Trauma & Gewalt

Heft 04 / November 2011

Kriegstraumatisierungen aus interdisziplinärer Sicht I

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Printausgabe vergriffen, Artikel als PDF erhältlich, siehe unten
Hubertus Adam, Fionna Klasen

Trauma und Versöhnung . Versöhnungsbereitschaft bei traumatisierten Flüchtlingskindern

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Zusammenfassung:

Ziel der vorliegenden Untersuchung war es, Häufigkeiten und Zusammenhänge zwischen traumatisierenden Erlebnissen, psychopathologischen Auffälligkeiten und Versöhnungsbereitschaft bei Flüchtlingskindern zu ermitteln. Die Stichprobe bestand aus 215 Flüchtlingskindern aus Afghanistan, Bosnien und dem Kosovo, die zwischen 9 und 20 Jahre alt waren (Mädchen= 41.4 %) und in Hamburg lebten. Mit Hilfe des selbstentwickelten Fragebogens zur Versöhnungsbereitschaft (engl.: Openness to Reconciliation Questionnaire; RECQ) wurden die vier Subskalen Rache, Vermeidung, Wohlwollen und Zukunftsorientierung erfasst. Ein Drittel der Flüchtlingskinder erfüllte die Kriterien für die Diagnose einer Depression, 14 % die für eine Posttraumatische Belastungsstörung und 11.2 % die für eine generalisierte Angststörung. Die wichtigsten Prädiktoren zur Vorhersage der psychopathologischen Auffälligkeiten waren das Alter der Kinder bei der Flucht, die Anzahl der traumatisierenden Erlebnisse und die Subskala Rache. Da Kinder und Jugendliche einen hohen Bevölkerungsanteil in Kriegs- und Krisenregionen stellen und im Heranwachsen für den Wiederaufbau von Nachkriegsgesellschaften eine bedeutende Rolle spielen, sollte ihnen in Zukunft mehr psychologische und psychiatrische Unterstützung zukommen.

Summary:

The aim of this study was to determine the frequency relationship and other connections existing in child refugees between traumatic experiences, psychopathological variables, and openness to reconciliation. The sample consisted of 215 child and adolescent refugees from Afghanistan, Bosnia, and Kosovo aged between 9 and 20 years (girls = 41.4 %) and currently living in Hamburg. The subscales revenge, avoidance, benevolence, and future orientation were measured with a self-developed »Openness to Reconciliation« questionnaire. One-third of the children satisfied the diagnostic criteria for depression, 14 % for post-traumatic stress disorder, and 11.2 % for generalized anxiety disorders. The most important predictors for the psychopathological variables were age at time of escape, number of traumatic experiences, and the revenge subscale. Children and adolescents represent a high proportion of the population in crisis regions, and they are important for the reconstruction of conflict-ridden societies. Accordingly, they should in future be given more psychological and psychiatric support.

Résumé:

Trauma & Gewalt Jahrgang 05, Heft 04, November 2011
broschiert
ISSN: 1863-7167

Autoren in dieser Ausgabe

Philipp Kuwert, Ingvill C. Mochmann, Wolfgang U. Eckart, Hannes Fricke, Elmar Brähler, Philipp Kuwert, Heide Glaesmer, Alexandra Reichmann-Radulescu, Christoph Muhtz, Tobias Glück, Brigitte Lueger-Schuster, Peter Ruggenthaler, Barbara Stelzl-Marx, Hubertus Adam, Fionna Klasen, Ingo Schäfer, Renate Jegodtka, Harald J. Freyberger, Peter Lutz Zimmermann, Andreas Gewandt, Gerd-Dieter Willmund, Jens T. Kowalski,


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