Trauma & Gewalt

Heft 04 / November 2015

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Martin Miertsch, Heide Glaesmer, Ingvill C. Mochmann, Marie Kaiser, Harald J. Freyberger, Jan Terock, Ketil J. Ødegaard, Philipp Kuwert

Norwegische »Wehrmachtskinder« . Psychosoziale Aspekte, Identitätsentwicklung und Stigmatisierung

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Zusammenfassung:

Am 09. April 1940 überfielen deutsche Truppen Norwegen. Neun Monate später kamen die ersten »Wehrmachtskinder« zur Welt. Im Laufe des Krieges wurden 12 Heime des »Lebensborn« (ein von der SS getragener Verein zur Erhöhung der Geburtenrate »arischer« Kinder) in Norwegen gegründet, so viele wie in keinem anderen durch das NS-Regime besetzten Land; darunter befand sich das erste außerhalb des damaligen Deutschen Reiches gelegene. In den Archiven des Lebensborn wurden knapp 8000 Kinder registriert. Schätzungen gehen davon aus, dass während der deutschen Okkupationszeit in Norwegen 10 000 bis 12 000 Kinder geboren wurden, deren Väter den deutschen Truppen angehörten und deren Mütter norwegische Staatsbürgerinnen waren. Die »Wehrmachtskinder« trugen ein doppeltes Stigma: Sie waren häufig unehelich geboren und waren durch die Beziehung mit dem Feind entstanden. Aus Zeitzeugnissen geht hervor, dass ihr soziales Umfeld sie diskriminierte und ausgrenzte; sie wurden verhöhnt und zum Teil körperlich und seelisch misshandelt. Auch von staatlicher Seite widerfuhren Ihnen unterschiedliche Repressalien.
Die geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächer haben die Umstände und Bedingungen der norwegischen »Wehrmachtskinder« bereits Ende des letzten Jahrhunderts als Forschungsgegenstand aufgegriffen. Die psychosozialen Fächer haben dieses Thema jedoch erst kürzlich begonnen zu bearbeiten. Im Rahmen des hier vorgestellten Forschungsvorhabens werden erstmalig mittels eines umfangreichen Fragebogens die psychosozialen Konsequenzen des Aufwachsens als »Wehrmachtskind« im Nachkriegsnorwegen erfasst. Das Projekt ist in eine bereits etablierte internationale und interdisziplinäre Forschungsstruktur zu den »Kinder[n] des Krieges« eingebunden (www.childrenbornofwar.org), wobei an den Universitäten Leipzig und Greifswald die psychosoziale Belastung von Besatzungskindern in Deutschland parallel untersucht wird. Eine Besonderheit der norwegischen Situation sind die umfangreichen Aktivitäten des »Lebensborn«, der während des Krieges für viele Wehrmachtskinder und deren Mütter eine wichtige Rolle spielte.

Summary:

Norwegian »Wehrmacht Children« – Psychosocial aspects, identity development, stigmatization
On 9 April 1940, German troops invaded Norway. Nine months later the first »Wehrmacht children« were born. In the course of the war, 13 »Lebensborn« homes were established in Norway, more than in any other country occupied by the Nazis and including the first ever of these homes to be set up outside the former German Reich. (The Lebensborn was an SS-initiated association dedicated to raising the number of »Aryan« births via extramarital relations between people living up to Nazi standards of health and racial purity). In the archives of the Lebensborn almost 8,000 children were registered. It is estimated that 10,000 to 12,000 children were born during the German occupation of Norway whose fathers belonged to the German troops and whose mothers were Norwegian nationals. »Wehrmacht children« labored under a dual stigma. They were (often) born out of wedlock and they were the fruit of relations with the enemy. Socially they were discriminated and marginalized. They were ridiculed and, in many cases, physically and mentally abused. These children also suffered a variety of reprisals from the state. Initial investigations of the biographies and careers of the »Wehrmacht children« in Norway date back to the end of the last century, most of them undertaken by scholars working in the humanities and the social sciences. Recently, the psychosocial sciences have also taken up this issue. The research project discussed here is the first to investigate the psychosocial consequences of growing up as a »Wehrmacht child« in post-war Norway. The project is part of an established international and interdisciplinary research network named »Children Born of War« (www.childrenbornofwar.org). The Universities of Leipzig and Greifswald have conducted a parallel study on occupation-born German children after WWII. A special feature of the Norwegian situation is the extensive activity of the »Lebensborn«, which played an important role for many »Wehrmacht children« and their mothers during the war.

Résumé:

Trauma & Gewalt Jahrgang 09, Heft 04, November 2015
broschiert
ISSN: 1863-7167

Autoren in dieser Ausgabe

Günter H. Seidler, Wolfgang U. Eckart, Günter H. Seidler, Philipp Kuwert, Harald J. Freyberger, Henning V. Orlowski, Thomas Klauer, Philipp Kuwert, Heide Glaesmer, Marie Kaiser, Anna-Lena Aßmann, Georg Schomerus, Harald J. Freyberger, Philipp Kuwert, Ingvill C. Mochmann, Heide Glaesmer, Marie Kaiser, Martin Miertsch, Jan Terock, Ketil J. Ødegaard, Inge Bennewitz, Jan Kizilhan, Ramazan Salman, Peter Heinz, Franz Pfitzer, Dominik Rabah-Hollender,


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