Corona-Tipps von unseren Fachleuten: Über Familie und Partnerschaft in Zeiten von Corona

Corona-Tipps von unseren Fachleuten: Über Familie und Partnerschaft in Zeiten von Corona

In Zeiten von Corona verbringen Familien ungewohnt viel Zeit in räumlicher Nähe. Zusätzlich steht man vor neuen Herausforderungen wie Homeoffice und Heimunterricht der Kinder, und auch wirtschaftliche Sorgen kommen hinzu. Wie schafft man es, dass die Partnerschaft nicht unter zu viel Nähe und Sorgen leidet?

Viele Paare und Familien stecken jetzt im Dichtestress, weil sie sich näher sein müssen als ihnen guttut. Mit dem Bewegungsradius jedes einzelnen werden außerdem die Autonomiebedürfnisse eingeschränkt. Dazu kommen das Wissen um die globale Bedrohung, wirtschaftliche und gesundheitliche Sorgen und Doppelbelastungen durch Homeoffice und Kinderbetreuung. Das kann auf die Stimmung drücken und zu einer Daueranspannung führen, die sich leicht in Konflikten mit der Partnerin, dem Partner oder den Kindern entlädt.
Wie kann ich Stress abbauen? Was tut mir jetzt gut? Wer diese Fragen für sich beantworten kann, trägt bereits einiges zum Wohlbefinden aller bei. Denn nur wenn es dem Einzelnen gut geht, kann es auch der Beziehung oder Familie gutgehen. In Corona-Zeiten hat das oft mit einer bewussten Tagesgestaltung und einer gesunden Lebensführung mit gutem Essen, genügend Bewegung, aber auch Erholung und Schlaf zu tun. Per Video oder Telefon Kontakte mit Menschen zu pflegen, die nicht Bett, Bad, Küche und Balkon mit einem teilen, ist ebenso wichtig. Wer sich außerdem immer mal Zeit nimmt, um für sich zu sein und zu tun, wonach ihm gerade der Sinn steht, sorgt für Ausgleich von der intensiven Nähe. Solche Auszeiten vorher mit dem Partner oder den Kindern abzusprechen, beugt Missverständnissen vor.
Zusätzlich kann es helfen, sich regelmäßig zusammenzusetzen, um zu besprechen, wie es allen geht, was jeder braucht, damit es ihm gutgeht, und was man im Miteinander verändern kann. Grundsätzlich ist es besser, nicht alles still hinzunehmen, was einen stört. Eine freundlich geäußerte Bitte mit einer Erklärung, warum mir etwas wichtig ist, kommt oft besser an als Vorwürfe und Forderungen. Weil es aber trotz bester Absichten zu Funkenschlag kommen kann, ist auch Nachsicht wichtig – für den anderen ebenso wie für sich selbst – und der Glaube daran, dass die Ursache vieler Konflikte eher in unglücklichen Missverständnissen liegt als in der bösen Absicht des anderen.


Melanie Büttner ist Herausgeberin des Buchs "Trauma und Gewalt". Im Herbst erscheint das Buch "Häusliche Gewalt".
Sie ist Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Sexualtherapeutin & Traumatherapeutin.
Ihr Zeit ONLINE Podcast "Ist das normal?" beschäftigt sich mit dem Thema Sexualität.


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Melanie Büttner

Dr. med. Melanie Büttner ist an der Klinik u. Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des Klinikums rechts der Isar (TU München) ...



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