Das Jahr der Seele

Buchdeckel „978-3-608-95486-9
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»Komm in den totgesagten park und schau:
Der schimmer ferner lächelnder gestade ·
Der reinen wolken unverhofftes blau
Erhellt die weiher und die bunten pfade.«

Mit Stefan Georges wohl bekanntestem Gedicht eröffnet das »Jahr der Seele«, das Hofmannsthal bewunderte und welches bis heute vielfach rezipiert wird.

»Es ist schön. Es atmet den Herbst. Obwohl es kühn ist, zu sagen, ›der reinen Wolken unverhofftes Blau‹, da diese Buchten von sehnsuchterregendem sommerhaften Blau ja zwischen den Wolken sind. Aber freilich nur an den Rändern reiner Wolken. Nirgends sonst auf dem ganzen verschlissenen rauhen Gefilde des herbstlichen Himmels. Goethe hätte dies ›reiner Wolken‹ geliebt. Und ›unverhofftes Blau‹ ist tadellos. Es ist schön. Ja, es ist der Herbst.«
Hugo von Hofmannsthal, Das Gespräch über Gedichte

Das »Jahr der Seele« ist eines der bekanntesten Gedichtbücher deutscher Sprache. Es ist ein Jahreszeitenzyklus, der mit dem Herbst beginnt und den Frühling auslässt. George selbst glaubte, dass dieser Gedichtband dem Lyrikverständnis des Bürgers noch am nächsten komme.


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Leseprobe
»Komm in den totgesagten park und schau...«

Komm in den totgesagten park und schau:
Der schimmer ferner lächelnder gestade ·
Der reinen wolken unverhofftes blau
Erhellt die weiher und die bunten pfade.

Dort nimm das tiefe gelb · das weiche grau
Von birken und von buchs · der wind ist lau ·
Die späten rosen welkten noch nicht ganz ·
Erlese küsse sie und flicht den kranz ·

Vergiss auch diese lezten astern nicht ·
Den purpur um die ranken wilder reben
Und auch was übrig blieb von grünem leben
Verwinde leicht im herbstlichen gesicht.



BLUMEN

In märzentagen streuten wir die samen
Wann unser herz noch einmal heftig litt
An wehen die vom toten jahre kamen
Am lezten kampf den eis und sonne stritt.

An schlanken stäbchen wollten wir sie ziehen ·
Wir suchten ihnen reinen wasserquell ·
Wir wussten dass sie unterm licht gediehen
Und unter blicken liebevoll und hell.

Mit frohem fleisse wurden sie begossen ·
Wir schauten zu den wolken forschend bang
Zusammen auf und harrten unverdrossen
Ob sich ein blatt entrollt ein trieb entsprang.

Wir haben in dem garten sie gepflückt
Und an den nachbarlichen weingeländen ·
Wir wandelten vom glanz der nacht entzückt
Und trugen sie in unsren kinderhänden.
Klett-Cotta Reihe: Cotta's Bibliothek der Moderne 59
1. Aufl. 1987, 113 Seiten, Gebunden
ISBN: 978-3-608-95486-9
autor_portrait

Stefan George

Stefan George, 1868 im hessischen Büdesheim als Sohn eines wohlhabenden Gastwirts geboren, wohnte ab 1873 in Bingen. Nach dem Abitur reiste er ...

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