Worte sind Silber – was ist Gold?

Heilsame Geschichten entwickeln in Körper, Bild und Sprache

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»Eine Fundgrube für Theorie und Praxis der Psychotherapie«
Ulrike Borst, Herausgeberin der Familiendynamik

Die Autorin schildert anhand eindrücklicher Fallbeispiele, wie vielseitig Geschichten im Rahmen eines integrativen, ganzheitlichen und ressourcenorientierten Konzeptes psychotherapeutisch genutzt werden können.

Vielen Therapeuten fallen sofort KlientInnen ein, bei denen sie nach wenigen Gesprächen den Eindruck gewinnen, dass es nicht reicht, »nur« zu reden. Annette Pestalozzi-Bridel zeigt, dass es für die Gesundung der Patienten unerlässlich ist, neben der Sprachebene auch die »wortlosen Erzählungen« des Körpers und die Aussagekraft symbolischer Bilder wirken zu lassen.
Das auf diese Weise vorgenommene »Ent-decken« und Umgestalten von Geschichten in der Therapie ermöglicht »gefühlte Bedeutungen« und intensiviert somit wichtige Lernprozesse.
Die Autorin schildert anhand eindrücklicher Fallbeispiele, wie vielseitig Geschichten im Rahmen eines integrativen, ganzheitlichen und ressourcenorientierten Konzeptes psychotherapeutisch genutzt werden können.

ZIELGRUPPE:

- Alle PsychotherapeutInnen, besonders
- systemischer und tiefenpsychologisch orientierter Richtung

Schlüsselwörter:

Psychologie, Psychotherapie, Psychologische Beratung, Systemische Therapie, Familientherapie, Tiefenpsychologie, psychosomatisch, Körper, Körper und Psyche, Körperwahrnehmung, Körperorientierte Psychotherapie, Körpersprache, Embodiment, symbolische Bilder, Imagination, Bildersprache, Körpersprache, Resilienz, Ressourcen, ganzheitlich, Familiendynamik, Familientherapie, Psychodrama, Monodrama, Coaching, Grawe, Borst, C. G. Jung, Maja Storch, System Familie, Depression, Angst

Worte sind Silber – Was ist Gold?
Integratives Psychotherapiekonzept, systemisch und psychodynamisch: Multicodierter und multiperspektivischer Umgang mit Narrativen /Geschichten in Körper/Embodiment, symbolischen Bildern und Sprache.
Besuchen Sie die Website von Annette Pestalozzi-Bridel

Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis

Danksagung   9
Vorwort    11
Einleitung   13

I
I.   THEORIE 19  
1   Geschichten im psychotherapeutischen Kontext 21  
1.1   Das Wesen von Geschichten   22  
1.2   Geschichten zwischen Wirklichkeit und Möglichkeit . 27  
1.3   Explizite und implizite Inhalte von Geschichten   29  
1.4   Verändern von Gedächtnisinhalten und Ressourcenaktivierung . 42  
1.5   Gespeichertes maladaptives Wissen und problematisches Verhalten   45  
1.6   Psychotherapie und Ressourcenaktivierung: Anbahnung wohladaptiver Handlungsmuster   . 47  
1.7   Die Bedeutung der neurobiologischen Erkenntnisse für das   Erforschen und Umgestalten von Geschichten als Grundlage von Veränderung   48  
2   Erforschen und Umgestalten von Geschichten in verschiedenen Bewusstseinsräumen 52  
2.1   Bewusstseinsformen und ihre Wirkung auf das Verhalten   52  
2.2   Die Multicodierung neuronaler Netze   58  
2.3   Bewusstseinsprozesse in drei Gestaltungs- und Ausdrucksräumen 60  
2.4   Die Kunst eines vernetzten Umgangs mit Geschichten 67  
3   Sprachliche und bildhaft symbolische Gestaltung von Geschichten 72  
3.1   Unterschiede der sprachlichen und der bildhaft en Kommunikationsformen 74  
3.2   Metaphern zwischen Sprache und Bild . 79  
3.3   Symbole und symbolische Bilder als Ausdruck von Unsagbarem 80  
3.4   Der Bezug symbolischer Bilder zu Vergangenheit und Zukunft 85  
3.5   Symbolbildungen und Selbstorganisationsprozesse 87  
3.6   Eine Bildergeschichte: Anregungen zu Symbolbildungen initiieren einen psychischen Selbstorganisationsprozess 93  
6 Inhaltsverzeichnis  
4 Die körperliche Dimension von Geschichten 107  
4.1 Die wortlose Erzählung des Körpers   . 108  
4.2 Psychosomatische Symptome als Ausdruck von Leidensgeschichten   112  
4.3 Embodiment: Der Körper als Mitgestalter von psychischen Prozessen    118  
II. PRAXIS 123  
5 Psychotherapeutische Resonanz auf Geschichten 125  
5.1 Beziehung und affektive Rahmung als Grundlage   125  
5.2 Mitschwingen im Sprach-, Bild- und Körperraum 127  
5.3 Mit der Aufmerksamkeit vom Problematischen zur Ressource   132  
6   Die Sprache als Basis psychotherapeutischen Wirkens 136  
7   Metaphorische Geschichten zwischen Wort und Bild 141  
8   Anregung zu symbolischen Istbildern, Wunschbildern und Wunschgeschichten . 145  
8.1   Symbolbildungen und symbolische Dimensionen . 146  
8.2   Die Kraft des Gestaltens   147  
8.3   Phänomenologische Grundhaltung 150  
8.4   Malen und Modellieren von symbolischen Bildern   158  
8.5   Symbolische Bilder-Geschichten nach Standardvorgaben   169  
8.6   Entwickeln von Geschichten mit Symbolen an der Magnetwand   174  
8.7   Fallverlauf: Eine Geschichte entfaltet sich   181  
8.8   Anregung zu Skulpturenarbeit 195  
9   Die Imagination von heilsamen Geschichten 198  
9.1   Die Zauberkraft der Imagination   199  
9.2   Die imaginative Arbeit mit Persönlichkeitsteilen 201  
9.3   Die Imagination von Zukunftsszenarien   205  
10   Traum-Geschichten als Türöffner zum Unbewussten . 208  
10.1   Träume in ihrer retrospektiven und prospektiv finalen Funktion 209  
10.2   Entschlüsseln der symbolischen Traumsprache   210  
10.3   Die Entwicklung von Geschichten in Träumen   214  
11   Umgang mit der körperlichen Dimension von Geschichten . 223  
11.1   Anleitung zu Körperwahrnehmungen 224  
11.2   Somato-affektive Marker als Vorboten maladaptiver   Handlungsmuster   228  
11.3   Embodiment: Verankerung von neuen Handlungsmustern im Körper    232  
11.4   Erweiterung des Ausdruckraums bei psychosomatischen   Symptomen    234  
12 Erlebnisaktivierender psychodramatischer Umgang mit Geschichten 240
13 Alternative Geschichten und Handlungsmuster entwickeln als Kernstücke von Veränderung 254
13.1 Implizites und explizites Entdecken alternativer Geschichten und Handlungsweisen 255
13.2 Ausprobieren, Wiederholen und Üben neu entworfener Handlungsmuster 258
Literaturverzeichnis 262
Über die Autorin    267

Leseprobe

Einleitung

Im alten Ägypten bedeutete ein Kunstwerk zu schaffen , es zum Leben zu bringen, ihm sozusagen Leben einzuflößen. Psychotherapie ist insofern eine Kunst, als es ihr gelingt, heilsame Geschichten und die ihnen entsprechenden neuen Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln und lebendig werden zu lassen.
Geschichten sind schöpferische Gestaltungen, welche vergangene Lebenserfahrungen und zukünftige Lebensmöglichkeiten organisieren, ihnen ein Gesicht und damit Sinn verleihen. Heilsame Geschichten werden aufgefunden und entdeckt: Sie entstehen, entwickeln und entfalten sich im psychotherapeutischen Kontext auf der Basis alter, problematischer Geschichten, die mit dem Blick auf Handlungsspielräume ressourcenorientiert umgestaltet werden. Denn jede Geschichte, Lebensgeschichte, Paar- und Familiengeschichte beinhaltet sowohl das »So war es« im Sinne des Gegebenen, Unabänderlichen, wie auch das »Was wäre, wenn « im Sinne des Veränderbaren, welches den Möglichkeitsraum eröffnet. (vgl. Welter/Hildenbrand 1996)
Dabei sind Worte Silber, aber was ist Gold?

Das Anliegen dieses Buches ist es, die vielfältigen Formen des Gestaltens von und des gestaltenden psychotherapeutischen Umgangs mit Geschichten aufzuzeigen. Ein nicht nur auf das verbale Erzählen und damit explizite Inhalte beschränkter Umgang mit Geschichten ist umfassender und entspricht dem therapeutisch bedeutsamen Anliegen ganzheitlichen Begegnens und Verstehens. Dieses muss vor allem auch den Zugang zu unbewussten, impliziten Inhalten, welche problematisches Verhalten maßgeblich steuern, eröffnen.
Vor dem Hintergrund neurobiologischer Erkenntnisse basieren problematische Geschichten und ihnen entsprechende Handlungsmuster zu einem Großteil auf gespeichertem, implizitem emotionalem Erfahrungswissen, welches für die gegenwärtigen Verhältnisse nicht mehr sinnvoll, d. h. maladaptiv ist. Dieses kann im Rahmen eines psychotherapeutischen Prozesses umgestaltet werden in ein den aktuellen Verhältnissen angepasstes, wohladaptives Wissen und Handeln. Therapie ist in diesem Sinn mit Winslade und Monk (2000) als »archäologisches Unternehmen« und das Entdecken von neuen Geschichten als »Archäologie der Hoffnung« zu bezeichnen: Heilsame Geschichten werden sozusagen in tieferen Schichten »sondiert« und aus der Dunkelheit, in der diese prä- und nonverbalen Inhalte und Prozesse schlummern, ans Licht gebracht.
Geschichten werden nicht nur in Worten erzählt, sondern umfassender gestaltet:

körperlich, bildhaft und dramatisch. Jede Geschichte ist eine schöpferische Gestaltungs-Leistung im Sinn einer Wahr gebung .
Das Unsagbare von Geschichten verweist in der therapeutischen Begegnung auf Erinnerungsspuren, die sogenannte »konzentrierte Lebenserfahrung« (Roth), die der Organismus im schnell abrufbaren impliziten Modus zur Verfügung stellt, aber auch auf das Unbewältigte, einst Überfordernde, Verletzende und Traumatische, an dem die Sprache oft zerbricht.
In den dunklen Nachtseiten von Geschichten stecken gleichwohl vielfältige neue Möglichkeiten. Dort, wo mit dem Konjunktiv der Phantasie, der Denkfigur des »Was wäre, wenn « Vergangenes in Zukünftiges transformiert wird, schlummern Heilungspotenziale, welche in den Hoffnungen und Wünschen der Klienten liegen.
Geprägt durch langjährige Ausbildung bei und die Arbeit mit Frau Welter-Enderlin und dem Meilener Konzept therapeutischen Begegnens und Verstehens (1996), ist der feste Bezugspunkt des psychotherapeutischen Umgangs mit Klienten und ihren Geschichten die Verknüpfung von Vergangenheit und Zukunft , diese doppelte Orientierung an »Wurzeln und Flügeln« (Welter-Enderlin 2003, S. 23), an dem »was war« und dem »was wäre, wenn «
Psychotherapeutisch bedeutsames Erforschen und Umgestalten von Geschichten, welche die Grundlage von Veränderung bilden, geschieht in der doppelten Orientierung an Vergangenheit und Zukunft, in einer ständigen, fließenden Hin-und-her-Bewegung zwischen zwei Polen und orientiert sich an zwei Perspektiven: an dem Blick in die Vergangenheit (auf das Woher, die Herkunft) und in die Zukunft (auf das Wohin), an der Problem- und der Ressourcenperspektive. Das Verstehen, um das es mir geht, ist ganzheitlich geprägt und nimmt sowohl die expliziten wie impliziten Dimensionen von Geschichten in den Blick. Die einseitig kognitive   Orientierung an expliziten, sprachlich fassbaren Inhalten von Geschichten – wie sie in der systemischen Therapie immer wieder vorkommt – schränkt die Möglichkeiten, zu verstehen und therapeutische Entwicklungs- und Veränderungspotenziale zu stärken, erheblich ein.
Eine therapeutische Begegnung, die von solch einem Verständnis geprägt ist, erfordert einen multiperspektivischen, mehrdimensionalen Umgang mit Geschichten als Grundlage von Veränderung. Denn Inhalte von Geschichten sind auf verschiedenen, miteinander in Wechselwirkung stehenden Ebenen gespeichert, d. h. multicodiert: als Körpererinnerung, bildhaft und sprachlich. Bewusstsein entwickelt sich als gestaltender Erkenntnisprozess in diesen drei miteinander vernetzten Gestaltungs- und Ausdrucksräumen: im Körper-, Bild- und Sprachraum.

Zwei verschiedene Bewusstseinsformen unterscheidend, geht es im Erkenntnisprozess einerseits um eine prä- und nonverbale Form des Erkennens durch das Körperselbst, welches bewusstseinsfähig, aber nicht an Sprache, sondern an körper liche Anzeichen gekoppelt ist; andererseits um eine sprachliche Form von Bewusstsein. Implizite Inhalte von Geschichten zeigen sich körperlich und in symbolischen Bildern, welche eng mit körperlich erlebten Empfindungen und Gefühlen verbunden sind; explizite Inhalte sind an die Wortsprache gebunden.

Sowohl das Erforschen und Auffinden von problematischen als auch das Entdecken und Entwerfen von heilsamen Geschichten, d. h. das Finden von alten und das Anbahnen von neuen neuronalen Netzwerken, muss auf allen drei Ebenen stattfinden: So kann die Wechselwirkung von Sprach-, Bild- und Körperraum psychotherapeutisch genutzt und der Multicodierung von neuronalen Netzen Rechnung getragen werden.
Beim ganzheitlichen Umgang mit Geschichten geht es – neben expliziten Inhalten – immer auch um das Einkreisen des Unsagbaren, im Bewusstsein, dass ein großer Anteil menschlichen Fühlens und Handelns von unbewusst verlaufenden, impliziten Inhalten und Prozessen gesteuert wird. Dabei hat das Symbol – als »Darstellung des Unsichtbaren mit den Mitteln des Sichtbaren« (Silberer 1988, S. 55) – eine große Bedeutung. Symbolische Bilder sind »Dreh- und Angelpunkt« zwischen dem subsymbolisch körperlichen System und der Sprache bzw. zwischen der Welt des körperlichen Unbewussten und dem bewussten Verstand, der über Worte und Sprache verfügt (vgl. Storch 2008, S. 84); sie weisen weit über die sprachliche Ebene hinaus auf Hintergründiges, ergänzen diese in sinnvollster Weise und vertiefen und bereichern das Entwicklungs- und Veränderungspotenzial im therapeutischen Prozess: Sie sind Brennpunkte der schöpferischen Entwicklung.
Im psychotherapeutischen Kontext geht es darum, Symbolbildungen, symbolische Gestaltungen, symbolische Bildergeschichten zu bestimmten Themen auf vielfältige Weise anzuregen und Träume als symbolische Gestaltungen aufzunehmen. Dabei macht sich der Therapeut den Projektionsvorgang psychotherapeutisch zunutze: Die Auswahl von Bildern und Gegenständen, das Modellieren und Malen von Bildern, das Inszenieren von Bildern mit Figuren und Gegenständen, das Erzählen von Träumen, die Verkörperung von Bildern und symbolische Gestaltungen und Handlungen im psychodramatischen Umgang mit Geschichten spielen eine zentrale Rolle. Das Verständnis der Bildsprache, das Sich-ins-Bild-Setzen im übertragenen Sinn, ist herausfordernde, inspirierende Aufgabe des Therapeuten.

Meine Faszination gilt immer wieder den Prozessen, die, wenn die Symbolbildung angeregt wird, vom Unbewussten der Psyche ausgehen und prozesshaft vorangetrieben werden; die sich so oft   als Selbstheilungsprozesse erweisen, in denen die Heilungspotenziale der Klienten zum Tragen kommen. Diese eigendynamischen Prozesse, welche die Entfaltung und Entwicklung von Geschichten bewirken, sind nicht vom bewussten Ich gesteuert; sie können ausgelöst werden und in Gang kommen, aber sie sind nicht machbar ; sondern geschenkt – oftmals in kritischen Situationen, in denen Patienten psychisch gefährdet sind. Sie sind immer wieder Anlass zum Staunen, sie berühren tief, sie bewegen und bilden das ursprüngliche Motiv, weshalb ich dieses Buch schreibe.
Heilsame Geschichten entdecken und entwickeln umfasst neben der symbolischbildhaften Dimension auch die wortlose Erzählung des Körpers . »Somatische Marker« – das Konzept des Neurowissenschaftlers Damasio (2002) – zeigen impli zite Prozesse und Inhalte in Form von Körperempfindungen und/oder starken   Gefühlen an. Storch/Krause (2002) hat Methoden entwickelt, wie somatische   Marker psychotherapeutisch genutzt werden können. Die achtsame Wahrnehmung von somatischen Markern ermöglicht einen Zugang zu körperlich angezeigten Geschichten. Gesundheitsdienliche Handlungsmuster, welche in sondierten/heilsamen Geschichten entworfen werden, können über ein sogenanntes »Embodiment« (Storch et al. 2006) im Körper verankert werden.

Psychosomatische Beschwerden stellen ihrerseits eine wortlose Erzählung des Körpers dar. Bilder spielen auch hier, beim Auffinden der dahinter verborgenen Leidensgeschichte und dem Entwerfen von heilsamen Geschichten eine Schlüssel-rolle.

Zum Aufbau des Buches: Im ersten Teil werden die theoretischen Grundlagen eines mehrdimensionalen und multiperspektivischen Umgangs mit Geschichten als Grundlage von Veränderung – auf der Sprach-, Bild- und Körperebene und mit der Problem- und Ressourcenperspektive – dargestellt und an Fallbeispielen belegt. Im zweiten Teil wird der mehrdimensionale und multiperspektivische Umgang mit Geschichten methodisch und praktisch konkretisiert und an Fallbeispielen und Fallverläufen veranschaulicht.
Dieses integrative Konzept, das meine persönliche Handschrift trägt, stellt einen Versuch dar, das für mich in vielen Jahren praktischer psycho- und systemtherapeutischer Arbeit und Lehrtätigkeit Wesentliche und mich immer wieder Faszinierende sowohl theoretisch wie auch praktisch und mittels konkreter Fallbeispiele, Fallgeschichten zugänglich und für andere anwendbar zu machen.

Aus systemischer Sicht wurde bis vor wenigen Jahren davon ausgegangen, dass individuelles Verhalten ausschließlich oder zumindest in erster Linie über den Beziehungskontext, in dem das Verhalten stattfindet, zu erklären sei. Die Theorie der Selbstorganisation lebender Systeme ergänzt diese Sicht insofern, als dass vor allem die innere Selbstorganisation des Individuums letztlich bestimmend für sein Erleben und Verhalten sei. Dies entspricht meinen eigenen psychotherapeutischen Erfahrungen, die darüber hinaus zeigen, dass Erlebens- und Verhaltensmuster in erster Linie geprägt sind durch gespeicherte implizite emotionale Erfahrungen in der Kindheit und Jugendzeit/Adoleszenz, welche sich über das ganze Leben hinweg weiterentwickeln.
Grundsätzlich sind Erfahrungen aus früheren Schichten von Geschichten – so auch aus vorangegangenen Partnerschaften oder aus Anfangszeiten von Beziehungen – für aktuelles Verhalten prägend. Dementsprechend liegt der Fokus dieses Konzeptes auf der intrapsychischen Ebene, d. h. einer systemischen Annäherungsweise an die Psyche im Sinn der psychotherapeutischen Arbeit mit innerpsychischen Systemen, die wie äußere Systeme organisiert sind, sowie auf dem multiperspektivischen und mehrdimensionalen Umgang mit Geschichten von Klienten als schöpferische Gestaltungsleistungen, subjektive Präsentationen von Erfahrung und zukünftigen Möglichkeiten. Der Blick für die Wechselwirkung zwischen Außen- und Innenwelt, inneren und äußeren Systemen, die gegenseitige Beeinflussung von innerer und äußerer Wirklichkeit, auch für die Dialogik von Objektiv-Realem und Subjektiv-Imaginativem geht dabei nicht verloren.
Das Umgestalten, Entwerfen und Umsetzen von neuen, heilsamen Geschichten und Handlungsmustern geschieht mit Blick auf gegenwärtige Verhältnisse, respektive Systeme und trägt diesen Rechnung. Sie werden in Einzeltherapien im psychodramatischen Umgang durch symbolische Repräsentation und Rolleneinkleidung einbezogen. In Paartherapien richtet sich der Blick sowohl auf intrapsychische wie interaktionelle Ebenen, es geht sowohl um alte individuelle wie auch alte Paar-Geschichten.
Ein Kunstwerk zu schaffen bedeutet, es zum Leben zu bringen. Ich hoffe, dass es diesem Buch gelingt, die reiche, vielseitige und kostbare Erfahrung im Umgang mit Geschichten lebendig werden zu lassen – zu vermitteln, dass dabei Worte Silber sind, die Nutzung der Wechselwirkung von Körper-, Bild- und Sprachraum aber Gold ist.

»Die Autorin zeigt in ihrem flüssig geschriebenen und mit vielen konkreten Fallbeispielen illustrierten Buch in sehr konsistenter Weise Indikationen und Strategien für nicht-sprachliche Zugänge auf. … Es sind insbesondere die sehr anschaulich vorgestellten Falldarstellungen, die mich während der Lektüre sehr angeregt haben auch in meinem klinischen Alltag mutiger mit nicht-sprachlichen Zugängen zu arbeiten. Annette Pestalozzi zeigt sich als begabte Therapeutin. … Ich kann das Buch allen Psychotherapeuten empfehlen, die eine Erweiterung ihres Theorieverständnisses und eine faszinierende Fundgrube für psychotherapeutische Techniken und Hilfsmittel suchen.«
Prof. Dr. med. Stefan Büchi, Trauma&Gewalt, November 2011

»Annette Pestalozzi-Bridel hat in der vielfältigen Fachbuchlandschaft ein besonderes Juwel geschaffen. In diesem Sinne kann man die Frage in ihrem Titel beantworten: „Dieses Buch.“ Vorweggenommen sei, dass nicht nur FachkollegInnen den Band mit Gewinn lesen können. Vielmehr ist er so gut verständlich geschrieben, dass er auch einem breiten Publikum empfohlen werden kann. Auch deswegen, weil er ein Plädoyer für die bereichernde Funktion von Geschichten ist, was u.a. den Eltern unter den LeserInnen als Erinnerung an die entwicklungspsychologisch wichtige Funktion von vorgelesenen und erzählten Geschichten und Märchen diesen darf. …In allem, was Annette Pestalozzi-Bridel schreibt, spürt man den großen Respekt vor den Menschen, mit denen sie arbeitet, vor ihren ganz persönlichen Geschichten und Schicksalen. Ihr Glaube an die kreativen Energien in den Menschen, ihre Fähigkeiten, über Symbolisierung eigene Kräfte zu entwickeln, um leidvolle Situationen zu Besserem zu wandeln, berührt.«
Elisabeth Mlasko, Familiendynamik, 4/2011

»Bereichert haben mich vor allem Teile des praktischen Teils. Am ausführlichsten ist hier die Arbeit der Autorin mit Symbolen dargestellt. Aber auch die Kapitel ihrer Arbeit mit Imaginationen, Träumen und den körperlichen Dimensionen von Geschichten haben mich angeregt, in diesen Bereichen meinen KlientInnen öfter mal Angebote zu machen. So könnte die Facette der "wortlosen Erzählungen" - wie sie von der Autorin genannt werden - sichtbar werden und zu einem vollständigeren Bild der präsentierten Klagen ebenso wie der ersehnten Lösungen werden.«
Peter Kaimer, Systeme, 2/2011

»Die Autorin zeigt anschaulich, wie symbolische Bilder entschlüsselt werden können und wie heilsame Geschichten ein Ausgangspunkt zu "alternativem Handeln" werden können. Das Buch ist eine Schatzkiste für Praxis und Theorie in der Psychotherapie.«
Christine Weber-Herfort, Publik-Forum, 08.02.2013

"Das Buch ist eine Fundgrube für Theorie und Praxis der Psychotherapie. Ich habe das klar strukturierte Buch mit übersichtlichem Layout mit großem Gewinn gelesen: Es bereichert meine eigene therapeutische Arbeit. Es ist unbedingt empfehlenswert."
Dr. Juliana Matt, M.E.G.A.PHON, September 2012

»Das Anliegen dieses Buches ist es, die vielfältigen Formen des Gestaltens von und des gestaltenden psychotherapeutischen Umgangs mit Geschichten aufzuzeigen. Hierbei wird neben der Sprache auch der Körper und die Aussagekraft symbolischer Bilder berücksichtigt.«
Sucht, Oktober 2012
Klett-Cotta Fachbuch Mit einem Vorwort von Ulrike Borst
E-Book basiert auf der 1. Aufl. 2011 der Print-Ausgabe, 267 Seiten in der Print-Ausgabe,
ISBN-epub: 978-3-608-10199-7 ISBN-pdf: 978-3-608-20129-1
autor_portrait

Annette Pestalozzi-Bridel

Annette Pestalozzi-Bridel, Dr. phil., arbeitet in eigener psychiatrisch-psychologischer Praxis in Zürich und lehrt am Ausbildungsinstitut für ...


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