Zeitschrift Trauma & Gewalt - Heft 3/2018 - Thema Kollektives Trauma, Krieg und Terror

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Aus dem Editorial von Jan Ilhan Kizilhan


In den letzten Jahren haben politische Umwälzungen, Kriegs- und Bürgerkriegszustände sowie steigende Armut und Naturkatastrophen in verschiedenen Ländern der Welt zu einer verstärkten Flucht nach Europa geführt. Die psychische Verfassung und psychosoziale Lebenssituation der Flüchtenden können mehrdimensional beeinträchtigt sein: Einerseits können sie unter unverarbeiteten traumatischen Erlebnissen leiden, oft begleitet von Migrations- und Entwurzelungserfahrungen, die sie prägen können. Ebenfalls werden sie im Aufnahmeland mit zum Teil völlig neuen Normen und Werten, Institutionen sowie einer fremden Sprache konfrontiert. Besonders schwierig ist es für Menschen aus Gemeinschaften, die sich seit mehreren Generationen auf der Flucht, im Krieg oder in kriegsähnlichen Situationen befinden. Bei Menschen mit Genozid- und Foltererfahrung können sogar Kinder und Kindeskinder betroffen sein. Dies mussten insbesondere religiöse Minderheiten wie die Jesiden, orientalische Christen, Mandäer oder Feylis seit dem Bürgerkrieg in Syrien und der Terrororganisation des sogenannten »Islamischen Staates« in Irak und Syrien erleben. Terror und Krieg bis hin zu genozidalem Ausmaß haben die Menschen und ihre Gesellschaft tief beeinflusst und die historischen Traumata ihrer Vorfahren wieder ins Bewusstsein gerufen.

Viele dieser Menschen können in diesen Ländern nicht mehr überleben und entscheiden sich für die Flucht. Einige schaffen es, nach Deutschland zu gelangen. Die medizinische und psychologische Behandlung von traumatisierten Geflüchteten stellt Therapeutinnen und Therapeuten in Deutschland vor erhebliche Schwierigkeiten. Dazu gehören neben der sprachlichen Verständigung kulturspezifische Krankheitsvorstellungen und -beschreibungen der Patientinnen und Patienten, ihre Beziehung mit den Therapeuten, ihre entsprechende Erzählstruktur, politische Konstellationen, geschlechtsspezifische Aspekte usw., die die Untersuchung, Diagnostik und Behandlung erschweren.
Windhorst und KollegInnen (Tübingen) beschäftigen sich mit der psychotherapeutischen Versorgung kriegstraumatisierter Frauen aus dem Nordirak und stellen ein spezialisiertes Gruppensetting vor. 

Auf dem Hintergrund der in den letzten Jahren zunehmenden ethnischen und religiösen Konflikte und kollektiven Traumata stellt Kizilhan Überlegungen zu Transgenerationalen Traumata an und beschreibt ein Modell zur Transmission von Traumatisierungen und Traumbehandlung. 

Laub und Kollegen (Wien) setzen sich in ihrem Beitrag mit der Posttraumatischen Belastungsstörung und Depressionen bei Jesidinnen auseinander und untersuchen die Prävalenz und Prädiktoren von Frauen, die nach der IS-Gefangenschaft in Deutschland behandelt werden.

In weiteren Beiträgen geht es u.a. um transkulturelle Aspekte bei der Behandlung Posttraumatischer Belastungsstörungen und die ergreifenden Schicksale Überlebender von Krieg und Terror.

Darüber hinaus finden sich in dieser Ausgabe weitere interessante Beiträge, unter anderem zu sekundär traumatischen Belastungen bei Dolmetschern für Geflüchtete sowie eine Online-Befragung zur organisierten und rituellen Gewalt in Deutschland.         



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