Der Ruf der Schlange

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Ein temporeicher Fantasythriller

Ein uralter Schöpfungs- und Vernichtungszauber streckt seine schrecklichen Klauen aus: Einst war die Schlange von den Schöpfergöttern unterworfen worden. Jetzt befreit sie sich und droht die Welt zu zerreissen.

Phora, die ruhmreiche dunibische Hauptstadt, im Jahr 713 neuer Zeit: Mysteriöse Todesfälle erschüttern die Öffentlichkeit. Die Opfer wurden allesamt schrecklich zugerichtet - Stammhirn und Rückgrat der Leichen sind spurlos verschwunden. Die Taten eines Wahnsinnigen,wie behauptet wird? Samu Rabov ist anderer Ansicht: Magie hebt ihr grausames Antlitz. Seit Jahrtausenden warnen spirituelle Lehren vor den »Schlangenkräften«, die in den Körpern der Menschen auf ihre Entfesselung lauern, und ebenso lange schon huldigen Schlangenanbeter in serpentistischen Orden und okkulten Riten der göttlichen Schlange und ihrer dunklen Kraft. Rabov muss Jagd auf die bereits entfesselten Schlangen machen und zudem den Zauber von Naxoda zerstören, bevor die Katastrophe ihren Lauf nimmt. Die Zeit drängt ...

Leseprobe
Prolog
Bei Tag und bei Nacht lag die schwarze Riesenkatze reglos in ihrem Steinholzkäfig und starrte sie beide an. Nur ganz selten schlossen sich die grünen Augen, deren kaltes Glühen Maki bis in ihre Träume verfolgte. Sico machte ihr dann immer das gleiche Zeichen - die flache rechte Hand neben dem schräg gelegten Kopf - und auf Zehenspitzen stahlen sie sich in ihren Winkel. Dorthin, wo Sico eine Bettstatt für sie beide errichtet hatte, aus Matten und Lumpen und was sie sonst noch hier im Schuppen gefunden hatten.
Auf ihrem Lager zog Sico sie an sich und sein Flüstern wurde heiser und atemlos. »Wir müssen ihn töten - bevor er uns umbringt.«
Maki schüttelte dann meist nur stumm den Kopf. Sie beide waren bloß hölzerne Figuren, mit Schnitzereien versehene Yasnabaumstämme, die er zu zauberischem Leben erweckt hatte. Er - Axoras, der Mächtigste im ganzen Moliat. Maki erinnerte sich noch an ihr Erwachen vor einer unbestimmten Anzahl von Tagen, an die allmähliche Fleischwerdung ihres hölzernen Körpers, wie man sich an Fieberträume erinnert, an Dämonentänze in der Morgendämmerung.
Wie könnten sie jemals imstande sein, Axoras zu töten? Den Herrn über ihr Dasein, der nur aus List die Gestalt eines Nachtparders angenommen hatte und der auch sie beide jederzeit wieder verwandeln konnte. In Felsen, in Pfützen, in ein Gewimmel aus Würmern - wie es ihm gerade gefiel.
Doch Sico berauschte sich an seinen Fantasien, genauso wie am Brausen der Leidenschaft in ihren Körpern, die doch nur so lange jung und kräftig waren, wie es Axoras gefiel. »Wäre er wirklich so mächtig«, flüsterte Sico ihr ins Ohr, »würde er dann immer noch in diesem Käfig sitzen? Hätte er sich nicht längst befreit und seine wahre Gestalt wieder angenommen? Glaub mir doch, Maki, das ist einfach ein gewöhnlicher Nachtparder - wir müssen ihn töten, bevor er uns in Stücke reißt und verschlingt.«
Nachtparder waren die schnellsten, stärksten, tödlichsten Raubkatzen Zaketumesiens und wahrscheinlich der ganzen Welt. Das konnte Maki aber nur vermuten, denn von ihrer Heimat kannte sie bloß die endlosen Nebelwälder des Moliat und von der restlichen Welt kaum mehr als diesen Schuppen.
Bleibt in meinem Blickfeld - sonst seid ihr tot. Das kalte Grün seiner Augen verfolgte sie bei Tag und bei Nacht. Keinen Laut, sonst seid ihr tot. Maki war sicher, dass alle diese Gedankenbefehle von dem Parder ausgingen. Versucht nicht zu fliehen, sonst seid ihr tot. Also konnte er niemand anderes als Axoras sein, der mächtigste Zauberer im Moliat, ja höchstwahrscheinlich auf der ganzen Welt. Wann hätte man jemals gehört, dass ein gewöhnlicher Nachtparder, und wäre er noch so kräftig und wohlgenährt, Gedankenbefehle aussenden konnte?
Und noch dazu schien er keinerlei Nahrung zu benötigen oder auch nur ein wenig Wasser. In einer der unzähligen Kisten hatte Sico Dörrfleisch und mehrere Fässer Maisbier gefunden. Doch Axoras hatte sich überhaupt nicht dafür interessiert. Es ist alles für euch. Bei Tag und bei Nacht lag er in seinem Käfig und starrte sie an. Weshalb die Männer, die ihn zusammen mit all den anderen Frachtgütern hier hereingeschleppt hatten, wohl auch geglaubt hatten, dass es sich um einen ausgestopften Tierkadaver oder um eine schwarz und grün bemalte Holzfigur handelte. So wie sie annehmen mussten, dass auch Sico und Maki keine lebendigen Menschen waren, sondern kunstvoll geschnitzte und bemalte Statuen aus Yasnaholz. Sie hatten die unzähligen Kisten, die Holzfiguren und den Käfig mit der starren schwarzen Katze aus dem Schiffsbauch in diesen Schuppen getragen und die Tür dann sorgsam hinter sich verriegelt.
Durch Ritzen in den Bretterwänden konnten Maki und Sico spärliche Ausschnitte ihrer Umgebung sehen. Anscheinend befanden sie sich in den Außenbezirken eines ungeheuer ausgedehnten Hafens. Zuweilen zogen Schiffe in einiger Entfernung vorüber - wendige Segler oder tempelgroße Kolosse, die Dampfwolken in den Himmel emporstießen. Ihr Schuppen lag offenbar am äußersten östlichen Rand des Hafens. Kein Schiff hatte an ihrem Steg angelegt, seit sie hier drinnen festsaßen. Nie waren dort draußen Schritte zu hören. Es war ein Ort wie in der Schattenwelt zwischen der Erde und dem Geisterreich. Zumindest von hier aus ähnelte die Küstenstadt mit ihren glitzernden Palästen der erhabenen Götterstadt, die Maki und Sico aus den Erzählungen der weisen Alten im Moliat kannten.
Aber das da draußen war nicht Naxoda, die versunkene Stadt im Nebelwald. Maki hatte gehört, wie die Lastenträger mehrfach den Namen der Stadt genannt hatten. Es war ein Name, den selbst die weisen Alten zu Hause mit widerwilliger Ehrfurcht aussprachen.
Phora, der strahlende Smaragd des Dunibischen Königreichs. Die reichste und mächtigste Stadt dieser Welt.
Sicos Atem ging keuchend. Schwer legte er sich auf Maki und seine Lippen stammelten den immer gleichen hitzigen Unfug in ihr Ohr. »Nur eine gewöhnliche Bestie ... Ihn töten, bevor er dich, Geliebte ... es nicht ertragen ...«
Ungestüm drang er in sie ein. Maki stöhnte auf, biss sich auf die Unterlippe - zu spät, sie spürte es noch im selben Moment: das kalte grüne Augenpaar, das sie im Dämmerlicht des Lagerschuppens suchte.
»Er ist wach«, flüsterte sie.
»Und wenn schon! Er muss sterben!«, schrie Sico. »Noch heute, bevor ...«
Was er in seinem Zorn noch hatte herausschreien wollen, sollte Maki nicht mehr erfahren. Von der anderen Seite des Schuppens her, wo der Steinholzkäfig stand, erhob sich mit einem Mal ein Grollen und Donnern. So als ob dort drüben die Erde bebte oder Felslawinen zu Tale rasten. Ein Brausen mischte sich dazu - es klang wie Sturmwind und zugleich wie eine mächtige Stimme, die in einer uralten und doch seltsam vertrauten Sprache Beschwörungen formte.
Maki hatte ihre Finger in den Rücken ihres Liebsten gekrallt. Jetzt spürte sie, wie sich unter ihren Händen sein Rückgrat bewegte. Wie es sich unter seiner Haut hervorbuckelte, wie es sich schlängelte und bäumte und Wirbel um Wirbel aus seinem Fleisch hervorgebrochen kam.
Kein Laut - sonst bist du tot.
Sieh nicht hin - sonst bist du tot.
Sie kniff die Augen zusammen, biss ihre Zähne aufeinander, presste die Kiefernknochen gegeneinander, dass es in ihren Ohren knackte und knirschte. Doch lauter, tausendmal lauter waren Sicos Schreie unmittelbar an ihrem Ohr. Sein erbärmliches Geheule, grässlicher als alles, was Maki jemals vernommen hatte, während die Wirbelsäule ihres Liebsten unter ihren schreckensstarren Fingern aus ihm hervorgeplatzt kam - Wirbel um Wirbel den Rücken hinauf bis in sein Genick - und dann mit trockenem Krachen sein Schädel gerade über dem Nacken zerknackte. Maki fühlte das alles mit ihren Fingern, auch das schleimige Etwas, das nun aus seiner Schädelschale hervorglitt. Ein Stück von seinem Gehirn, dachte sie, aber es fühlte sich federnd straff an unter all dem blutwarmen Schleim. Wie der Kopf einer kleinen Kreatur, durchfuhr es sie, und Sicos Rückgrat - der Leib einer sterbensmageren, kampfzerfetzten Schlange. Unerwartet kraftvoll bäumte sich das Kriechwesen auf, zuckte und wand sich, glitt durch ihre Finger und war fort.
Weiterhin wagte Maki nicht, ihre Augen zu öffnen, etwas zu flüstern, sich auch nur mit einer einzigen Faser zu bewegen. Auch Sico gab nicht einen erbärmlichen Laut mehr von sich. Starr und schwer lag er auf ihr, so als ob er wieder zur Statue aus Yasnaholz geworden wäre.
Aber er war noch immer aus Fleisch und Blut. Maki spürte seine Wärme auf ihrem Bauch, ihrer Brust, in ihrem Schoß. Und ihre Finger fühlten die schmierig nasse Furche hinten in seinem Rumpf, wo sein Rückgrat Wirbel um Wirbel aus ihm hervorgeborsten war.
Das geschah im siebenhundertunddreizehnten Jahr neuer Zeit, im zehntausendeinhundertsiebenundsiebzigsten Jahr nach dem Untergang von Naxoda.
Erstes Kapitel - Das Tempelzelt der Ragadhani 1
Auf dem Schindanger vor dem Schiffstor von Phora baute ein bakusischer Zirkus seine Zelte auf und damit begannen Samu Rabovs Probleme. Jedenfalls sollte er auch später noch hartnäckig an dieser Version festhalten.
In Wahrheit hatten seine - und keineswegs nur seine - Schwierigkeiten lange vorher angefangen. Jahre zuvor, an einem von Schlingpflanzen mit fleischigen Blättern und tiefgründigen Blüten (schorfroten, mitternachtsblauen) überwucherten Ort im zaketumesischen Nebelwald, dessen Name Rabov damals nicht einmal hätte buchstabieren können.
Naxoda. Gesprochen, unerwarteterweise: Nachkodá .
Es war ein Spätsommertag im Jahr 713 neuer Zeit. Die Einwohner von Phora, Hauptstadt des Vereinigten Dunibischen Königreichs, dämmerten oder delirierten in der drückenden Schwüle, je nach Herkunft und Temperament. Auch Samu Rabov hatte gerade erst seinen Frühstückstee geschlürft, dabei schlug die lärmende Pendeluhr neben der Tür zu seinem »Ladenlokal« bereits halb zwölf. Aber seine Klienten, sofern sich überhaupt welche blicken ließen, rüttelten selten vor Sonnenuntergang an seiner Tür.
Mit eingezogenem Kopf stand Rabov unter der niedrigen Decke seines notdürftig möblierten Hinterzimmers, das ihm als Wohn- und Schlafraum diente, außerdem als Büro, in dem er die meist tadelnswert hingeschluderten Berichte für seine Vorgesetzte Calin Stingard verfasste. Er klopfte die Taschen in seinem schlammfarbenen Überwurf ab, wobei er aus reiner Gewohnheit seufzte - alles, was er für die anstehende Ortsbegehung brauchte, trug er wie üblich bei sich. Eine Handvoll dunibische Kronen und Groschen, um die Zirkusleute für sich einzunehmen. Seine unverwüstliche Kladde, kaum größer als sein Handteller und in Reptilienhaut gebunden, nebst angespitztem Stift. Außerdem natürlich die silberne Anstecknadel, gekrümmt und bleich wie die Mondsichel kurz vor dem Verblassen, die ihn als königlichen Spezialagenten auswies. Aber dieses Erkennungszeichen, bei dessen Anblick selbst gesetzestreuen Dunibiern das Blut aus den Backen sackte, trug Rabov stets tief im Innern seines Überwurfs, praktisch schon unter der linken Achsel. Nur im äußersten Notfall ließ er das furchteinflößende Gestirn aufblitzen. Bisher war es ihm fast immer gelungen, seine Gegenüber auf andere, weniger verstörende Weise davon zu überzeugen, dass sie zu ihrem eigenen Besten mit ihm kooperieren sollten. Durch einige wohlgewählte Worte oder notfalls durch ein wenig Magie.
Nicht, dass Samu Rabov über staunenswerte magische Kräfte verfügt hätte. Es reichte gerade so eben, um ein paar Gedanken zu lesen, hier und da einen verschwommenen Blick in eine mögliche Zukunft zu erhaschen oder dem Willen widerborstiger Klienten einen schwachen Schubs zu versetzen. Hätte er mehr magische Macht besessen, so hätte sich Calin Stingard nie und nimmer dafür eingesetzt, dass ihm vor bald drei Jahren die Leitung der Königlichen Ermittlungsstelle für Mysteriöse Todesfälle (kurz Mysto ) übertragen worden war. Davon war Rabov jedenfalls überzeugt und damit befand er sich auch in allerbester Gesellschaft: Die Verfasser sämtlicher Lehrbücher, die er damals studiert hatte, um die nötige Qualifikation für den Mysto-Posten zu erwerben, warnten vor leichtfertiger Stärkung des Dunkeldu . Je höher die magische Begabung einer Person, desto kraftvoller ihr Dunkeldu und desto schwächer die Persönlichkeitsseiten, die in den Lehrbüchern als Lichtich verherrlicht wurden - Vernunft, Logik, Gewissen. Mehr als einmal hatte Calin Stingard durchblicken lassen, dass Rabov nicht zuletzt deshalb sogar hochkarätige Konkurrenten ausgestochen hatte - weil er neben schwachen magischen Fähigkeiten eine eiserne Selbstkontrolle und unbeirrbares analytisches Denkvermögen besaß. Tückische Zungen zischelten allerdings bis heute von gänzlich anderen Beweggründen der einflussreichen jungen Frau aus dem Ministerium für Innere Angelegenheiten des Dunibischen Königreichs. Nach dieser rufmörderischen Version verdankte Samu Rabov seine Ernennung zum Leiter der Mysto einzig und allein der Tatsache, dass er vor vier Jahren für kurze Zeit Calin Stingards Liebhaber gewesen war.
Frechheit, dachte Rabov. Missgünstiges Geschwätz. Wenn diese Vipern wüssten, was es hieß, Calin Stingard zu lieben. In ihren moosfarbenen Augen zu versinken, in ihrem Lächeln, ihren innigen Umarmungen. Gütiger Linglu! Auf der Stelle würde er noch heute den so hart erkämpften Posten mitsamt allen fragwürdigen Vorrechten wieder aufgeben, wenn er dafür bloß wieder unter Calin Stingards rohseidenen Himmelbettvorhang schlüpfen dürfte.
Er seufzte von neuem. Zumindest war er für heute Abend mit Calin verabredet, wenn auch natürlich nur dienstlich. Und damit dieses Treffen möglichst harmonisch verlief, sollte er sich nun endlich auf den Weg machen - bei klebrig feuchter Hitze bis zum anderen Ende der Stadt, wo der Zirkus die Uferwiesen zweifellos bereits in eine halluzinatorische Karawanserei verwandelte.
Jedenfalls, wenn dem Geraune der Hellseherin Selda zu trauen war. Schon vorgestern Abend hatte sie an seine Tür geklopft und ihm den von Südwesten sich herbeiwälzenden Tross mit erschöpfender Ausführlichkeit geschildert. Zahnarm nuschelnd, unter gelegentlichem Gliederzucken, die Augen mal zusammengekniffen, dann wieder alarmierend weit aufgerissen, hatte sie ihm jede einzelne Pferdekutsche, sämtliche Lastkarren und bunt ausstaffierten Reitakrobaten beschrieben. Und natürlich war Selda zu trauen - Rabov konnte sich an keinen einzigen Fall erinnern, in dem die Voraussagen der mageren Alten mit dem knorpelverwucherten Gesichtskrater nicht mehr oder weniger eingetroffen wären. Ihre Nase mochte Selda durch einen Anschlag verloren haben, über dessen genauere Umstände ihr nichts zu entlocken war. Doch ihr übersinnlicher Riecher für ins Haus stehenden Ärger war desto ausgeprägter und Rabov schalt sich, weil er nicht schon gestern oder zumindest heute früh zum Schiffstor hinausgefahren war, um die Zirkusleute aus Bakus in Augenschein zu nehmen.
Schuld war die Schwüle. (Und die Schlangen.) Angeblich war diese regenträchtige Wärme überhaupt erst mit der Zeitenwende in die einst sandig trockene phoräische Tiefebene gekommen, als Folge der Großen Flut. Aber obwohl sich die Leute über das mit jedem Tag noch widerwärtigere Wetter mit Feuereifer die Mäuler zerrissen, wusste im Grunde keiner darüber Bescheid. Jedenfalls niemand, der sich in den überfüllten Wirts- und Kaffeehäusern in der Altstadt von Phora herumtrieb, wo Samu Rabov in einem Kellerloch hauste.
Sammo, wie Calin ihn einst genannt hatte. Zärtlich oder neckend, an seine Seite geschmiegt oder sogar- das allerdings nur ganz selten- wenn sie ihn vom Ministerium aus angerufen hatte. Ah, dies süße Rieseln, wenn er das Hörrohr an sein Ohr gedrückt und mit ungläubigem Entzücken ihre Stimme gehört hatte, die seinen Kosenamen durch die Leitung keckerte. Sammo, mein Liebster . Vorbei, für immer vorbei!
Nein, nur vorübergehend, berichtigte er sich, während er mit drei raschen Schritten seinen »Laden« durchmaß, ohne den von allen Wänden glotzenden Masken (Holzvögeln, Lederlarven, Porzellandämonen) und den in langen Kleiderbügelreihen an Stangen schlotternden Kostümen (Jägern, Henkern, Sternenfahrern) mehr als die allerunvermeidlichste Aufmerksamkeit zu schenken. Eines Tages würde ihre alte Liebe in Calin erneut lebendig werden - das spürte er gerade jetzt wieder mit überwältigender Deutlichkeit. Wobei nur die Frage offenblieb, ob magisches Gespür oder bloßes Wunschdenken ihm diese so angenehme Gewissheit einflößte.
Magie, keine Frage, entschied Rabov - oder Lakori, wie das bei den Leute von den Noïli-Inseln hieß. Als Lakori bezeichneten sie die magischen oder eben lakorischen Kräfte, die jemandem innewohnten, aber das Wort stand auch für die Zauberer selbst. »Er hat Lakori« (oder auch »Er ist ein Lakori«) konnte bei diesem magiekundigen Völkchen vielerlei bedeuten - dass jemand wahrsagen konnte, Gedanken lesen oder auch senden, physische Objekte allein mit seiner Willenskraft durch den Raum bewegen und noch etliches mehr.
Rabov trat aus seiner Tür und erklomm die klamme Treppe zur Straße. Noch ehe er mit beiden Füßen auf dem Trottoir stand, rollten ihm Schweißtropfen den Rücken herunter. Sein schütteres aschblondes Haupthaar trug Samu (einst der Schönste eines dunibischen Provinzschulhofs) noch immer schulterlang, seit einigen Jahren jedoch zu einem rattenschwanzdünnen Zopf zusammengefasst. Er war fünfunddreißig Jahre alt und an Tagen wie diesem fühlte er sich für die Bürde, die Calin ihm im Namen Seiner Königlichen Majestät Sorno I. auf die Schultern geladen hatte, beinahe schon zu alt.
Nach einem Blick auf sein Firmenschild trottete Rabov die Flötenmachergasse linker Hand hinab. Das Emailleschild hatte er im Herbst 710 n.Z. eigenhändig an die Hausmauer neben seiner Kellertreppe geschraubt. Darauf stand in reich verzierten Lettern:
MYSTO - KOSTÜME & KULISSENVERKAUF, ANKAUF, VERLEIHGESCHÄFTSZEITEN: ABENDS & AUF GUT GLÜCKINHABER: SAMU A. RABOV
Er konnte an seinem eigenen Schild niemals vorbeigehen, ohne sich zu vergewissern, dass die Aufschrift dieselbe war, die er seinerzeit in Auftrag gegeben hatte. Ganz zu Anfang seiner neuen Tätigkeit war es einmal passiert, dass ein Verwandlungsmagier namens Tarek vor seinen Augen den Wortlaut auf dem Emailleschild verändert hatte - allein durch seine Willenskraft, während er die Arme vor seinem mit goldenen Spiralnebeln gemusterten Umhang verschränkt hielt. Nur weil er einige Minuten vor verschlossener Tür auf Rabov warten musste, hatte sich der krankhaft bleiche und hagere Magier aus Wut an dem Schild vergangen. Nun gut, vielleicht hatte sich Rabov damals auch um eine halbe Stunde oder sogar ein wenig mehr verspätet, aber das gab niemandem das Recht zu so schändlichem Schabernack. Mysto - KÖNIGLICHE SCHNÜFFELSTELLE , stand auf einmal auf dem Emailleschild zu lesen. Und weiter:
VERLEUMDUNG, ANSCHWÄRZUNG, VERHÖRGESCHÄFTSZEITEN: ABENDS IM SERP'SINHABER: SAMU AAS. GEIROV
Noch während er damals ungläubig mit den Augen blinzelte (das Serp's war ein einschlägiger Nachtklub, in dem »Schlangentänzerinnen« vor wie hinter den Kulissen ihre Biegsamkeit bewiesen), verwandelte sich der Schriftzug in die gewohnte Zeichenfolge zurück. Transformationszauber ersten Grades wirkt immer nur so lange, wie der betreffende Verwandlungsmagier seine lakorischen Kräfte dafür einsetzt - und auch das nur bei denjenigen, gegen die sich der magische Anschlag richtet. Doch obwohl sich Rabov dieser Tatsache natürlich bewusst war und jener Zwischenfall bald drei Jahre zurücklag, konnte er bis heute niemals an seinem Firmenschild vorbeigehen, ohne die Aufschrift mit raschem Blick zu prüfen. Ja, es war sogar vorgekommen, dass er zu nächtlicher Stunde, eine Gaslampe in der Hand, aus seiner Ladentür und die jederzeit schmierigen Stufen emporgetapst war, um sich zu vergewissern, dass er als Masken- und Kulissenanbieter und nicht etwa als königlicher Schnüffler firmierte.
2
Wie eine Bisswunde prangte die Sonne am Mittagshimmel, in der Farbe reifen Eiters und umweht von Wolkenbändern, die Rabov an Verbandmull erinnerten. Schwitzend schleppte er sich die Flötenmachergasse hinab, entschlossen, am Rossmarkt in die Tram zu steigen - Dampfbahn, Mulibahn, was gerade fuhr.
Piepen und Fiepen, Tröten und Tirilieren drang aus den Kellerwerkstätten zu ihm herauf. In diesen lichtarmen Gewölben, feucht und stickig wie seine eigene Behausung, gingen die weltberühmten phoräischen Flötenmacher ihrem altehrwürdigen Handwerk nach, in siebter oder sogar schon in elfter Generation. Aus Korkrohr, Mahagoni und dem legendären Steinholz der zaketumesischen Nebelwälder schnitzten, bohrten und schliffen sie kunstvolle Flöten in allen Größen und Formen, für jede Tonart und Gelegenheit, für anspruchslose Schulkinder ebenso wie für Wildjäger in aller Welt. Mit phoräischen Flöten ließen sich die Balzrufe der schmackhaften Sumpfammern, die im Schwemmland westlich von Phora nisteten, ebenso täuschend nachahmen wie der Alarmschrei des Hochwaldfalken in den norddunibischen Bergen, das Muhen des bakusischen Auerfroschs genauso wie wollüstiges Maunzen oder nervenzerfetzendes Säuglingsplärren.
Die Erfindung des mechanischen Melodophons (seit 709 n.Z. mit Federwerk, seit 711 auch dampfbetrieben) hatte der Flötenmacherzunft allerdings einen Stoß versetzt, von dem sie sich vielleicht nie mehr gänzlich erholen würde. Wozu sollte man noch länger altmodische und kostspielige Flöten kaufen und aus diesen dann auch noch die gewünschten Töne eigenmundig hervorblasen - wenn man doch neuerdings ganze Waldvogelchöre oder bakusische Arien in Metallscheiben geritzt beim Musikalienhändler erwerben konnte? Seit der letzten Jahrhundertwende hatten die phoräischen Flötenmacher einen großen Teil ihrer angestammten Käuferschaft verloren. Und nur weil ihnen die Schlangenbeschwörer und Priester gewisser serpentistischer Kulte zugewachsen waren, hatten einige der traditionsreichen Handwerksbetriebe in der Flötenmachergasse überlebt. Mehr als die Hälfte der kleinen Werkstätten aber stand mittlerweile leer oder beherbergte zwielichtige Händler oder sogar Fuselschenken, sichere Anzeichen eines vor wenigen Jahren noch unvorstellbaren Verfalls.
Samu Rabov entgingen die abschätzigen Blicke keineswegs, die auch heute von unten herauf durch halbblinde Kellerfenster auf ihn abgeschossen wurden. Schmerzlich war er sich der Tatsache bewusst, dass, mit den Augen der Flötenmachermeister, ihrer Familien, Gesellen und Lehrjungen besehen, er selbst zu den Vorboten oder sogar Vollstreckern des besagten Niedergangs zählte. Anfangs hatte Rabov versucht, sich mit seinen Nachbarn anzufreunden, sie zumindest von seiner aufrichtigen Gesinnung zu überzeugen. Aber wann immer er einen der stolzen Meister grüßte oder in ein Gespräch verwickeln wollte, schauten sie durch ihn hindurch, mit starren Mienen und zusammengepressten Lippen, als ob er eine Spukerscheinung wäre, die man sich auf diese Weise am sichersten wieder vom Hals schaffen konnte. Also hatte er es schließlich aufgegeben und sich in das anscheinend Unabänderliche gefügt. Wie zum Spott pfiff und trötete es aus einem halben Dutzend Kellerwerkstätten, wann immer er durch die Flötenmachergasse ging, doch in all den Jahren hatte niemand aus seiner Nachbarschaft auch nur ein Wort mit ihm gewechselt. Hätten sie geahnt, welcher hochheiklen Mission sich der vermeintliche Maskenhändler, Kulissen- und Kostümverleiher Samu A. Rabov in Wahrheit verschrieben hatte, so hätten sie sich ihm höchstwahrscheinlich zu Füßen geworfen - aus Angst vor der Reichsgewalt, die er ein wenig mitverkörperte, aber wohl auch aus Respekt vor einem Mann, der sein Leben in den Dienst ihres ruhigen Schlafs gestellt hatte. Doch er konnte diesen braven Handwerkern ja nicht rundweg offenbaren, dass er in Wahrheit ein königlicher Spezialagent war, Leiter der Mysto, von deren Existenz im ganzen Königreich allenfalls eine Handvoll Personen wusste.
»Verstehen Sie, Meister Lowiz« - so hieß sein Nachbar zur Linken - »in unserem schönen Phora leben überschlägig zwei- bis drei-hundert Personen mit beunruhigenden lakorischen Fähigkeiten und meine Aufgabe ist es, kurz gesagt, brave Bürger wie Sie, Ihre Gattin und Ihr Töchterlein vor dieser zwielichtigen Brut zu beschützen - denn diese Leute haben die Kontrolle über ihr Dunkeldu mehr oder weniger vollständig verloren. Viel zu viel ungebundene Lakori, Sie verstehen?« Nein, das ging wirklich nicht. Und so war Rabov - seit Kindesbeinen ein gedankenreicher Eigenbrötler - nur noch einsamer geworden, seit er zum Leiter der Mysto berufen worden war.
Wäre es nach ihm gegangen, er hätte sich im Künstlerviertel auf dem Donarberg oder sogar im quirligen Hafenquartier unweit des Smaragdtors eine Behausung gesucht. Aber Calin Stingard hatte darauf bestanden, dass er gerade hier, in der unübersehbar heruntergekommenen Flötenmachergasse, seinen Posten bezog. In ihrem rußschwarzen Dampfwagen hatte sie ihn an seinem ersten Arbeitstag höchstpersönlich in sein neues Domizil chauffiert. »Das hier ist der perfekte Ort für dich«, hatte sie verkündet, »und eines Tages wirst du auch erkennen, warum.« Sie hatte ihm den Schlüssel in den Schoß geworfen, sich über ihn hinweggebeugt und die Beifahrertür aufgestoßen. »Alles Gute, Samu.«
Wieso das hier der perfekte Ort sein sollte, leuchtete ihm jedoch bis heute nicht ein. Feindselige, verbitterte Nachbarn - und beinahe die einzigen Passanten, die einem zwischen den schmalbrüstigen Fachwerkhäusern über den Weg liefen, waren ausgemergelte, dunkelhäutige Männer mit wallenden Gewändern und silberfarben geschminkten Lidern, die in Flechtkörben ein kaltes Gewimmel mit sich trugen. Starre Augen, die Rabov im Vorüberschlendern durch die Korbmaschen fixierten, und zwiegespaltene Zungen, die zwischen nadelspitzen Zahnreihen hervorschnellten. Der Gedanke, dass hinter seinen Zimmerwänden bald jeden Tag Körbe und Käfige geöffnet wurden, Speikadoras oder bakusische Lyrissen sich hervorringelten, um mit wechselnden Flöten probeweise beschworen zu werden, war ihm alles andere als angenehm. In seinem tiefsten Herzen wünschte sich Rabov zuweilen, dass auch Meister Lowiz und (zu seiner Rechten) Meister Miceo lieber heute als morgen vor der Übermacht des Melodophons kapitulieren und ihre Werkstätten für immer schließen würden. Stattdessen aber, so schien es ihm zumindest, schwoll der Strom der Schlangenbeschwörer und serpentistischen Gurus, die in die Keller seiner Nachbarn drängten, seit Wochen und Monaten immer weiter an.
Gegen die Schliche von Verwandlungsmagiern und selbst von Dämonenbeschwörern konnte Rabov sich notfalls zur Wehr setzen - das hatte er während seiner Ausbildung gelernt und im mehrjährigen Frontdienst weidlich erprobt. Aber mit ausgewachsenen Gift- oder Würgeschlangen hatte er es noch nie zu tun bekommen und Rabov hoffte inständig, dass er auch niemals in die Verlegenheit kommen würde, mit einer bakusischen Lyrissa oder einer zaketumesischen Makuba kämpfen zu müssen.
In solcherlei Gedanken versunken, erreichte er das weite Rund des Rossmarkts, das heiße Hirn der phoräischen Altstadt. Von hier aus fuhren Trambahnen, mit neumodischen Dampfmaschinen betrieben oder von den guten alten Mulis gezogen, sternförmig bis in die entferntesten Viertel der Stadt. Entsprechend vibrierte der Platz, den türmchengeschmückte Patrizierhäuser säumten, vor geschäftigem Treiben. Händler in Bretterbuden, mit Holzkarren oder mit vor den Bauch geschnallten Läden priesen zaketumesische Buti-Nüsse, süddunibische Orangen und bakusisches Fettgebäck an. Ortsfremde Passanten liefen flackernden Blicks durcheinander, mit den Schultern rempelnd und in laute Verwünschungen ausbrechend, wenn eine Bahn ihnen vor der Nase davonfuhr. Kutscher ließen ihre Peitschen über den Köpfen der schicksalsergebenen Maultiere schnalzen, Dampfwolken schossen mit erschreckendem Puffen und Zischen aus den Schornsteinen der maschinengetriebenen Schienenbahnen.
Rabov schwang sich in den hintersten Waggon der Grünen Linie, die ihn in halbstündiger Fahrt zum Schiffstor bringen würde. Immerhin gab es noch einige freie Plätze, und als der Tramführer die Dampfsirene ertönen ließ, beeilte sich Rabov, vis-à-vis einer anscheinend wohlsituierten Dame in den Dreißigern Platz zu nehmen, die ihm verheißungsvoll entgegenlächelte.
Noch während er im Sitzen seine Beinkleider ordnete, fuhr die Tram mit so brutalem Rucken an, dass er rücklings gegen die Lehne geworfen wurde. Das Lächeln der jungen Dame gerann zum hämischen Grinsen. Ihr Pfirsichteint wurde krankhaft bleich und übersäte sich mit schwarzen Stoppeln. Zugleich wich ihr Haaransatz um vier Fingerbreit zurück und ihr Blick wurde stechend. Anstelle der blütenweißen Rüschenbluse und des farngrünen Leinenrocks trug Rabovs Gegenüber auf einmal einen speckigen schwarzen Anzug, dessen beste Zeiten gewiss ein ganzes Jahrzehnt zurücklagen.
»Dachte ich's mir doch«, sagte der Verwandlungsmagier Tarek (denn kein anderer war es), »dass Sie auf so ein Frätzchen fliegen würden, Chef.« Er schlug ein Bein übers andere, so dass sein knochenspitzes Knie durch den Hosenstoff stach und am unteren Ende ein Schienbein von der Farbe ungelöschten Kalks zum Vorschein kam. »Na, seien Sie doch nicht gleich wieder böse.« Tarek beugte sich vor und haschte mit seiner Rechten nach Rabovs Unterarm.
Hastig zog Rabov seine Hand zurück. Vor ein paar Wochen erst hatte Tarek auf diese Weise einem unseligen Opfer ein Stück Gazellenfell wachsen lassen - einen akkurat gestreiften braunen Pelzring in Höhe des linken Ellenbogens.
»Hören Sie mir erst mal zu, Chef - danach werden Sie dem ollen Tarek mit Tränen in den Augen danken.«
»Insgesamt präsentiert der Autor in "Der Ruf der Schlange" einen üppigen, stets spannenden und atmosphärischen Mix aus Gruselgeschichte, Abenteuer und Fantasy. Andreas Gößlings Mut, unterschiedlichste Phantastik- und Thriller-Elemente zu kreuzen, hat sich gelohnt und bietet Lesevergnügen jenseits der Genregrenzen.« phantastik-couch.de, 11.10.2010 »DER RUF DER SCHLANGE, ein facettenreicher, phantastischer Roman, ist eine absolut lesenswerte Mischung aus Fantasyabenteuer, Horrorgeschichte und Detektivroman, ein außergewöhnlich niveauvoller und spannender Lesegenuss.« literaturzirkel.eu, September 2010 »Sicherlich ein Buch, das schon von der Anlage her - einer archaischen Welt, die vor der Entscheidung steht, ob man die religiös verordnete Technikfeindlichkeit beibehält, oder auf der Entwicklung voranschreitet - anders ist als viele der üblichen Bücher des Genres, das sich dem Leser nicht immer ganz einfach erschließt, ihn zum Mitdenken und Ausfüllen der Lücken auffordert, das aber gerade, weil es der eigenen Kreativität und Phantasie Möglichkeiten der Entfaltung bietet, ja diese sogar anfordert, interessant und spannend bis zum Schluss bleibt.« phantastiknews.de, 04.10.2010

 »Lesevergnügen jenseits der Genregrenzen.« phantastik-couch.de, 11.10.2010

 »eine absolut lesenswerte Mischung aus Fantasyabenteuer, Horrorgeschichte und Detektivroman« literaturzirkel.eu, September 2010

»Sicherlich ein Buch, das ... anders ist als viele der üblichen Bücher des Genres« phantastiknews.de, 04.10.2010
Hobbitpresse Roman
1. Aufl. 2010, 527 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, Vorsatzkarten
ISBN: 978-3-608-93875-3
autor_portrait

Andreas Gößling

Andreas Gößling, geboren 1958, lebt als freier Schriftsteller in Coburg. Er ist bekannt durch seine historisch-phantastischen Romane für Erwachsene ( ...



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