Ethik - Lehr- und Lesebuch

Texte - Fragen - Antworten
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Deutscher Schulbuchpreis 2006

Gibt es Bedingungen für ein glückliches Leben? Und wenn es sie gibt, wie lauten sie? Gibt es Grundvoraussetzungen und Maßstäbe guten Handelns?
Diese Fragen stehen im Mittelpunkt dieses Lehr- und Lesebuchs zur Ethik, das sich an alle Philosophieinteressierten wendet - an Schüler und Lehrer der Oberstufe ebenso wie an Lehrende und Studierende an Universitäten.

Das Buch vereint ausgewählte, zentrale Texte der praktischen Philosophie von Platon bis zur Gegenwart. Sie werden in ihrem je eigenen Argumentationszusammenhang möglichst vollständig wiedergegeben und durch allgemeinverständliche Einleitungen, Bearbeitungsfragen und Antworten eingehend erläutert.

Die Texte können damit als Material eines anspruchsvollen Ethikunterrichts wie auch als Grundlage eines Selbststudiums dienen.
Das Buch gliedert sich nach den Grundfragen und -themen der Ethik
- Was heißt Ethik?
- Tugend-, Pflicht- und Nutzenethik
- Wert- und Diskursethik
- Freiheit als Voraussetzung für Sittlichkeit
- Recht und Gerechtigkeit
- Was heißt Glück?
- Freundschaft und Liebe

Inhaltsverzeichnis
Editorisches Vorwort
Einleitung: Was ist philosophische Ethik? Robert Spaemann
I. Was heißt Ethik?
I. 1. Platon: Ethik und Macht
Einführung von Walter Schweidler
Platon: Gorgias
I. 2. Aristoteles: Die Tugend
Einführung von Walter Schweidler
Aristoteles: Nikomachische Ethik
I. 3. Thomas von Aquin: Das ewige und das natürliche Gesetz
Einführung von Martin Rhonheimer
Thomas von Aquin: Summa Theologiae
I. 4. Immanuel Kant: Die Pflicht
Einführung von Walter Schweidler
Immanuel Kant: Grundlegung zur Metaphysik der Sitten
I. 5. John Stuart Mill: Der Nutzen
Einführung von Walter Schweidler
John Stuart Mill: Der Utilitarismus
I. 6. Max Scheler: Der Wert
Einführung von Walter Schweidler
Max Scheler: Der Formalismus in der Ethik und die materiale Wertethik
I. 7. Jürgen Habermas: Der Diskurs
Einführung von Klaus Thomalla
Jürgen Habermas: Erläuterungen zur Diskursethik

II. Freiheit als Voraussetzung für Sittlichkeit
II. 1. Thomas von Aquin: Das Gewissen
Einführung von Martin Rhonheimer
Thomas von Aquin: Über die Wahrheit
II. 2. Immanuel Kant: Freiheit und Sittengesetz
Einführung von Thorsten Wroblewski
Immanuel Kant: Grundlegung zur Metaphysik der Sitten
II. 3. Henri Bergson: Freiheit und Determination
Einführung von Matthias Gillissen
Henri Bergson: Zeit und Freiheit
II. 4. Jean-Paul Sartre: Freiheit und Existenz
Einführung von Matthias Gillissen
Jean-Paul Sartre: Das Sein und das Nichts

III. Recht und Gerechtigkeit
III. 1. Aristoteles: Gerechtigkeit als Tugend
Einführung von Thomas Buchheim
Aristoteles: Nikomachische Ethik
III. 2. Thomas Hobbes: Recht und Staatsvertrag
Einführung von Walter Schrader
Thomas Hobbes: Leviathan
III. 3. Gustav Radbruch: Recht und Gesetz
Einführung von Walter Schweidler
Gustav Radbruch: Die Erneuerung des Rechts
III. 4. John Rawls: Gerechtigkeit als Fairneß
Einfühung von Clemens Kauffmann
John Rawls: Eine Theorie der Gerechtigkeit

IV. Glück
IV. 1. Aristoteles: Das Glück als gutes Leben
Einführung von Ralf Elm
Aristoteles: Nikomachische Ethik
IV. 2. Epikur: Glück in der Lebenskunst des Hedonismus
Einführung von Ralf Elm
Epikur: Brief an Menoikeus
IV. 3. Aurelius Augustinus: Glück als Friede
Einführung von Thomas Sören Hoffmann
Aurelius Augustinus: Der Gottesstaat
IV. 4. Philippa Foot: Tugend und Glück
Einführung von Gudrun Rohde
Philippa Foot: Tugend und Glück
V. Freundschaft und Liebe
V. 1. Platon: Der Eros
Einführung von Ute Kruse-Ebeling
Platon: Symposion
V. 2. Aristoteles: Die Freundschaft
Einführung von Karl-Heinz Nusser
Aristoteles: Nikomachische Ethik
V. 3. Aurelius Augustinus: Die Caritas
Einführung von Ute Kruse-Ebeling
Aurelius Augustinus: Die christliche Bildung (De doctrina christiana)
V. 4. Robert Spaemann: Das Wohlwollen
Glück und Wohlwollen

VI. An den Grenzen der Ethik
VI. 1. Johann Gottlieb Fichte: Das Böse
Einführung von Thomas Sören Hoffmann
Johann Gottlieb Fichte: Das System der Sittenlehre
VI. 2. Max Scheler: Die Reue
Einführung von Ute Kruse-Ebeling
Max Scheler: Vom Ewigen im Menschen
VI. 3. Robert Spaemann: Die Verzeihung
Glück und Wohlwollen
Anhang
Biographische Angaben
Weiterführende Literatur
Quellenangaben
Antworten zu den Bearbeitungsfragen. Vorschläge und Hinweise

Leseprobe
Editorisches Vorwort
Ethik hat es zu tun mit der rationalen Rekonstruktion und mit der Begründung moralischer Überzeugungen. Sie betrachtet solche Überzeugungen nicht sozusagen von außen, sondern nimmt deren Wahrheitsanspruch ernst. Bei Fragen um Gut und Böse geht es um Wahrheit. Anders wäre der Streit um solche Fragen unverständlich. Ethik ist ein Teil der Philosophie. Philosophie sei Selbstdenken, schrieb Kant. Aber Selbstdenken macht sich, wie Hegel und Nietzsche gezeigt haben, nicht von selbst. Von selbst denkt man nur, was man denkt. Selbstdenken wird geweckt in der Begegnung mit anderem Selbstdenken. Vor allem geschieht dies in der Konfrontation mit klassischen Texten. Solche Texte adäquat interpretieren und verstehen ist nur möglich, wenn wir uns ihrem Wahrheitsanspruch aussetzen. Die Auswahl der hier vorgelegten Texte ebenso wie die Versuche, ihren Argumentationsgang kommentierend nachzuzeichnen, soll nicht in erster Linie über Meinungen bekannter Autoren informieren, sondern sie soll dazu dienen, unter der Anleitung dieser Denker ethisches Denken zu lernen, Selbstdenken, das diesen Namen verdient. Dabei soll nicht die Illusion einer ungeschichtlichen Unmittelbarkeit im Verhältnis zu diesen Texten erzeugt werden. Um wirklich zu verstehen, was der Text sagt, ist seine »geisteswissenschaftlich« exakte Aufbereitung, seine Verortung in seinem jeweiligen geschichtlichen Kontext unerläßlich. Erst so wird ein Gespräch über die Zeiten hinweg möglich. Auf eine leicht zu verschmerzende Anomalie sei hier noch hingewiesen. Die Texte über Wohlwollen und Verzeihung sind, da sie von einem der Herausgeber stammen, ohne eigene Einführung geblieben. Die Einleitung zu diesem Buch von Robert Spaemann mag zugleich als Einführung zu seinen Beiträgen dienen.
Der Kreis der Bearbeiterinnen und Bearbeiter, die zu diesem Buch durch ihre Kommentare und Bearbeitungsfragen beigetragen haben, repräsentiert in sich schon ein solches einige akademische Generationen übergreifendes Gespräch, das nicht durch gemeinsame Schuldogmen ermöglicht wird, sondern durch einen freundschaftlichen Konsens über das, was ethisches Selbstdenken, d. h. was philosophische Ethik ist. Die Mühe der kontinuierlichen Betreuung und Gestaltung des Buches haben einige wenige auf sich genommen. Besonders zu danken ist hierfür Ute Kruse-Ebeling, deren beständiger Einsatz das Buch wesentlich geformt hat, sowie Thomas Sören Hoffmann und Klaus Thomalla. Zu danken ist ebenfalls dem Verlag Klett-Cotta für die gute Zusammenarbeit.
Robert Spaemann/Walter Schweidler

Zum Buch

Ethik rekonstruiert moralische Überzeugungen und begründet sie. Nicht von außen werden dabei diese Überzeugungen betrachtet, sondern ihr Wahrheitsanspruch ernst genommen. Denn bei Fragen um Gut und Böse geht es um Wahrheit. Anders wäre der Streit um solche Fragen unverständlich.

Ethik ist ein Teil der Philosophie. Philosophie sei Selbstdenken, meinte Kant. Aber Selbstdenken macht sich, wie Hegel und Nietzsche gezeigt haben, nicht von selbst. Von selbst denkt man nur, was man denkt. Selbstdenken wird geweckt in der Begegnung mit anderem Selbstdenken. Vor allem geschieht dies in der Konfrontation mit klassischen Texten.

Solche Texte adäquat zu interpretieren und zu verstehen ist nur möglich, wenn wir uns ihrem Wahrheitsanspruch aussetzen. Die hier vorgelegten Texte informieren nicht in erster Linie über Meinungen bekannter Autoren, sondern dienen dazu, unter der Anleitung der ausgewählten Philosophen ethisches Denken zu lernen, Selbstdenken, das diesen Namen verdient.

Dabei soll nicht die Illusion einer ungeschichtlichen Unmittelbarkeit im Verhältnis zu diesen Texten erzeugt werden. Um wirklich zu verstehen, was ein Text sagt, ist seine »geisteswissenschaftlich« exakte Aufbereitung, seine Verortung in seinem jeweiligen geschichtlichen Kontext unerläßlich. Erst so wird ein Gespräch über die Zeiten hinweg möglich.
»... Ein gutes Ethik-Lehrbuch war dringend nötig. ...
Es ist dieses Verständnis von Ethik als Frage nach dem Lebensmittelpunkt des Menschen, das auch das Konzept des Ethik-Buchs erklärt. Es will nämlich nicht nur historische Texte bekannter Autoren aus der Philosophiegeschichte vorstellen, sondern die Auseinandersetzung mit begründeten Überzeugungen erleichtern und zum Selbststudium anregen. ...«
Alexander Riebel, Die Tagespost, 20.5.2006
Klett-Cotta
5. Aufl. 2013, 560 Seiten, broschiert, mit Kurzbiografien, weiterführender Literatur, Testfragen mit Lösungen
ISBN: 978-3-608-94755-7
autor_portrait

Robert Spaemann

Robert Spaemann, geboren am 5. Mai 1927 in Berlin, studierte Philosophie, Romanistik und Theologie in Münster, München und Fribourg, promovierte 1952...

Walter Schweidler

Walter Schweidler, geboren 1957, studierte Philosophie, Rechts- und Politikwissenschaft sowie Katholische Theologie. Von 1992 bis 1997 Professor für...

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