David Graeber in der Sendung »maybrit illner« im ZDF (Mediathek)

Gestern (24.05.2012) war der Klett-Cotta-Autor David Graeber zu Gast in der Sendung »maybrit illner« im ZDF.


Das Thema der Sendung:
»Alle pfeifen auf die Schulden - wer hört noch auf die Kanzlerin?«


Die Gäste

David Graeber,
Anthropologe und Anarchist, Vordenker der Occupy-Bewegung, Autor u.a. "Schulden: Die ersten 5000 Jahre"

Markus Söder (CSU), Bayerischer Staatsminister der Finanzen

Jürgen Trittin (Bündnis 90/Die Grünen), Fraktionsvorsitzender

Herbert Walter, ehem. Vorstandsvorsitzender Dresdner Bank

Theodoros Paraskevopoulos, griechischer Wirtschaftswissenschaftler, berät den linken griechischen Wahlfavoriten Alexis Tsipras (Syriza)

Noch vor wenigen Wochen wurde Angela Merkel gefeiert: als einsamer Polit-Fels in der Euro-Brandung, als bärenstarke Kanzlerin, die ganz Europa auf (Spar-)Kurs bringt, als unangefochtene Spitzenfrau im Land und in ihrer Partei. In Europa steht sie nach den Wahlen in Frankreich und Griechenland plötzlich ziemlich isoliert da - und nach dem Wahl-Debakel der CDU in NRW, gefolgt vom spektakulären Rausschmiss des Umweltministers Norbert Röttgen, bekommt sie auch innenpolitisch heftigen, lange nicht mehr erlebten Gegenwind zu spüren. Wie geschlossen stehen ihre Partei und die Koalition noch hinter ihr, wenn es jetzt darum geht, rechtzeitig vor den nächsten Bundestagswahlen ihre wichtigsten Reformprojekte durchzubringen? Kann sie weiter damit rechnen, dass ihr Euro-Kurs von SPD und Grünen mitgetragen wird, auf deren Unterstützung sie in Bundestag und Bundesrat angewiesen ist?

Und wie weit gelingt ein Schulterschluss mit dem neuen französischen Präsidenten Francois Hollande, für den ein kräftiger Wachstumsimpuls viel wichtiger ist als der Schuldenabbau? Wer hört noch auf die Kanzlerin - daheim und in Europa?
In Griechenland gilt der Linkspolitiker Alexis Tsipras als Favorit für die Wahlen im Juni. Er will den Euro behalten, verkündet aber unüberhörbar, diese Woche auch in Berlin: Wir werden uns nicht weiter von den EU-Partnern knebeln und bevormunden lassen - wir stoppen die Rückzahlung unserer Schulden - die Existenzgrundlage unserer Bürger ist wichtiger als Merkels Sparkurs. Als Tsipras bei den letzten Wahlen mit solchen Thesen überraschend auf dem zweiten Platz landete, wurde er in Euro-Land wie ein Schmuddelkind behandelt: ein Spinner, ein Populist. Inzwischen hat sich der Wind gedreht. Inzwischen heißt es: der Mann hat gar nicht so Unrecht, Schuldentilgung kann nicht die einzige Antwort der Politik auf alle brennenden Fragen und Probleme sein.

Da kommt das neue Buch des Anthropologen und Anarchisten David Graeber gerade recht. Der Vater der Occupy-Bewegung ist überzeugt: "Die wachsende Schuldenlast bringt die westlichen Gesellschaften an den Rand einer Revolution. Jedes System, das die Welt auf Zahlen reduziert, kann nur durch Waffen in Schach gehalten werden". Graeber fordert ein radikales Umdenken. Und viele - gerade jüngere - Menschen folgen ihm. Die Erfolge der Piraten-Partei in Deutschland und die weltweite Aufmerksamkeit für die Occupy-Bewegung sind Symptome eines tiefen Bewusstseinswandels.

Ist es Zeit, über eine "neue schöne Welt" ohne Schulden, vielleicht sogar ohne Geld nachzudenken? Kann und will die Kanzlerin Kurs halten? Wer hört noch auf sie? Darüber diskutiert Maybrit Illner mit ihren Gästen.   
 
"maybrit illner" mit dem Thema: "Alle pfeifen auf die Schulden - wer hört noch auf die Kanzlerin?" Donnerstag, 24. Mai 2012, 22.15 Uhr im ZDF

Weitere Infos zur Sendung unter: www.zdf.de



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