Karl Heinz Bohrer

Karl Heinz Bohrer, geboren 1932, Professor für Neuere deutsche Literaturgeschichte an der Universität Bielefeld, seit 1984 Herausgeber des MERKUR.Veröffentlichungen: Die gefährdete Phantasie (1970), Die Ästhetik des Schreckens (1978), Ein bißchen Lust am Untergang (1979), Plötzlichkeit (1981), Der ...

  • MERKUR / 2010 / 05

    Agonales Denken

    Die beiden großen philosophiegeschichtlichen Werke Kurt Flaschs setzen charakteristischerweise an die Stelle von Philosophie den Begriff »Denken«: Augustin. Einführung in sein Denken (1980) und Das philosophische Denken im Mittelalter (1986). Das ist nicht selbstverständlich! Durchweg alle ...
  • MERKUR / 2011 / 12

    Ästhetik und Politik

    Die ästhetischen achtziger Jahre Als ich Kurt Scheel auf seine Frage, was ich denn vorhätte, antwortete: »Musil«, reagierte er trocken. Vielleicht erbleichte er auch ob der irgendwie mystisch klingenden Antwort. Das war bei unserem ersten Treffen, ein Jahr bevor ich 1984 die Herausgeberschaft ...
  • MERKUR / 2011 / 09

    Der Mut zur Wahrheit: Hamlet

    Hamlet - der Außenseiter. Diese Identifikation ist buchstäblich wahr. Hamlet steht und sitzt immer am Rande der Gesellschaft, deren Prinz er ist. Er sitzt am Rande des Hofkreises. Und er geht außerhalb des Hofkreises. Wenn er nicht mit seinem Freund Horatio spricht, steht und geht Hamlet alleine, ...
  • MERKUR / 2011 / 02

    Der Skandal einer Imagination des Bösen

    Jonathan Littells Roman Les Bienveillantes provozierte, als er in Frankreich 2006 und in deutscher Übersetzung 2007 erschien, extreme Reaktionen, die wiederum selbst extrem widersprüchlich waren: Je stärker sie unter einer analytisch-literaturwissenschaftlichen Perspektive formuliert wurden, umso ...
  • MERKUR / 1998 / 09

    Hat die Postmoderne den historischen Ironieverlust der Moderne aufgeholt?

    I Walter Benjamin, als Kulturdiagnostiker konkreter als Adorno, unbefangener als Max Weber, hat den Zustand seiner Zeitgenossen nach dem Ersten Weltkrieg über ihr Verhältnis zur Ironie beschrieben: »Das europäischste aller Güter, jene mehr oder minder deutliche Ironie, mit der das Leben des ...
  • MERKUR / 2002 / 09

    Individualismus, Realismus, Freiheitlichkeit

    Witz und Humor, so sei dem um kulturellen Ausgleich Besorgten sofort zugestanden, gibt es überall. Sogar die Deutschen haben ihren saftigen oder abgründigen Witz, auch wenn man von ihrer nördlichen Spezies sagt, daß sie zum Lachen in den Keller gehe. Und diejenigen, von denen hier die Rede sein soll ...
  • MERKUR / 2011 / 04

    Ist Kunst Illusion?

    Die Frage klingt überaltert, fast archaisch: Sie ist es aber nicht. Platon hatte erklärt, die Dichter würden lügen, notwendigerweise, denn sie entstellten die Wahrheit um der literarischen Effekte willen. Und die Künstler seien ohnehin buchstäblich drittklassig, denn was sie abbildeten sei schon die ...
  • MERKUR / 2007 / 08

    Kein Wille zur Macht

    Als im Frühjahr eine Gruppe englischer Seeleute von der iranischen Marine in national unbestimmten Gewässern aufgebracht wurde, legten diese ein bis dahin in der Royal Navy nicht gekanntes Verhalten an den Tag: Zum einen leisteten sie keinen Widerstand gegen die Überzahl der Angreifer. Zum anderen ...
  • MERKUR / 2018 / 10

    Kurt Scheel, eine Erinnerung

    MARGINALIEN Kurt Scheel, eine Erinnerung Von Karl Heinz Bohrer Er war im Leben und Tod einer der mir fremdesten Menschen, die ich kenne und gekannt habe. Oder sollte ich sagen: einer der ungewöhnlichsten? Als wir uns zum ersten Mal trafen, um herauszufinden, ob wir zusammen den Merkur machen ...
  • MERKUR / 2011 / 11

    Ovids Grausamkeit

    Was war die bildungsbürgerliche Erinnerung an Ovids Metamorphosen, die nicht zum schwersten Pensum des alten Lateinunterrichts gehörten? Wahrscheinlich doch die rührende Geschichte von Pyramus und Thisbe im vierten Buch der Verwandlungen, deren berühmteste Strophe, das unglückliche Liebespaar ...
  • MERKUR / 2011 / 08

    Projekt Kleinstaat

    Ein syrischer Intellektueller, im Frühjahr von der Journalistin einer großen deutschen Tageszeitung nach der europäischen Reaktion auf die arabischen Aufstände gefragt, hatte nichts als Lob und Dankbarkeit für die militärische und politische Unterstützung. Er nahm ausdrücklich, und das war absehbar, ...
  • MERKUR / 2009 / 09

    Ritus und Geste

    Spricht man über das Heroische im amerikanischen Western, dann bezieht man sich nicht auf Realitäten, auch nicht auf abgebildete, sondern auf imaginative Konstrukte, auf Phantasmen. Das ist offensichtlich so. Aber dann ergibt sich, dass theoretisch mehr auf dem Spiel steht: Könnte es sein, dass auch ...
  • MERKUR / 2009 / 11

    Was kann Kritik sein am Ende der Kulturkritik?

    Der Begriff »rettende« Kritik ist bekanntlich von Jürgen Habermas als alternative Kategorie zum Begriff »bewusstmachende« Kritik gewählt worden. Und zwar als negative Charakteristik des emphatisch-konservativen Versuchs Walter Benjamins, die Erfahrung des auratischen Scheins der Kunst noch einmal ...
  • MERKUR / 2010 / 07

    Welche Macht hat die Philosophie heute noch?

    Wem ist es nicht schon passiert, dass ihm ein akademischer Gesprächspartner gesagt hätte: »Ich lese zum gedanklichen Gewinn eigentlich keine zeitgenössischen Philosophen, sondern intelligente Schriftsteller«? Gewiss, ein solcher Satz war auch schon in den zwanziger und dreißiger Jahren des vorigen ...
  • MERKUR / 2010 / 02

    »Deutscher Geist« als Sekte

    Es erübrigt sich, über Ulrich Raulffs zu Recht gepriesenes Buch Kreis ohne Meister zu Stefan Georges Nachwirkung im kulturellen Milieu der ersten und zweiten Nachkriegszeit etwas Referatähnliches hinzuzufügen. Ulrich Raulff, Kreis ohne Meister. Stefan Georges Nachleben. München: Beck 2009. Dieses ...
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