Verlassenheitspanik und Trennungsangst

Bindungstheorie und psychoanalytische Praxis bei Angstneurosen
Buchdeckel „978-3-608-89110-2

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Psychodynamik und Behandlung bei Messie-Syndrom und Zwangsstörung
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Erkenntnisse der Säuglingsforschung und der Bindungstheorie tragen zu einem neuen Verständnis schwerer Angsterkrankungen bei; ein theoretisch reflektiertes Buch für die Praxis

Panikattacken und tiefgreifende Trennungsängste markieren eine schwere Verlaufsform der weitverbreiteten Angststörungen. Panikanfälle können schlagartig auftreten und lösen im Betroffenen bedrohliche Gefühle der Hilflosigkeit aus, die sich bis zur Todesangst steigern können. Als besonders belastend erweist sich die Tatsache, daß für die Patienten der aktuelle Anlaß der Panikattacke meist nicht zugänglich ist; die Gründe für ihren seelischen Zusammenbruch bleiben im dunkeln.

An ausführlichen Falldarstellungen zeigt der Autor, welche Formen das Krankheitsbild annehmen kann, wie sich der Therapeut ihm im psychoanalytischen Setting nähern kann, vor allem aber auch, wie Quellen und Ursachen der Störung ins Bewußtsein gehoben werden können und welche Interventionen günstig sind. Besonderes Augenmerk liegt auf der Frage, ob die nicht verortbaren Ängste der Gegenwart im Zusammenhang mit frühen Leiderfahrungen aus der vorsprachlichen Kindheit stehen. Das praktische therapeutische Handeln ist geleitet von den theoretischen Orientierungen, die die Objektbeziehungspsychologie, Ich-Psychologie, Säuglingsforschung, und vor allem die Bindungstheorie zur Verfügung gestellt haben.

Inhaltsverzeichnis
Vorwort von Klaus Grossmann

1. Einleitung

2. Verlassenheitspanik, Paniken mit Todesangst und Trennungsängste

3. Grundlagen der Bindungstheorie und das Verhältnis von Bindung und Autonomie

4. Vorgeschichte und Befunde der klinischen Beispiele

5. Motivationstheorie in der heutigen Psychoanalyse, Winnicotts Konzept der »Angst vor dem Zusammenbruch« und Freuds Angsttheorie von 1926

6. Zur Theorie der Verinnerlichung schwieriger Erfahrungen der Bindung und der Autonomie

7. Die intrapersonalen und interpersonalen Aspekte der Struktur und der Dynamik und Überlegungen zur Autonomieentwicklung bei den vorgestellten Patienten

8. Grundlagen der hier angewandten psychoanalytischen Behandlungstechnik

9. Trennung, Bindungsangst und Verlassenheitspanik in der Übertragung. Darstellung der Behandlungsverläufe anhand der Geschichte der Analysepausen

10. Bindung und ihre Veränderung in den berichteten Behandlungen

11. Zusammenfassung und Diskussion

Anhang
Zur Methodik
Zur Wahl des Parameters Analysepause
Literatur
»«Nicht nur Kinder, sondern alle menschlichen Wesen zu allen Zeiten sind am glücklichsten und am besten in der Lage, ihre Begabungen darzubieten, wenn sie zuversichtlich sind, dass hinter ihnen eine oder mehrere Personen stehen, denen sie vertrauen und die ihnen zu Hilfe kommen, falls Schwieriakeiten auftreten.»

Wunderbar einfach formuliert und gleichzeitig treffsicher und überzeugend, steht die Aussage John Bowlbys, Kinderpsychiater und Psychoanalytiker, im Zentrum der von ihm begründeten Bindungstheorie. Bowlby war überzeugt, dass die Saat für geistige Gesundheit und Krankheit in der Kindheit gelegt wird.

Mitte unseres Jahrhunderts ging er in seinen Forschungen zunächst von der Frage nach den Hintergründen für die zum Teil schmerzlichen Trennungsreaktionen von Kleinkindern bei Abwesenheit der Mütter aus. Bei seinen Studien wurde Bowlby von der Verhaltensforschung mit ihren systematischen und experimentellen Untersuchungen der Mutter-Kind-Bindungen im Tierreich beeindruckt. Grob zuammengefasst kam Bowlby zum Schluss, dass die Entwicklung und die psychische Gesundheit stark durch die Art und Weise der Bindungserfahrung beeinflusst werden. Er war der Überzeugung, dass unsichere Bindungsbedingungen ein erheblicher Risikofaktor für die sozioemotionale Entwicklung des Kindes seien.

Rainer Rehberger, Mediziner und Psychoanalytiker, zeigt im vorliegenden Werk auf, welche hervorragenden Ansätze die Bindungstheorie Bowlbys für die moderne Therapie von Panikattacken und Trennungsängsten liefern kann. Indem der Autor das Verhalten seiner Patienten bei Therapieunterbrüchen «zum Beispiel bei ferienbedingter Abwesenheit» beobachtet und dabei bedeutsame Zusammenhänge zwischen ihren früheren Erfahrungen mit Trennung und Verlust und dem gegenwärtigen Erleben herstellen kann, ermöglicht er eine sichere Einschätzung der vorherrschenden Bindungsstile und ihrer Modifikationsmöglichkeiten in der Therapie. Akribisch genau erzählt der Autor die Geschichte von fünf ausgewählten Patientinnen aus seiner Praxis. Die jeweiligen Behandlungspausen während der Therapie stehen dabei im Zentrum und werden sorgfältig analysiert. Aufgrund des geschilderten Erlebens der Patientin/des Patienten während einer Therapieunterbrechung stellt Rehberger jeweils den Bezug zum verfestigten internalen Arbeitsmodell, welches an die frühen Bindungspersonen geknüpft ist, her.

Er geht davon aus, «dass erst die Reflexion über die Bindungspersonen und ihre besonderen Lebensumstände Einsicht und Verständnis und damit Befreiung von den alten internalen Arbeitsmodellen ermöglicht.»

Dem Autor kommt das Verdienst zu, frischen Wind in die gängigen Therapieansätze bei Angst- und Paniksymptomen zu bringen. Der konventionellen Psychoanalyse, die bis vor kurzem kaum Notiz von der Bindungstheorie genommen hat, und der modernen Verhaltenstherapie werden mit Rehbergers ausführlichen Falldarstellungen äusserst wertvolle Impulse geliefert.

Klar, dass es sich bei diesem Buch nicht um eine Lektüre für die Weihnachtsferien handelt. Es richtet sich vornehmlich an Fachleute aus Medizin und Psychotherapie, die Kenntnisse von der betreffenden Thematik haben. Dem Autor ist es aber gelungen, in seiner ganzen Fachlichkeit durchgehend verständlich zu bleiben. Das Werk ist ausgezeichnet strukturiert, detailliert erklärt und lebt ausserdem von den fünf Menschen, die sich als lebendige Falldokumentationen im ganzen Buch immer wieder präsentieren. Man lebt quasi in ihrer Geschichte mit. Dass ab und zu ein Kapitel etwas langatmig wirkt (was bei einem Psychoanalytiker ja nicht überraschen wird), kann man wohlwollend übersehen, die vielen Lerneffekte, die man beim Lesen erlebt, wiegen viel stärker.

Fazit: Eine Pflichtlektüre für alle, die therapeutisch mit Menschen arbeiten, welche an Angst- und Paniksymptomen leiden!«
André Kasper (intra, 04.10.1999)
Klett-Cotta Leben lernen Leben Lernen 128, mit e. Vorw. v. Klaus E. Grossmann
3. Aufl. 2010, 279 Seiten, broschiert
ISBN: 978-3-608-89110-2
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Rainer Rehberger

Rainer Rehberger, Dr. med., ist Facharzt für Psychotherapeutische und Innere Medizin, Psychoanalytiker und Gruppenanalytiker in freier Praxis in ...

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