Motherless Brooklyn

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Das Waisenhaus St. Vincents, in Brooklyn, frühe siebziger Jahre. Für Lionel Essrog, der am Tourette-Syndrom leidet (dessen Symptome u.a. darin bestehen Unsinn zu reden, alles und jeden in Reichweite zu berühren und umherliegende Gegenstände neu zu arrangieren), ist Frank Minna so etwas wie ein Erlöser. Der im ganzen Viertel beliebte Ganove taucht eines Tages auf und nimmt Lionel und drei weitere Jungs mit auf seine mysteriösen Jobs quer durch Brooklyn. Aus den vier Waisen werden so die Minna Men, die von Detektei- bis Fahrdiensten alles anbieten. Ihre Tage und Nächte drehen sich um Frank, den Prinzen von Brooklyn, der mit großer Klappe durchs Leben eilt. Dann kommt die furchtbare Nacht, in der Frank niedergestochen wird und Lionel auf sich selbst gestellt ist. Auf der Suche nach Franks Mörder verstrickt er sich tiefer und tiefer in Brooklyns Unterwelt und versucht sich in den Verflechtungen aus Drohungen und Gefälligkeiten zurechtzufinden, die die geheimen und unüberschaubaren Gesetze dieses Viertels ausmachen. Seine Tourette-Anfälle machen ihn dabei zu einem Sonderling, der aber herausfindet, daß niemand ist, was er zu sein schien: weder Frank, noch seine verbitterte Frau Julia, nicht einmal die Minna Men. In Motherless Brooklyn finden sich messerscharfe Dialoge, durchtriebener Sprachwitz und die Komplexität des Plots Seite an Seite mit einer Charakterisierung Brooklyns. Und so wird dieses Viertel mit seiner ureigenen Sprache und Lebensart, seiner Mischung aus aggressiver Pose und Sentimentalität, selbst zu einer Hauptfigur der Geschichte.

Leseprobe
Kontext ist das A und O. Verkleidet mich und ihr werdet sehen. Ich bin Jahrmarktschreier, Auktionator, Straßenkünstler, Wortverdreher, ein Abgeordneter trunken vom vielen Reden. Ich habe Tourette. Mein Mundwerk ist nicht zu zügeln, auch wenn ich meist nur flüstere oder die Lippen bewege, als würde ich laut lesen, mein Adamsapfel tanzt auf und ab, die Kiefermuskulatur pocht wie ein Miniaturherz unter meinen Wangen, der unterdrückten Stimme entfliehen die Worte tonlos, reine Geister ihrerselbst, leere Hülsen ohne Laut und Atem. In abgeschwächter Form fließen die Wörter aus dem Füllhorn meines Geistes, um über die Erdoberfläche zu jagen und die Realität zu kitzeln wie die Hände des Pianisten die Klaviatur. Streichelnd, fordernd. Eine unsichtbare Armee auf Friedensmission, eine friedfertige Horde. Sie meinen es nicht böse. Sie besänftigen, erklären, massieren. An allen Enden bügeln sie Fehler aus, streichen Haare zurück, bringen Dinge in die Reihe, treten den Rasen wieder fest. Zählen und polieren das Silber. Tätscheln älteren Damen sanft den Hintern, entlocken so ein Kichern. Wenn aber - und hier kommt der Haken - alles zu perfekt ist, wenn die Oberfläche schon poliert, alles bereits in der Reihe, die älteren Damen selbstgefällig, dann rebelliert meine kleine Armee, plündert die Läden. Die Wirklichkeit benötigt hier und da einen Makel, der Teppich eine Fluse. Meine Worte beginnen nervös am Garn zu zupfen, suchen nach Angriffsfläche, einem schwachen Punkt, einem verwundbaren Ohr. Dann geht er los, der Zwang in der Kirche zu schreien, in der Kinderstation, dem überfüllten Kinosaal. Zunächst ist es nur ein Kitzeln. Phasenweise. Aber schon bald ist das Kitzeln eine Flutwelle hinter einem berstenden Damm. Noahs Sintflut. Dieses Kitzeln ist mein ganzes Leben. Jetzt geht es los. Haltet euch die Ohren zu. Baut euch eine Arche. »Leck mich!« schreie ich.
»Durch die Brille des Ich-Erzählers Lionel, und damit auch für den Leser, ist das Tourette-Syndrom gar nicht das Thema, ist vielmehr eine Selbstverständlichkeit.«
lrike Abel-Wanek, Pharmazeutische Zeitung, 08/2002
 
»Lethem ist mit seinem Roman dreierlei gelungen: eine spannende Handlung, die viel über die Menschen und das Leben in Brooklyn verrät, und durch die Innenperspektive Lionels ein Leben mit dem Tourette-Syndrom erfahrbar macht.«  Schikaneder, Juli/2002
 
»Ein Krimi ohne Happy End, der durchtrieben von Sprachwitz, Intelligenz und Spannung seiner Gattung alle Ehre macht.«  Tiroler Tageszeitung, 13.07.2002
 
»'Motherless Brooklyn' liefert das einfühlsame Porträt der Tourette-Krankheit.« 
Stuttgarter Zeitung, 04.01.2002
 
»Das Buch ist umwerfend komisch.«
Fit for Flirt, 04/2002
 
»Nun heißt es im Buchregal Platz schaffen.«
Reinhard Helling, Münchner Abendzeitung, 19.03.2002
 
»Es ist ein hochkomischer Großstadtroman, aufgrund der ständigen Wortspiele ein gewitzter Sprachkosmos, der die eigene Fantasie beflügelt.«
Martin Gaiser, Textkritik.de, 03/2002
 
»Geschickt jongliert Lethem mit populären Genres, unterhält mit temporeichen Dialogen und verführt mit elegantem Sprachwitz.« Aktion Mensch, 02/2002
 
»Die Verfolgungsjagd quer durch New York gehört zu den schönsten, die ich je gelesen habe.«
Lucia Geis, Klenkes, 02/2002

»Lethem zieht den Leser so gekonnt in die Gedanken- und Sprachwelt Lionels, daß man selbst nicht anders kann als Orte zu abzuwandern, Ränder abzuwarten...«
Wiener, 01/2002
 
»'Motherless Brooklyn' ist ein Paradebeispiel des Krimigenres, bei dem Atmosphäre mehr zählt als Geschwindigkeit.«
Udo Horstmann, uncle sally´s, 02/2002
 
»New-York-Roman und Noir-Krimi, auch ein raffiniertes Spiel mit der Sprache- all das zusammen ist das entdeckenswerte Buch 'Motherless Brooklyn'.«
Martin Gaiser, Südwest Presse, 11.02.2002
 
»'Motherless Brooklyn' ist alles Mögliche: Krimi, Stadtviertelgeschichte, Liebesgeschichte, Waisen-Adoleszenz-Roman, eine Parodie auf buddhistisch angehauchten Großstadt-Spiritualismus und Sinngesuche, Witze-Fundus, Kain-und-Abel-Parabel.«
Annett Busch, StadtRevue Köln, 01/2002
 
»Abstruse Story, die aber so spannend geschrieben ist, daß man das Buch einfach nicht beiseite legen kann.«
Adam, 11/2001
 
»Jonathan Lethem bricht mit fast surrealistischen Bildern aus der Form des klassischen Kriminalromans aus.«
Journal Frankfurt, 26.10.2001
 
»In Motherless Brooklyn finden sich messerscharfe Dialoge, durchtriebener Sprachwitz und die Komplexität des Plots Seite an Seite mit einer Charakterisierung Brooklyns.« Der Ulmer, 09/2001
 
»Kaufen Sie dieses Buch, Scheiße noch mal!«
Günther Eisenhuber, Asfalter 56
Tropen Roman, aus dem Amerikanischen von Michael Zöllner
376 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-50048-6
autor_portrait
John Lucas

Jonathan Lethem

Jonathan Lethem, geboren 1964 in New York, ist Autor zahlreicher Romane, darunter die New-York- Romane »Die Festung der Einsamkeit«, »Chronic City«...

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