Konzentrative Bewegungstherapie in der Praxis

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DAS Praxisbuch zur KBT

Körpertherapien verfügen über heilendes Potenzial, weil sie Patienten mit ihren frühesten Erfahrungen in Kontakt bringen. Das Praxislehrbuch zur Konzentrativen Bewegungstherapie führt in die Grundlagen des Verfahrens ein und zeigt an vielen Beispielen die konkrete Anwendung.

Die »Konzentrative Bewegungstherapie « (KBT) wird sowohl in Gruppen- als auch in Einzelpsychotherapie angewendet. Sie basiert auf der Annahme eines »Körpergedächtnisses «, das frühe, vorsprachliche Erfahrungen speichert und, im Falle schwer verarbeitbarer oder traumatischer Erlebnisse, körperliche Spuren in Form von Krankheiten hinterlässt. Über den Weg der bewussten Körperwahrnehmung im Hier und Jetzt können frühe Erfahrungen wieder zugänglich werden, Krankheitssymptome lassen sich positiv beeinflussen. Die aktuellen Ergebnisse der Hirnforschung haben diese Zusammenhänge eindrucksvoll bestätigt.

Nun liegt das Praxislehrbuch der KBT wieder vor - in aktualisierter und erweiterter Form. Für Psychotherapeuten und Ärzte, die das Verfahren der KBT erlernen, ist dieses anwendungsbezogene Basisbuch ein unverzichtbares Arbeitsmittel.

KBT Die Konzentrative Bewegungstherapie bezieht sich als körperorientiertes Verfahren auf tiefenpsychologischer Basis besonders auf
- das Körperbild in Bezug auf die individuelle Lern- und Lebensgeschichte
- die motorisch-emotionale Bewegung (liegen, stehen, gehen) als tiefenpsychologisch deutbare Körpersprache
- die Beschäftigung mit frühen, körperlich gespeicherten Erfahrungen.

Inhaltsverzeichnis

Vorwort zur 4. Auflage
Einführung (Eckart Wiesenhütter)
Anwendungsgebiete
Wissenschaftliche Grundlagen
Weiterführende Ansätze
Grundlegende Erfahrungen
Platz und »Lebensplatz«
Platzwahl
Erfahrung der Grenzen
Bedeutung der Lage
Leiblichkeit und Lebenslage
Der Boden als tragender Grund
Vom Liegen zum Stehen
In den Tag hineinwachsen
Wahrnehmung verschiedener Impulse
Aufrichtung und Stimmungslage
Wahrnehmung der Wirbelsäule
Erspüren des Rückens
Arbeit an der Wirbelsäule
Sitzen und Besitzen
Wahrnehmung des Beckengrundes
Bewusstmachen der Sitzweise
Stand und Stehvermögen
Bedeutung der Basis
Entdecken der Füße
Bewusstmachen des Standes
Wahrnehmung der Knie
Wirkung der Schwerkraft
Gehen und Ergehen
In Gang kommen
Der erste Schritt
Wahrnehmen von Blockaden
Raum und Lebensräume
Bewegliche Grenzen
Aus-bewegen des Raumes
Erleben des Raumes
Wahl des Raumes
Vom Innen- zum Außenraum
Erfahrungen über die Gelenke
Erfahrungen über den Atem
Erfahrungen über Objekte
Weitere Arbeitssituationen
Konzentration auf den Innenraum
Wahrnehmen der Zeit
Anfangen und Beenden von KBT-Einzeltherapien
Werkzeuge
Bedeutung des Objektes
Bälle und Kugeln
Gegenstand und Gegenständliches
Qualitätserfahrung
Wahrnehmen über die Hände
Beleben einer Körperregion
Symbolisierung
Ball und Kugel als intermediäre Objekte
Dialog über den Ball
Umgang mit der Kugel
Stäbe
Erfahrungen mit Stäben
Ins Gleichgewicht kommen
Platz in der Gruppe
Seile
Das Seil als verbindendes Element
Beziehungsklärung
Bezug zur Gruppe
Die »richtige Einstellung«
Decken
Über-decken und Ent-decken
Erfahrungen beim Zu- und Aufdecken
Kontaktförderung durch das »Vermeidungskonzept«
Der markierte Platz
Umgang mit dem Spielraum
Modell des Lebensraumes
Sandsäcke
Verdeutlichung des Gewichtes
Umgang mit der Bürde
Steine
Beziehungsklärung
Thematische Schwerpunkte
Zum Umgang mit Störungen
Geben und Nehmen
Wahrnehmung und Handlung
Neue Verhaltensweisen
Öffnen und Schließen
Mobilisieren von Energien
Verstehen der Körpersprache
Wachsen des Erlebnisbereiches
Erschließen des Gefühlsbereiches
Bewegung zwischen Vorder- und Rückseite
Körperreaktionen auf Stimmungen
Arbeit am Kopfbereich
Nähe und Distanz
Arbeit an der »Nähe-Lücke«
Wichtige Aspekte der Körperarbeit
Etablierung neuer Erfahrungen
Beim Anderen ankommen
Aggression und Hemmung
Die verlorene Aggression
Wahrnehmen der eigenen Handlungsweise
Einüben gerichteter Bewegung
Verkörperte Gefühle
Abwehrgesten
Das Wörtchen »nein«
»Was hat dich geärgert?«
Hingabe und Widerstand
Erkennen des Widerstandes
Arbeit am Widerstand
Abhängigkeit
Kraftentfaltung
Qualität des Widerstandes
Sensibilisierung der Sinne
Sehen
Hören
Schmecken
Riechen
Tasten
Die Sprache in der KBT
Sprache und Körperempfindung
Wirkung auf die Sinnesbereiche
Sprachform
Vorgehensweise
Gesprächsführung
Standortbestimmung
Bedeutung der Übersetzungsarbeit
Das gelenkte Gespräch
Verstärkung des Erfahrungswertes
Leitfaden
KBT und die Entwicklung der Persönlichkeit
Anmerkungen zur Methodik
Hinweise zur Weiterbildung in Konzentrativer Bewegungstherapie
Literatur

Leseprobe

Grundlegende Erfahrungen
Die Vorgehensweise der Konzentrativen Bewegungs therapie wird bestimmt durch den Weg vom Wahr nehmen zum Vergleichen, Erproben, Wählen, Entscheiden, Verändern und Handeln:
Platz, Lage, Stand, Gang, Raum und Zeit werden erobert und wirken auf den Organismus.
Ziel ist, das Da-Sein im Hier und Jetzt bewusst zu erleben und durch Wahr nehmung und Bewegung das jeweils Eigene zu finden.
Platz und »Lebensplatz«
Eine Frage, die uns im Leben dauernd be schäf tigt, ist die nach dem eigenen Stand ort, dem eigenen Platz, ob es der richtige oder falsche ist, ein selbst gewählter oder zugewiesener, ob man sich eingeengt oder frei fühlt, einen Platz im Licht oder im Schatten hat. Der Platzwahl wird deshalb ein hoher Stellenwert beigemessen, weil unsere Erlebnisfähigkeit und Handlungsbereitschaft von ihr abhängen. Am »falschen Platz« zu sein bedeutet, einem Geschehen Aufmerksamkeit zu schenken, das der jeweiligen Situation inadäquat ist. Wenn ich nicht da stehe, wo ich hingehöre, bin ich »fehl am Platze«.
Platzwahl
Gruppenteilnehmer vermitteln mit ihrer spontanen Platzierung eine erste Aussage über sich. Es ist leichter, sich in eine vorgegebene Sitzordnung einzufügen, beispielsweise einen Stuhlkreis, als sich in einem freien Raum einen Sitzplatz zu wählen. Randplätze und Ecken sind im Allgemeinen aufgrund der Nähe schützender Wände beliebter als Plätze in der Mitte eines Raumes. Je nach Bedürfnis wird Nähe oder Distanz zu den anderen gesucht.
Messe ich als Gruppenleiterin der unbewussten Mitteilung, die der selbst gewählte Platz aussendet, Bedeutung bei, sehe ich mich verschiedenen Einstiegsmöglichkeiten gegenüber. Ob ich die Teilnehmer im Raum verteilt vorfinde, ob sie in einem Kreis formiert sind oder aufgereiht auf einer Bank sitzen: Sie lassen die ersten »Gesetze« erkennen, die sich diese Gruppe gibt.
Anfangs ist es den Patienten noch »egal«, wo sie sich hinsetzen. Erst die Erfahrung, dass verschiedene Plätze unterschiedlich erlebt werden, lässt die Bedeutung der jeweiligen Platzierung bewusst werden.
Angebot Fragen des Gruppenleiters, was die Teilnehmer dazu veranlasst hat, sich gerade diesen Platz zu wählen und wie sie sich dort fühlen, leiten einen ersten Bewusstseinsakt bezüglich der Wahl ein. Vielleicht wird deutlich, dass sie sich einen Platz gewählt haben, der sie einengt und so ihr Unbehagen ausdrückt, das sie in dieser Situation empfinden.
»Was ist Ihnen auf dem Platz möglich? - Können Sie ausprobieren, ob Sie auf dem gleichen Platz, auf dem Sie sitzen, auch stehen oder liegen und die Augen schließen können?«
Mit diesem Angebot gibt der Gruppenleiter die Botschaft an die Teilnehmer, dass er die Platzierung jedes Einzelnen akzeptiert. Gleichzeitig wird den Teilnehmern die Verantwortung für das eigene Befinden übertragen und ein Hinweis gegeben, dass sie sich auf ihrem Platz verändern können.
Eine neue Arbeitssituation entsteht mit der Aufforderung, sich auf den Weg zu machen, um sich einen Platz zu suchen.
»Lassen Sie sich Zeit und probieren Sie andere Plätze aus. Von diesem oder jenem Platz gehen verschiedene Impulse aus. Stellen Sie fest, ob sich die Empfindung für den Platz mit geschlossenen Augen ver ändert.« Im vorigen Beispiel erging die Aufforderung, da zu bleiben, wo man sich befindet, um Möglichkeiten auszuprobieren, die auf ein und demselben Platz gegeben sind. Im Gegensatz dazu wird jetzt nach den Impul sen gefragt, die von dem neuen Platz auf die Person übergehen. Der Teilnehmer muss seinen Platz suchen. Er wählt aus, welcher seinen momentanen Bedürfnissen entgegenkommt und wo er sich entfalten und zurückziehen kann. Vom Platz an der Wand geht mehr Si cherheit aus, von einer Ecke mehr Geborgenheit als von der nach allen Seiten freien Mitte.
Haben alle ihren Platz gefunden, werden sie dazu aufgefordert, sich niederzulassen. Es ist interessant zu beobachten, was der Einzelne darunter versteht.
»Was lässt sich von Ihnen nieder? - Wo spielt sich das in Ihrem Körper ab? - Mit welcher Körperhaltung ist das Gefühl verbunden, sich niedergelassen zu haben?«
Um die Gegensätze von Lassen und An-sich-Halten deutlich wahrnehmen zu können, rege ich an, das Sich-Niederlassen jetzt zu verhindern: »Was geschieht in Ihnen, wenn Sie vermeiden, sich niederzulassen? « - Probieren Sie das ein paar Mal im Wechsel hin und her, mal Niederlassen, mal Vermeiden. Können Sie spüren, wie durch das Meiden ein Lassen nach unten verhindert wird? Etwas kann nicht »Platz nehmen«.
Ein zugewiesener oder selbst gewählter Platz wird erst zum eigenen, wenn der Übende sich auf ihm niedergelassen und ihn mit seiner Körperlichkeit besetzt hat. Am »eigenen Platz« zu sein gibt das Gefühl von Ordnung, Entspannung und Einverständnis. [...]
Klett-Cotta Leben lernen Leben Lernen 208
1. Aufl. 2008, 272 Seiten, broschiert
ISBN: 978-3-608-89064-8
autor_portrait

Christine Gräff

Christine Gräff ausgebildete Krankengymnastin, war an der Ausarbeitung der Methode der Konzentrativen Bewegungstherapie (KBT) wesentlich beteiligt. ...



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