebbinghaus, Philipp Mützel, Karsten Laudien, Claudia Kittel, Friederike Wapler, Gaudencia Mutema, Ruth Ebbinghaus,


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