Als sie über den Tisch kletterte

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An einer Universität irgendwo in Amerika schlägt der Versuch fehl, den Urknall zu reproduzieren, statt dessen bleibt über dem Experimentiertisch ein undefinierbares Nichts zurück. Das von den Wissenschaftlern liebevoll auf den Namen "Leck" getaufte Vakuum entwickelt überraschend selektive Fähigkeiten: So verschluckt es in den folgenden Untersuchungen teilnahmslos Granatäpfel, Sockenpaare und Pistazieneis, verschmäht aber beispielsweise hartgekochte Eier.

Für die Leiterin des Projekts, Alice Coombs, macht diese selektive Wahrnehmung Leck zu einer unwiderstehlichen Persönlichkeit. Sie verliebt sich in das ungewisse Etwas und riskiert ihre Beziehung zu dem Universitätsprofessor Philip Engstrand. Als es schließlich sogar so weit kommt, daß Alice aus der gemeinsamen Wohnung auszieht, um Tag und Nacht bei ihrer neuen Liebe im Labor zu verbringen, befindet sich Philip in einer sowohl peinlichen als auch scheinbar ausweglosen Situation: Was kann ein normaler Mann diesem nichtexistenten, körperlosen Rivalen entgegensetzen?

In der grotesken Lovestory »Als sie über den Tisch kletterte« beleuchtet Jonathan Lethem die komischen und kosmischen Aspekte der Liebe. Die Sprache der Physik wird zur Sprache der Liebenden, der Leser selbst gerät bei der Lektüre gewissermaßen in den Sog des schwarzen Loches: das "Leck" im Buch verschlingt auch ihn.

Leseprobe
Am darauffolgenden Tag wurden die Mikrodetektoren entfernt und die Protonenkanone fortgeschafft. An ihrer Stelle wurde ein kleiner Experimentiertisch unter Lecks Teilchengrenzbereich gefahren. Ansonsten blieb Leck unverhüllt. Alice schickte alle Zuschauer aus dem Raum, schloß die Zugangstüren und begann mit dem Experiment, mit dem sie in die Annalen der Physik eingehen würde.
ls erstes kam eine Büroklammer, glaube ich. Bloß ein gebogenes Stück Draht. Sie ließ es über den Tisch gleiten, wobei sie ihre Hand erst kurz vor dem angezeichneten Grenzbereich von Leck zurückzog. Die Büroklammer glitt über den Tisch, durch Leck hindurch und fiel auf der anderen Seite zu Boden.
Alice hob die Büroklammer auf und versuchte es erneut. Wieder fiel sie am anderen Ende des Tisches zu Boden. Sie durchsuchte ihre Tasche, fischte einen Dime heraus. Die Münze glitt hindurch und fiel. Das gleiche mit einem Penny, und ebenso mit einem Kugelschreiber. Alice leerte ihre Taschen und häufte den Inhalt auf ihrer Seite des Tisches auf, aber alle Gegenstände rasselten auf den Laborboden, Annahme verweigert.
Alice stand auf und sammelte ihre Besitztümer ein. Etwas fehlte. Sie suchte den Boden ab, sie klopfte sich selber ab, füllte ihre Taschen wieder, erstellte ein Inventar. Nirgendwo zu finden.
Leck hatte den Schlüssel zu unserem Apartment verschlungen ...
»Was in dem Roman vordergründig als sehr skurril erscheint, wird zu einer philosophischen Auseinandersetzung um Sichtweisen und Perspektiven.«
Süddeutsche Zeitung, 09.12.2002

»Jonathan Lethem inszeniert in seinem Roman einen sehr schrägen Kampf Mann gegen schwarzes Loch.«
Stern, 16.01.2003

»Jonathan Lethem schleust das naturwissenschaftliche Vokabular in die Beschreibung großer und alltäglicher Gefühle, wechselt mit humorvoll ironischer Distanz zwischen Teilchenbeschleunigung, Hormonen und Liebesbedürfnis.«
Annett Busch, Stadtrevue, 12/2002

»Was der heilige Franz dereinst für Bruder Wolf und Schwester Heuschrecke leistete, hat der Autor für den ganzen Kosmos mit all seinen Schwarzen Löchern, Neutrinos, Quarks und eben Lecks getan.«
Dodo von Eulenburg, Stuttgarter Nachrichten, 08.10.2002

»Zu abstrus und in seiner Abstrusität zu irrsinnig komisch ist dieser Roman, als dass man ihn nicht mögen kann.«
Applaus, 2/2003

»Lethem geht sein Thema mit Phantasie, Charme und Leichtigkeit an.«
Angela Schader, Neue Zürcher Zeitung, 06.02.2003

»Skurril-witzige Liebesgeschichte des Amerikaners Jonathan Lethem.«
Tomorrow, 01/2003

»Jonathan Lethem konstruiert eine solch abstruse Geschichte, dass man ihm den Titel ´König des Aberwitzes` verleihen möchte.«
Harburger Anzeigen und Nachrichten, 08.01.2003

»Als sie über den Tisch kletterte ist eine spannende, mit Augenzwinkern geschriebene Satire auf den Wissenschaftsbetrieb, die bei aller Ironie auch der Liebe ihren Platz einräumt.«
Monika Reif-Huelser, Südkurier Kultur, 21.01.2003
Tropen Roman Aus dem Amerikanischen von Michael Zöllner
256 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-50056-1
autor_portrait
John Lucas

Jonathan Lethem

Jonathan Lethem, geboren 1964 in New York, ist Autor zahlreicher Romane, darunter die New-York- Romane »Die Festung der Einsamkeit«, »Chronic City«...

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