Die gebogenen Planken

Gedichte
Buchdeckel „978-3-608-93657-5
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»Das Leben wird enden,
das Leben bleibt.
Dem gleich spielt das Kind
Unter allzuviel Träumen.«
(Die gebogenen Planken)

»Poesie ist die Erfahrung dessen, was die Wörter überschreitet«, hat Yves Bonnefoy einmal in einer berühmt gewordenen Wendung gesagt. Damit ist das Flüchtige, schwer Faßbare umrissen, das dieser Lyrik eignet - denn damit wird die Lyrik in ein unauflösliches Spannungsverhältnis zu sich selbst gebracht. Bonnefoys Lyrik wurde eine Schule des Sehens genannt, konzentriert auf die einfachen Dinge, die kostbare Momente reiner Präsenz hervorbringt.

In diesem späten und bisher letzten Gedichtband treten liedhafte Strophen, Meditationen und rhapsodische Erörterungen zu Zyklen zusammen, in denen sich der Dichter erinnert, in denen er wiederaufgreift und so mit der eigenen Dichtung in einen Dialog tritt.

Inhaltsverzeichnis



Leseprobe
  Les rainettes, le soir

I

Rauques étaient les voix
Des rainettes le soir,
Là où l'eau du bassin, coulant sans bruit,
Brillait dans l'herbe.

Et rouge était le ciel
Dans les verres vides,
Tout un fleuve la lune
Sur la table terrestre.

Prenaient ou non nos mains.
La même abondance.
Ouverts ou clos nos yeux,
La même lumière.

II

Ils s'attardaient, le soir,
Sur la terrasse
D'où partaient les chemins, de sable clair,
Du ciel sans nombre.

Et si nue devant eux
Était l'étoile,
Si proche était ce sein
Du besoin des lèvres

Qu'ils se persuadaient
Que mourir est simple,
Branche écartée pour l'or
De la figue mûre. Die Laubfrösche, abends

I

Rauh waren die Stimmen
der Laubfrösche abends,
da, wo das Wasser des Beckens, lautlos fließend,
im Grase schimmerte.

Und rot war der Himmel
in den leeren Gläsern,
breithin ergossen über den Tisch
der Erde hin ein Fluß: der Mond.

Ergriffen sie oder nicht, unsere Hände,
der gleiche Überfluß.
Offen oder geschlossen unsere Augen,
das gleiche Licht.

II

Spät noch verweilten sie, abends,
auf der Terrasse,
wo, hellen Sandes, zahllos
himmlische Wege sich verteilten.

Und so nackt vor ihnen
war das Gestirn,
so nah war diese Brust
dem Bedürfnis der Lippen,

daß Sterben ihnen
ein Leichtes schien,
ein Zweig, beiseitgeschoben
um des Goldes der reifen Feige willen.    
Klett-Cotta Gedichte Französisch und deutsch, aus dem Französischen und mit einem Nachwort von Friedhelm Kemp gebunden mit Schutzumschlag, 2004 (Orig.: Les Planches Courbes, Mercure de France, Paris 2001)
232 Seiten,
ISBN: 978-3-608-93657-5

Yves Bonnefoy

Yves Bonnefoy wurde 1923 in Tours geboren. Er studierte Mathematik und Philosophie in Tours, Poitiers und Paris, wohin er 1944 ging und wo er sich den ...

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