Baustelle Körper

Bioethik der Selbstachtung
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Der umfassendste Überblick zur Bioethik

Falsche Hoffnungen und Ängste überfrachten die Bioethik-Diskussion. Seit Jahren scheiden sich die Geister an den vermeintlichen und tatsächlichen Möglichkeiten auf der »Baustelle Körper«. Franz Josef Wetz macht weder eine wertkonservative Krise aus, noch lässt er sich von apokalyptischen Szenarien beirren. Ziel ist der sachliche Austausch der Argumente statt eines Abtauschs von Schlagworten. Allgemein verständlich und provokant geschrieben, bietet »Baustelle Körper« derzeit den umfassendsten Überblick zur Bioethik.

Ist die Biotechnologie ein Teil von jener Kraft, die stets das Gute will und stets das Böse schafft? Falsche Hoffnungen und Ängste überfrachten die Diskussion. Seit Jahren scheiden sich die Geister an den vermeintlichen und tatsächlichen Möglichkeiten auf der »Baustelle Körper«. Zeit für eine allgemeinverständliche und provokante Bioethik der Selbstachtung im 21. Jahrhundert.

Gehören wir uns noch selbst, wenn wir unsere Gene patentieren? Verrät die Embryonen verbrauchende Stammzellforschung den europäischen Humanismus? Setzen die Selbsttötung und die aktive Sterbehilfe die abendländische Kultur außer Kraft? Behutsamer Zustimmung steht scharfe Ablehnung gegenüber.
Diese und viele andere Fragen werden präzise erwogen, provokant behandelt und mit einer Bioethik der Selbstachtung verknüpft: Franz Josef Wetz macht weder eine wertkonservative Krise aus, noch lässt er sich von apokalyptischen Szenarien beirren.

Er stimmt für eine liberale Bioethik und technologiefreundliche Biopolitik. Leitend sind das Interesse an Freiheit und die Hoffnungen auf Heilung für bisher unheilbar Kranke jenseits weltanschaulich gebundener Ideen. Ziel ist der sachliche Austausch der Argumente statt eines Abtauschs von Schlagworten. Allgemein verständlich geschrieben bietet »Baustelle Körper« derzeit den umfassendsten Überblick zur Bioethik.

Inhaltsverzeichnis

1 Von der Seelsorge zur Körperpflege
Lebenskult, Gesundheitswahn und Abenteuersucht
2 Rettung der Selbstachtung
Die abstrakte Würde - eine konkrete Bürde
3 Gehören wir uns noch selbst?
Genpatente
4 Eingriffe ohne Einwilligung
Humanexperimente und Humangenetik
5 Im Nebel der Ungereimtheiten
Präimplantationsdiagnostik, Stammzellenforschung und Therapeutisches Klonen
6 Wie wertvoll ist menschliches Leben?
Embryonen und Föten
7 Der bewirtschaftete Körper
Wider quälende Skrupel und lähmende Verzagtheit
8 Das dressierte Hirn
Infochips und Neuroimplantate
9 Nachkommen um jeden Preis
Fortpflanzungsmedizin
10 Ist das Abtreibungsverbot rechtswidrig?
Schwangerschaftsabbruch
11 Der sozialpflichtige Körper
Organ- und Gewebespende
12 Selbstbestimmung bis in den Tod
Sterbehilfe
13 Das Märchen vom schönen Tod
Würdelos sterben
14 Haben Tote Würde?
Körperwelten
15 Schluss
Anmerkungen
Literatur
Sachregister
Personenregister

Leseprobe

Mens sana in corpore sano - Was wird nicht alles unternommen, um attraktiv auszusehen! Doch ein wohlgestalteter Körper erfordert eiserne Disziplin, Zeit und Geld; Schönheit ist eine in jeder Beziehung kostspielige Angelegenheit. Sie beginnt mit Anti-Falten-Cremes, um die Haut glatt, gepflegt und kratzerfrei zu halten. Diäten erweitern das Schönheitsprogramm, führen manchmal zu beängstigenden Essstörungen, bewirken aber
auf Dauer nur eine Diät des Geldbeutels. Am meisten gefragt sind kalorienreduzierte Nahrungsmittel: Light-Produkte ohne Zucker- und Fettgehalt. In Friedenszeiten zahlt man dafür viel Geld; am Ende des Zweiten Weltkriegs erhielt man diese Produkte ohne Lebensmittelkarten. Jede sichtbare Körperveränderung verlangt darüber hinaus auch Fitness: mehrmaliges Joggen in der Woche und exzessiv betriebenes Training im Kraftstudio, bei dem sich die Männer auf Brust, Arme und Schultern, die Frauen auf Bauch, Beine und Po konzentrieren. Vordergründig heißt das Ziel Gesundheit - gemäß dem immer wieder fehlgedeuteten Ausspruch »mens sana in corpore sano« , als ob Leibesertüchtigung von selbst dem Geiste zugute käme. Der vollständige Vers, der zum Sprichwort verfälscht wurde, stammt aus einer Satire Juvenals, der über die sinnlosen Wünsche der Menschen an die Götter spottet : »Orandum est ut sit mens sana in corpore sano - Lasst uns darum beten, dass in einem gesunden Körper ein gesunder Geist sein möge . « Wenn die Erdenbürger schon die Himmlischen um etwas Sinnvolles bitten wollen, dann sollten sie darum flehen, dass sich in einem gesunden Körper ein gesunder Geist befinde, denn oft genug sei dies gerade nicht der Fall. Wie häufig befänden sich in gesunden, sportlichen Körpern große Dummköpfe! Juvenal sagt also genau das Gegenteil dessen, wofür er heute herhalten muss.
Diese Fehldeutung, wonach Leibeserziehung und Sport geradezu automatisch den Geist stärken, entstand vermutlich in der Turnbewegung des 19. Jahrhunderts. Diese Bewegung rief Friedrich Ludwig Jahn ins Leben, der 1811 den ersten öffentlichen Turnplatz einrichtete und damals Sportförderung zu einem Volksthema machte. »Mens sano in corpore sano« ist somit eines jener produktiven Missverständnisse und Irrtümer der Geschichte, die sich auf Kosten ursprünglicher Wahrheiten entwickelt haben.
Belege hierfür gibt es mehr als genug. Beispielsweise hat Epikur niemals sinnenfreudige Völlerei empfohlen, Kolumbus nicht als Erster Amerika entdeckt, Kopernikus nie das mittelalterliche Weltbild zerstören wollen, Rousseau mitnichten »Zurück zur Natur!« gerufen und Churchill keineswegs »No sports« gesagt. Wie merkwürdig es klingt: Manchmal entfalten Irrtümer wie die eben genannten eine ganz eigene Wahrheit.
Körper als formbares Objekt - Nun geht es beim gegenwärtigen Sportboom häufig weniger um Gesundheit als um Schönheit - den als ideal propagierten Körper, der nach einer Meinungsumfrage des Allensbacher Instituts für Demoskopie bei Frauen schlank und bei Männern muskulös aussehen soll. Um dieses Ziel zu erreichen, schreckt das so genannte »starke Geschlecht« nicht einmal vor anabolen Steroiden zurück, wie das »schwache« keineswegs Schlankheitspillen, Appetitzügler, Abführmittel oder Entwässerungstabletten scheut. Zahlreiche Wissenschaftler erforschen heute Medikamente, welche das Hungerzentrum im Hirn blockieren und somit die Lust am Essen zügeln sollen.
Wem dies alles noch immer nicht genügt, der kann seinen Körper auch der modernen Technik anvertrauen. Mit Hilfe der kosmetischen Chirurgie versuchen inzwischen immer mehr Frauen und Männer ihre einmal erzielte Attraktivität so lange wie möglich zu erhalten. Kollagen- und Eigenfettimplantationen, Fräse-Behandlungen oder chemisches Peeling machen Alterungen der Haut rückgängig. Die plastische Chirurgie - einst erfunden, um körperliche Entstellungen wie Geburtsfehler, Verbrennungen und Verletzungen der unterschiedlichsten Art zu beheben - hat sich zunehmend in Schönheitschirurgie verwandelt: Facelifting, Vergrößern der weiblichen Brust und des männlichen Penis gehören inzwischen ebenso zu ihrem Repertoire wie Korrekturen der Tränensäcke und Nasen. Silikonkissen und harte Plastikschalen werden mittlerweile in Kinn oder Wangenknochen eingesetzt. Das Absaugen überquellender Fettmassen - die »Liposuktion« - an Arm, Hüfte, Bauch und Po ist dabei besonders beliebt. Gelegentlich treibt der vorherrschende Schlankheitswahn manche dazu, sich den Magen verkleinern, den Kiefer verdrahten oder Darmteile abklemmen lassen.
Am Schönheitskult unserer Zeit verdienen viele Gruppen - Ärzte und Betreiber von Fitnessstudios oder Schönheitsinstituten ebenso wie Vertreiber von Kosmetikartikeln und Diätprogrammen. Körperschönheit ist in der westlichen Gesellschaft ein boomender Wirtschaftsfaktor geworden, der Leib des Einzelnen eine den Gesetzen des Marktes unterworfene Ware. Trotzdem beruht das Besondere der heutigen Entwicklung auf der Verwandlung des Menschen nicht so sehr in ein ökonomisches als vielmehr in ein technisches Objekt: Der Glaube an die vollkommene Machbarkeit des schönen Körpers lässt den Einzelnen als gestaltbares Ding erscheinen - ein Bild, das mit der medizinischen Vorstellung des Körpers als eines reparier- und manipulierbaren Objekts aufs Genaueste übereinstimmt.
Zwischen Schönheitskult - mit dem Bild des menschlichen Körpers als eines formbaren Materials öffentlicher Selbstinszenierung - und Medizintechnik - mit der Annäherung des Menschen an eine Maschine - bestehen aber gravierende Unterschiede: Obgleich hier wie dort der Körper modelliert und verbessert wird, beabsichtigt der Kult um den Körper, die anderen erotisch zu verzaubern, während die modernen Biotechniken eher dazu tendieren, den Körper nach und nach von Kopf bis Fuß zu entzaubern. Dabei verwischen sich die Grenzen zwischen Mensch und Maschine. Beide Trends der Körperbearbeitung beweisen übereinstimmend das gesteigerte Körperbewusstsein unserer Tage Verblüffenderweise wird aber gerade der »Körper«, die körperliche Tätigkeit bis hin zur Handarbeit, aus der postindustriellen Arbeitswelt verdrängt und steht den Informationstechnologien mit ihren virtuellen Realitäten entgegen. Körperliche Präsenz und Tätigkeiten werden selbst für die industrielle Arbeitswelt immer unwichtiger. In der Medien- und Informationsgesellschaft kommunizieren die Menschen zunehmend körperlos miteinander. In Zukunft werden sich fast alle Einkäufe oder Bankgeschäfte mit Hilfe von Computern erledigen lassen; im Zeitalter des Internet setzt nicht einmal die Pfl ege von Freundschaften körperliche Anwesenheit voraus. Im Cyberspace kann man mit körperlosen Körpern in Kontakt treten und als Gast in Chatrooms mit verschiedenen imaginären Identitäten spielen. So scheint heute Selbsterfi ndung immer öfter an die Stelle von Selbstfindung zu treten.
Flow and Show - Wie lässt sich der Widerspruch zwischen Körperkult und Körperverzicht erklären? Je überflüssiger der Körper beim Verrichten von Alltagsaufgaben wird, umso stärker konzentrieren sich die Menschen direkt auf ihn. Sie wollen selbst dann noch wahrgenommen werden und sich sehen lassen können, während sie körperlich aus der Technikwelt verschwinden. Dazu passt, dass mit abnehmender Bedeutung des Körpers für die Erwerbsarbeit bei vielen die Lust auf Bewegung wächst - sei es auf tägliches Joggen, exzessiven Tanz, Abenteuerurlaub oder Extrem- und Risikosportarten. Heute verlangen viele Arbeitnehmer, deren Berufsalltag sie kaum oder nicht mehr physisch belastet, in ihrer Freizeit nach optischen und akustischen Reizen und körperlicher Bewegung, ob beim Marathonlauf oder - minimal ausgestattet - beim Überlebenstraining, um die eigenen Grenzen auszuloten. Dabei treibt weder Leichtsinn noch Wahnsinn sie zu den Extremsportarten hin, obgleich die Gefahr groß ist, mit dem Mittelmaß auch das Augenmaß zu verlieren.
Dem wachsenden Verlangen nach physischen Grenzerfahrungen liegt eine große Sehnsucht nach intensiven Körpergefühlen zugrunde, die anscheinend zum menschlichen Selbsterfahrungsbedarf gehören. Da unser Vollkasko-Alltag existenziell kaum herauszufordern scheint, ist die Freizeitindustrie mit entsprechenden Angeboten diesem Bedürfnis nachgekommen: riskante Sportarten ebenso wie gefährlicher Abenteuerurlaub.
Das menschliche Bedürfnis, sich körperlich zu verausgaben, lässt Stress als Lust empfinden. Heutzutage sehnen sich immer mehr Menschen nach Grenzerfahrungen in Extremsituationen. Gefahren werden bewusst aufgesucht, gerade weil sie furchterregend sind, um wieder oder überhaupt einmal das Fürchten zu lernen. Schneller, weiter, höher genügt nicht mehr - die eigenen Körperkräfte möchte man noch mit den bedrohlichsten Naturgewalten messen. Hierbei haben solche vorgegebenen Grenzen wie fast alle Verbote einen hohen Reizwert für die Menschen. Allerdings kennt unsere liberale Gesellschaft kaum noch Tabus, die sich übertreten, brechen oder sprengen ließen. Die höchsten Berge sind erklommen, die Pole erobert, die Wüste durchwandert und die sexuelle Befreiung weitgehend abgeschlossen.
Mittlerweile hängt man sich aus fahrenden Zügen, um Graffitis auf deren Außenwände zu sprühen (S-Bahn-Surfen), oder klettert - notdürftig gesichert - an überhängenden Felsen (Free Climbing), wenn man nicht sogar die höchsten Berge ganz alleine ohne jedes Sicherungsseil besteigen möchte (Solo Climbing). Daneben springen manche - an elastischen Gummiseilen befestigt - kopfüber von Brücken, Fernsehtürmen und Kränen in die Tiefe (Bungeejumping) oder schweben als Drachensegler und Gleitschirmflieger von hohen Bergen (Paragliding). Andere wiederum befahren Wildwasser in Schlauchbooten (River Rafting) oder rauschen über Stromschnellen mit einem schlichten Gummikissen unter dem Bauch (River Boogie). Wieder andere lassen sich durch Gletscherrinnen schlittern (Gletscherkajaking) oder erkunden Schluchten und Wasserläufe in Neoprenanzügen durch Klettern, Schwimmen und Tauchen (Canyoning). Nicht vergessen seien das schnelle Hinunterlaufen an Hochhäusern, angeseilt und das Gesicht zur Straße gekehrt (House Running), oder das Schrauben-Salti-Springen über Schanzen und Buckelpisten (Trick Skiing) sowie das möglichst schnelle Radeln etwa durch die Eiswüste Alaskas bei dreißig Grad Kälte oder rund um Australien in fünfzig Tagen (Bicycle Riding).
Besonderes Aufsehen erregen gegenwärtig so genannte Apnoe- Taucher, die einmal mehr die Grenzen des menschlichen Körpers zu ergründen suchen - durch bloßes Luft anhalten an der Wasseroberfläche eines Swimmingpools mit einer Rekordzeit von mehr als sieben Minuten oder durch Freitauchen ohne zusätzlichen Sauerstoff bei einer Rekordtiefe von mehr als achtzig Metern. Der Rekord im Tiefseetauchen mit Gewichten an den Füßen - dafür ohne Sauerstofffl aschen auf dem Rücken - liegt bei rund 200 Metern. Extremsportarten der genannten Art erfordern außer besonders starker Vitalität große Anstrengung und hohe Konzentration; teilweise sind sie für die Betroffenen schmerzhaft-unangenehm, wenn nicht sogar angsterregende Quälerei. Warum tun sich Menschen so etwas überhaupt freiwillig an?
Ausgleich zum bewegungsarmen Alltag ist sicherlich ein Motiv, aber längst noch kein hinreichendes. Die Auseinandersetzung mit Extremsituationen scheint eher zur Selbstbehauptung des hilflos in die Welt geworfenen Menschen zu gehören, dessen Immunsystem durch die erfolgreiche Bewältigung schwieriger körperlicher Aufgaben gefestigt und dessen Muskelkraft durch körperliche Anstrengung gestärkt wird. In der Sprache der Bergsteiger gesprochen: Gipfelsiege halten gesund!
Offensichtlich existiert der evolutionsbiologisch erklärbare Drang, sich im Kampf gegen die übermächtige Natur riskanten Situationen auszusetzen, auch dann noch, nachdem die bedrohliche Natur durch Technik und Kultur bereits weitgehend auf Distanz gebracht wurde. Genaugenommen kann sogar erst in Zeiten des Wohlstands die Suche nach lebensgefährlichen Herausforderungen ein Grundbedürfnis menschlicher Selbsterfahrung werden. Im täglichen Überlebenskampf früherer Epochen stellten sich solche von selbst ein, und die Menschen mussten mit ihnen fertig werden. Erst in verhältnismäßig zivilisierten Zeiten, in denen das Leben gut abgesichert ist, können körperliche Antriebskräfte, die ursprünglich menschlicher Selbsterhaltung dienten, in den Dienst existenzieller Selbsterfüllung treten. So wagt sich nun der Einzelne an riskante Aufgaben heran, damit er in der harten Anforderung seine Unabhängigkeit von der übermächtigen Natur zu spüren bekommt. Er führt gefährliche Unternehmungen durch, um im Zustand höchster Anspannung und Wachsamkeit der eigenen Überlegenheit über die fremde Welt und der eigenen Lebensangst innezuwerden. Dann fühlt er sich der bedrohlichen Wirklichkeit durch Einfallsreichtum und Muskelkraft gewachsen. Hierbei kommt es zur Freisetzung von Beta-Endorphinen, heftigen Adrenalinausstößen, welche die Schmerzempfi ndlichkeit blockieren und intensive Glücksmomente auslösen können. Diese werden in unserer von Anglizismen beherrschten Sprachkultur »Kick« oder »Flow« genannt, Zustände, die jedes Zeitgefühl schwinden, Handeln und Bewusstsein zu einer Einheit verschmelzen lassen. Gleichfalls spricht man in diesem Zusammenhang von »Thrill«: einer Mischung aus prickelndem Nervenkitzel, aufregender Angstlust, Spannungsreiz und Wagnis - einem Zustand, welcher in der traditionellen Philosophie als »Gefühl des Erhabenen« bezeichnet wurde.
Der skizzierte Trend zu gefährlichen Sportarten wie zu mehr Schönheit und Fitness macht heute selbst vor junggebliebenen Alten nicht Halt. Mittlerweile werden die Menschen zunehmend älter, ihr Lebensstil aber verjüngt sich immer mehr. Junge wie Alte legen großen Wert auf ihr Äußeres, begnügen sich längst nicht mehr mit Liegestuhl und Sonnenschirm am Strand, sondern unternehmen anstrengende Abenteuerreisen - Trekking-Touren in unerschlossene Gegenden, luxuriöse Amazonas-Kreuzfahrten mit der Erwartung, endlich einmal echte Piranhas zu sehen. Statt ihrer Himmelfahrt bereiten sie ihre nächste Kreuzfahrt in ferne Länder und andere Kontinente vor. Auch ihr Leben verläuft immer häufiger in atemloser Hast und Eile. Nichts scheinen ältere Menschen lieber zu haben als keine Zeit, als ob sie sich dafür schämten, nicht mehr den Zwängen der alltäglichen Arbeitswelt gehorchen zu müssen, sondern sich dem Spiel freier Muße hingeben zu dürfen.
Doch eigentlich ist »Adventure and Sensation Seeking«, sprich: die Suche nach schönen Erlebnissen, angenehmen Reizen und aufregenden Abenteuern, völlig in Ordnung, und darum sei sie hier nicht vorschnell verurteilt. Innere Unruhe und äußere Rastlosigkeit sowie das elementare Bedürfnis nach erregenden Erlebnissen sind allgemeine Kennzeichen der menschlichen Existenz, wozu schon seit jeher risikobereite Experimentierfreude gehört. Freilich geht es hierbei auch um die Flucht vor dem öden Grau des täglichen Einerlei - einer Langeweile, wie sie sich nur in einer satten Wohlstandsgesellschaft ausbreiten kann. In erster Linie aber wird über den Weg des Nervenkitzels und Risikos, die nicht um ihrer selbst willen erstrebt werden, bloßer Spaß gesucht, worauf einschlägige Untersuchungen zu den Motiven für die Ausübung von Extrem- und Risikosportarten nachdrücklich hinweisen.
Wer dennoch das menschliche Verlangen nach mehr Glückserleben verächtlich macht, weil es statt zu innerer Sammlung zu äußerer Zerstreuung führt, übersieht die Knappheit unserer Möglichkeiten, mit der Last des Daseins auf heitere Weise fertig zu werden. So ist der allgemeine Drang nach mehr »Flow and Show«, das heißt mehr Wohlbefinden, Gesundheit, Fitness und Schönheit, durchaus einleuchtend.
Dennoch versucht der Mensch seit jeher mit Hilfe der Kultur, die ihre Entstehung seiner kreatürlichen Armut verdankt, seine Alltagssorgen und Grenzerfahrungen wie Tod, Krankheit und Verlassenheit zu bewältigen. Schiller verdichtet diesen unleugbaren Tatbestand in Die Braut von Messina treffend, dramatisch und pointiert in die Verse: »Etwas fürchten und hoffen und sorgen / Muss der Mensch für den kommenden Morgen / Dass er die Schwere des Daseins ertrage / Und das ermüdende Gleichmaß der Tage.« Wer hingegen sein Leben nur an Schönheit, Vitalität und Spaß orientiert, hegt Übererwartungen und wird mittel- oder langfristig an der schroffen Wirklichkeit scheitern, bald unzufrieden werden und möglicherweise am Leben verzweifeln, das eben nicht nur aus freudvoller Lust, sondern auch aus trauriger Last besteht. [...]
Überblick - Der Last des Lebens wegen sind die Menschen an einem sorglosen, erfüllten Dasein interessiert, wozu die Hoffnung auf körperliche Gesundheit, ein langes, schmerzarmes und selbstbestimmtes Leben wie einen schönen Tod gehört. Die Weltgesundheitsorganisation definiert Gesundheit als einen Zustand völligen körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefi ndens. Gesundheit umfasst eine subjektiv-empfundene Innen- und eine objektiv-messbare Außenseite. Gesund ist man nicht nur, wenn man sich wohl in seiner Haut fühlt, sondern wenn zudem Cholesterinwert, Blutdruck, Knochendichte und Hormonspiegel stimmen, deren Normwerte medizinische Experten festlegen. Gesundheit ist ein fragiler Körper zustand wie eine labile Körper befi ndlichkeit, die sich beide schnell verschlechtern können; Dauer steht hier nicht zu erwarten. Gesundheit ist sogar unwahrscheinlich und im Alter eher ein Glücksfall. Ob jemand gesund sei, meinte Rudolf Gross , der Nestor der inneren Medizin, hänge von der Anzahl der Untersuchungen ab: Nach fünf sei man noch zu neunzig Prozent gesund; nach fünfzig Untersuchungen hingegen zeige sich bei jedem irgendein pathologischer Wert. Hieraus folgt, gesund ist, wer nicht ausreichend untersucht wurde; krank zu sein stellt dagegen weniger eine Ausnahme als vielmehr die Normalität dar.
Trotzdem gilt Gesundheit in der modernen Gesellschaft , wie Niklas Luhmann betont, als unumstrittener Höchstwert: »Summum bonum«. Der heutige Gesundheitswahn erhebt immer öfter selbst Altern und Tod in den Rang einer Krankheit. Dabei altern und sterben wir doch nicht, weil wir krank sind, sondern weil wir leben. Aber wir Menschen finden uns nicht nur schwer mit körperlichen Defekten wie Schmerzen und Krankheiten ab, wir tun uns bereits schwer mit körperlichen Defiziten wie Unvollkommenheit, Vergänglichkeit und Endlichkeit. Da ist die Hoffnung groß, Gesundheit und Leben durch biotechnische Eingriffe in den Körper verlängern zu können. Ein gesundes Leben wird heute nicht mehr nur als göttliches Geschenk oder natürliche Gabe gesehen, sondern mehr und mehr als Ergebnis eigener Daseinsführung und wissenschaft lich-technischer Körperbewirtschaftung. Doch auch wer gesund lebt, stirbt, und mag man auch gesund sterben, so ist man anschließend dennoch tot!
Gleichwohl bleibt es verständlich, dass die Menschen mit der Zerfalls- und Todesdrohung im Nacken ihre Gesundheit als höchstes Gut bewerten. In diesem Zusammenhang stellt sich regelmäßig die Frage nach dem, was wir dürfen oder besser unterlassen sollten. An Problemen solcher Art wird es der Bioethik und Biopolitik wohl auch künft ig nicht mangeln; an richtigen Lösungen hierauf aber vielleicht schon eher.
Den Ausdruck Bioethik führte 1971 Van Rensselaer Potter in dem Buch Bioethics ein, bezog ihn allerdings noch auf die gesamte Lebenssphäre, wozu Tier- wie Naturethik gehören. Doch schon bald wurde der Begriff Bioethik eingeschränkt auf Reflexionen über moralische Fragen in der Biomedizin und Biotechnik, die den Menschen direkt oder indirekt betreffen. Zunächst von vielen abgelehnt als apologetische Rechtfertigung gefährlicher biotechnischer Neuerungen, fi ndet inzwischen die Bioethik als Suche nach ethisch begründeten Handlungsleitlinien für Biomedizin und Biotechnologie allgemeine Anerkennung. Es geht darin vorrangig um die brisante Frage: Ob und wieweit sind Bio- und Medizintechniken ein Teil von jener Kraft, die, selbst wenn sie das Gute möchte, möglicherweise doch das Böse hervorbringt? Eine solche Wirkung würde eine wirkungsvolle Biopolitik verhindern.
Oft aber scheinen wir gar nicht in der Lage zu sein, klare Trennlinien zwischen dem Vertretbaren und dem Unzulässigen zu ziehen, ja nicht einmal Freudenbotschaften von Schreckensnachrichten klar zu unterscheiden, weil die in den Medien und der Öffentlichkeit diskutierten Ergebnisse der Wissenschaften oftmals unterschätzt oder übertrieben dargestellt werden. Hinzu kommt, dass zahlreiche Begriffe wie etwa Eugenik und Euthanasie aufgrund ihrer belasteten Vergangenheit ein emotionales Unbehagen in der Diskussion hervorrufen.
So denken nach wie vor viele bei Euthanasie (griech.: schöner Tod) an das nationalsozialistische Programm zur Vernichtung von so genanntem »lebensunwerten Leben «, das 1939 auf Befehl Hitlers begann. Zehntausende körperlich behinderter, geistig oder psychisch kranker Menschen wurden damals bewusst getötet. Dennoch werden solche Ausdrücke wie Euthanasie und Eugenik in der internationalen Diskussion mittlerweile wieder mit großer Selbstverständlichkeit gebraucht. Dies hängt nicht damit zusammen, dass menschenverachtende Weltanschauungen erneut Einzug in die Köpfe gehalten hätten. Heute gibt es nicht nur einen Internationalismus der biowissenschaft lichen Forschung, sondern auch eine internationale bioethische Debatte. Diese wird auf der internationalen Plattform größtenteils in englischer Sprache geführt, in der die genannten Begriffe gebräuchlich sind. Von dort aus kehrten sie inzwischen ideologiefrei in den deutschsprachigen Diskurs zurück, wo sie trotzdem immer wieder für Missverständnisse sorgen. Doch jeder Vergleich mit den Verbrechen deutscher Ärzte und Forscher während des Nationalsozialismus ist in diesem Zusammenhang irreführend und fehl am Platz. Dennoch soll auf den Gebrauch dieser Begriffe hier im Großen und Ganzen verzichtet werden.
Zweifellos wird der Einfluss der neuen Biotechniken allen ethischen Einwänden zum Trotz weiter wachsen. Verbote und Gesetze, welche die Biotechnik in ein Sittenkorsett zwängen wollen, werden voraussichtlich gelockert oder aufgehoben, mögen sich auch wegen ethischer Erwägungen die bestehenden Einschränkungen nur schleichend auflösen. Sonderwege werden hier nur wenig Aussicht auf Erfolg haben. Darum sind die Ängste berechtigt, die biotechnischen Entwicklungen könnten aus der Kontrolle laufen.
Allerdings soll nicht einer defätistischen Kapitulation vor den bioethischen und biopolitischen Herausforderungen unserer Zeit das Wort geredet werden. Zwar bekommen Initiativen mit großem Verbotscharakter im Folgenden nur eine schwache Unterstützung, dagegen gesetzliche Regelungen mit liberaler Ausrichtung eine starke Zustimmung, aber das alles auf der Grundlage rationaler Argumente. Plakativ formuliert, steht das vorliegende Buch weder auf der Seite wertkonservativer, religiös-traditioneller oder fundamentalistischer Kreise noch auf der Seite linker, grüner oder feministischer Gruppen. Es votiert für eine ebenso liberale wie technologiefreundliche Biopolitik, die sich marktwirtschaftlichen Anforderungen nicht verweigert und medizinische Forschung begrüßt, wenn sie zu neuen Lösungen für bisher unheilbare Krankheiten führen könnte. Unberechtigterweise werden Sorgen um Forschungs- und Wirtschaftsstandorte im Rahmen der Biotechnologie hierzulande öfter als Verrat am Humanismus empfunden, wenn nicht sogar als Zivilisationsbruch verurteilt, der die abendländische Kultur außer Kraft setze.
Im Folgenden wird das weite Feld der heutigen biotechnischen Möglichkeiten abgeschritten und mit dem Maßstab der Menschenwürde vermessen. Darum sei als Erstes auf die Idee der Menschenwürde eingegangen, an der die verschiedenen medizin- und biotechnischen Verfahren auf ihre Vertretbarkeit hin überprüft werden. Dabei sollen zwei Fragentypen streng auseinander gehalten werden. Die erste Kategorie bezieht sich auf die Frage, ob die von Biotechnik und Biomedizin verfolgten Ziele mit der Menschenwürde vereinbar sind. Die zweite Klasse fragt danach, ob die benutzten Mittel die gesteckten Ziele erreichen; ferner, ob die verwirklichten Ziele mit den erwarteten Folgen übereinstimmen.
Im Einzelnen sei der Forschungs- und Anwendungsbereich der menschlichen Genetik (Kap. 3 & 4) beleuchtet und die Frage nach der Zulässigkeit von medizinischen Versuchen an einwilligungsunfähigen Personen (Kap. 4) aufgeworfen, bevor das verminte Gelände der Embryonen- und Stammzellenforschung, Präimplantationsdiagnostik und Klonen (Kap. 5, 6 & 7) eingeschlossen, betreten wird. Darauf folgt ein Abschnitt über die neuen Möglichkeiten und Risiken der Neuroprothetik beziehungsweise des Braindopings (Kap. 8), an den sich Überlegungen zur Fortpfl anzungsmedizin (Kap. 9) bis zum Problem des Schwangerschaft sabbruchs (Kap. 10) anschließen. Im Mittelpunkt der Ausführungen zur Transplantationsmedizin steht die Frage nach wirksamen Mitteln zur Behebung des Mangels an Organspenden (Kap. 11) . Zuletzt folgen mehrere Abschnitte über humanes Sterben und Tod: Welche Hilfen zum Sterben wie auch Hilfen im Sterben sind mit der Menschenwürde (Kap. 12 & 13) vereinbar? Welcher Umgang mit Toten achtet deren Würde auf angemessene Weise (Kap. 14)? Zugespitzt formuliert, soll in diesen gleichermaßen historisch und systematisch ausgerichteten Untersuchungen gezeigt werden:
• In einem liberalen Staat mit offener Gesellschaft kann die Menschenwürde nicht mehr als angeborene Eigenschaft vorgestellt werden, sondern nur noch als Ergebnis achtungsvollen Verhaltens der Menschen zu sich und zueinander. (Kap. 2)
• Es ist unsinnig zu sagen, dass mit der Patentierung von Genen ein Patentinhaber ein Verfügungs- oder Eigentumsrecht an menschlichem Leben erwerben würde, was in der Tat mit der menschlichen Würde unvereinbar wäre. (Kap. 3)
• Es ist sinnvoll, bestimmte Versuche an einwilligungsunfähigen Patienten auch dann zuzulassen, wenn sie nicht ihnen selbst zugute kommen, sondern lediglich der Gruppe an Personen, die an derselben Krankheit leiden. (Kap. 4)
• Genomanalyse und Gendiagnostik sind für sich betrachtet vertretbar, problematisch sind allenfalls die Motive dahinter und die möglichen Konsequenzen daraus. (Kap. 4)
• Negative und positive Eingriffe ins menschliche Erbgut sind sowohl auf der Körperzellen- als auch auf der Keimbahnebene nicht grundsätzlich verwerflich, sondern nur, wenn ihnen menschenverachtende Ziele und Absichten zugrunde gelegt werden. (Kap. 4)
• Gendoping sollte im Hochleistungssport schon hoher Gesundheitsrisiken wegen vom Zulässigen ausgeschlossen bleiben. (Kap. 4)
• Embryonen lässt sich kein verallgemeinerungsfähiger Wert zuerkennen, womit menschenverachtende Vorstellungen von unwertem oder wertlosem Leben aber nicht assoziiert werden dürfen. (Kap. 5-7)
• Experimente mit Stammzellen überzähliger oder eigens zu Forschungszwecken erzeugter Embryonen sowie therapeutisches Klonen sind verantwortbar, wenn mit Hilfe des darin gewonnenen Wissens unter Umständen künft ig schwere Krankheiten heilbar werden. (Kap. 5-7)
• Die Präimplantationsdiagnostik sollte genauso wie die Pränataldiagnostik durchgeführt werden dürfen. Darüber hinaus sollte bei der anschließenden Auswahl eines Embryos zum Austragen die bewusste Entscheidung für einen kranken Embryo verboten sein. ( Kap. 7)
• Im Zusammenhang mit Unterhaltsansprüchen von Eltern gegen Ärzte wegen Behandlungsfehlern während der Schwangerschaft ist es unsinnig, ein »Kind als Schaden« zu bezeichnen. (Kap. 7)
• Der Einsatz von Neuroimplantaten ist nicht nur zur Bekämpfung von Leid und Krankheit zu erlauben, sondern in bestimmten Grenzen auch zur Verbesserung der Verstandestätigkeit und Lebensqualität. (Kap. 8)
• Reproduktives Klonen ist nicht an sich verwerflich, sondern nur bestimmte Zielsetzungen, andere dagegen sind durchaus vertretbar. (Kap. 9)
• Bei künstlicher Befruchtung mit fremdem Samen soll die Herkunft des Spenders im Interesse des Kindeswohls bekannt bleiben. (Kap. 9)
• Die Verurteilung von Schwangerschaft sabbrüchen als rechtswidrig erweist sich bei näherem Hinsehen selbst als rechtlich problematisch. (Kap. 10)
• Der Organspende kommt ein Vorrang vor der Gewebespende zu. In der Transplantationsmedizin sollte die so genannte Widerspruchslösung ernsthaft in Betracht gezogen werden, wonach alle Bürger potenzielle Organspender sind, solange sie keinen Widerspruch hiergegen einlegen. (Kap. 11)
• Im Zusammenhang mit der Transplantationsmedizin ist die Erzeugung von »Rettungskindern« moralisch gerechtfertigt, die Herstellung von Organbanken aber nicht. (Kap. 11)
• Eine grundsätzliche Beschränkung der Verbindlichkeit von Patientenverfügungen auf Patienten mit irreversiblem Grundleiden und tödlichem Verlauf ist trotz einer Reihe berechtigter Bedenken und Einschränkungen ungerechtfertigt. Patientenverfügungen sollten eine größere Reichweite haben. (Kap. 12)
• Ärztlich assistierte Beihilfe zur Selbsttötung sollte unter bestimmten Bedingungen und auf ausdrückliches oder mutmaßliches Verlangen der Betroffenen hin statthaft sein. In bestimmten Ausnahmefällen muss aus ethischer Sicht sogar aktive Sterbehilfe nicht notwendigerweise unter Strafe gestellt werden. (Kap. 12)
• In Anbetracht der Tatsache, dass der Traum vom friedlichen Sterben und schönen Tod nur selten Wirklichkeit wird, sollten die Möglichkeiten der Schmerztherapie voll ausgeschöpft werden. (Kap. 13)
• Verstorbenen kann nur eingeschränkt und Leichen bloß indirekt ein achtunggebietender Wert zuerkannt werden. (Kap. 14)
Klett-Cotta
1. Aufl. 2009, 287 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-94201-9
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Franz Josef Wetz

Franz Josef Wetz, geboren 1958, studierte Philosophie, Germanistik und Theologie; 1989 Promotion und 1992 Habilitation an der Universität Gießen. Von ...

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