Die Sprache der Familientherapie. Ein Vokabular

Kritischer Überblick und Integration systemtherapeutischer Begriffe, Konzepte und Methoden.
Buchdeckel „978-3-608-94395-5

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Überarbeitete und erweiterte Neuauflage!

In diesem Buch werden familientherapeutische Konzepte in Form eines »Wörterbuchs« dargestellt und kritisch diskutiert. Darüber hinaus bietet diese Enzyklopädie Ansätze zu einer Integration der verschiedenen familientherapeutischen Denklinien und Traditionen.

»Die Sprache der Familientherapie« liegt nun in einer völlig überarbeiteten und erweiterten Ausgabe vor und stellt somit ein unentbehrliches Handwerkszeug für jeden systemisch oder familienorientiert arbeitenden Therapeuten dar. Gleichzeitig vermittelt dieses Buch Studenten und Auszubildenden wesentliche Grundlagen der Familientherapie.

>> Zur Webseite des Helm Stierlin Instituts

»Die fünfte Auflage in 15 Jahren, weiterhin als Hardcover, kein Zweifel: dieses Buch hat sich über alle Modetrends hinweg bewährt, Dem entspricht, was ich an diesem 'Vokabular' mag: ein übersichtlicher und gut handhabbarer Aufbau (beginnend mit einer deutsch- und einer englischsprachigen Liste der vorgestellten Begriffe und endend mit einem ausführlichen Literaturverzeichnis, Personen- und Sachregister). Insgesamt 232 Begriffe werden zunächst kurz definiert und dann unterschiedlich ausführlich näher erläutert. Innerhalb dieser Erläuterungen gibt es Verweise auf andere diskutierte Begriffe. Das alles in einer Ausstattung, die dem erwünschten häufigen Gebrauch nicht nur standhält, sondern ihn erleichtert: es liegt halt gut in der Hand.

Und? Das Buch wird als 'völlig überarbeitete und erweiterte Auflage' vorgestellt. Die Autoren weisen im Vorwort darauf hin, daß 'die Formulierungen in der Ursprungsversion weit stärker pathologieorientiert waren' als in der vorliegenden Ausgabe. Sie orientieren sich damit an wesentlichen Weiterentwicklungen, die sich auf ein kollaboratives Verständnis therapeutischen Geschehens gründen.

Soweit, so gut. Mein Eindruck ist allerdings, daß die in diesem Buch diskutierte 'Sprache' eher eine runderneuerte Darstellung des bis Mitte der achtziger Jahre erreichten Standes der Kunst repräsentiert. Wesentliche Neuerungen kommen mir zu kurz. Wenn in dem Abschnitt über 'systemische Therapie' weitgehend auf das Mailänder Modell Bezug genommen wird (auch noch eingegrenzt als Form der Familientherapie) gehen wesentliche neuere Aspekte systemischer Therapie verloren. Hier scheint mir ein spezifisch Heidelberger bias im Verständnis des 'Systemischen' zu wirken, bei dem etwa die Arbeiten von Ludewig einfach zu kurz kommen.

Ein anderes Beispiel: Lynn Hoffman gehört zu den Autorinnen, auf die am häufigsten verwiesen wird. Bei diesen Verweisen handelt es sich fast ausnahmslos um das 1981 auf deutsch erschienene Buch »Grundlagen der Familientherapie«. Dieses, auf den Erfahrungen mit Haley basierende Buch hat nun kaum noch etwas mit den neueren Positionen Hoffmans zu einem kollaborativen Verständnis von Therapie zu tun. So gäbe es einige Beispiele. Daß innovative Autoren wie Jay Efran, Steven Friedman oder das Trio Duncan, Miller & Hubble außen vor bleiben, mag hierzulande angehen. Daß Günter Schiepek oder Jürgen Hargens 'nicht vorkommen' könnte fast als Affront verstanden werden.

Insgesamt: Das Buch und die Autoren haben sich das Longselling verdient. Das Buch ist nützlich und anregend, hilfreich beim schnellen Orientieren und beim Wunsch, etwas von den Entwicklungslinien der Szene zu erfassen. Was es nicht ist: Die Sprache der Familientherapie. Das im Vorwort von den Autoren konzertierte 'gestiegene Bewußtsein für die lmplikationen von Sprache' dürfte wohl kompatibel sein mit der Präzisierung '...aus Heidelberger Sicht'.«
Wolfgang Loth (systhema, 01.10.1999)
Klett-Cotta Fachbuch
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Prof. Dr. med. et phil., Psychoanalytiker und Familientherapeut. War von 1974 bis 1991 Ärztlicher Direktor der Abteilung für psychoanalytische ...

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