Schwarz ärgern - aber richtig

Paradoxe Ratschläge für Psychosomatiker

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Begreifen Sie endlich die Entwicklung und liebevolle Pflege Ihrer Beschwerden als Herausforderung.

Psychosomatische Störungen sind »in«. Hat nicht jeder von uns mindestens eine? Heute leiden bereits Schulkinder an Streß. In manchen Gesellschaften gehört es mittlerweile zum guten Ton, ein Magengeschwür zu haben; wer keines hat, kann überhaupt nicht mitreden - schlimmer noch: man wird der Faulheit bezichtigt, man engagiere sich nicht genug, lege sich nicht ausreichend ins Zeug, gebe nicht sein Letztes.

Wer schnell und effektiv eine psychosomatische Krankheit entwickeln will, braucht dieses Buch. Zur Auswahl stehen in erster Linie Magen-Darm-Erkrankungen - ein Magengeschwür zu bekommen, das gelingt meist mit geringem Aufwand -, gefolgt von Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit dem Infarkt als Krönung, Schmerzen und Hauterkrankungen wie der allseits beliebten Neurodermitis. Manch ein Leser mag zu seiner Überraschung entdecken, daß er den einen oder anderen Ratschlag bereits befolgt.

Hauptsache ist, der Leser fängt nicht damit an, wovor der Autor eindringlich warnt, wenn er eine psychosomatische Störung entwickeln möchte, nämlich über sich selbst, seine Bedürfnisse und sein Leben nachzudenken. Man kann das Buch natürlich auch anders lesen und versuchen, das Gegenteil der Empfehlungen zu tun, um eine Entwicklung der Störung zu vermeiden. Aber das wäre ja langweilig und würde zu einem stinknormalen Durchschnittsleben führen.

Inhaltsverzeichnis


1 Einführung
Ein satirischer Ratgeber
Was sind psychosomatische Störungen?
Weisen psychosomatische Störungen auf starke seelische Beeinträchtigungen hin?

2 Grundkurs: Erste Schritte zur Entwicklung einer psychosomatischen Störung
Förderliche Verhaltensweisen
Psychische Faktoren
Zeitdruck
Aufregung und Ärger
Hoher psychischer Druck
Der richtige Umgang mit der Freizeit

3 Ratschläge für Fortgeschrittene
Der Umgang mit eigenen Gefühlen
Zur Bedeutung von Gefühlen
Störende Gefühle
Vermasseln Sie sich nicht die Chance, Psychosomatiker zu werden!
Körpersignale
Ursachen und Wirkungen
Beachten von Streßfaktoren
Beachten von Erschöpfung
Augen zu und durch!

4 Der Ratgeber für Profis
Eigene Bedürfnisse
Schlechtes Selbstkonzept
Selbstkonzepte werden durch Erfolge positiver
Abhängigkeit vom Urteil anderer
Nein sagen
Der Bauer auf dem Schachbrett
Bloß nicht reflektieren!
Ein Rat zum Schluß

5 Besondere Ratschläge zur Entwicklung einer psychosomatischen Herz-Kreislauf-Erkrankung
Bluthochdruck
Ausdruck von Ärger
Herzinfarkt
Beachten von Symptomen
Ausleben von Ärger
Ignorieren Sie den Infarkt!

6 Zum Umgang mit lästigen Therapeuten

Leseprobe


Augen zu und durch!

Ein besonders wesentlicher Aspekt daran, seine Gefühle und seinen körperlichen Zustand zu ignorieren, besteht darin, durchzuhalten, auszuhalten. Lassen Sie sich nicht durch Erschöpfung, Unwohlsein oder Krankheit von Ihren Pflichten, Ihrer Arbeit oder dem, was immer Sie vorhaben, abbringen!

Wenn Sie zum Beispiel stark erkältet sind und eigentlich mit einer Wärmflasche ins Bett gehören, lassen Sie sich nicht davon abhalten (auch nicht von Ihrem Partner!), ins Büro zu gehen und den Tag durchzuhalten! Sagen Sie sich, daß Sie unentbehrlich sind, daß man Sie braucht, daß ohne Sie nichts läuft, das Chaos ausbricht. Machen Sie sich auch deutlich, daß Sie sich auf keinen Fall von einer albernen Erkältung vorschreiben lassen, was Sie zu tun haben. Darüber hinaus halten Sie sich für unendlich resistent, für grenzenlos widerstandsfähig und absolut belastbar: Sie halten das aus, Ihr Körper verkraftet das (mit links!).

Auch, wenn Sie schon Symptome einer psychosomatischen Erkrankung entwickelt haben sollten, lassen Sie sich dadurch nicht unterkriegen (und schon gar nicht unterdrücken!). Gehen Sie einfach Ihren beruflichen Verpflichtungen nach, als wäre nichts geschehen. Die Schmerzen werden schon nicht so schlimm sein und vor allem: Was einen nicht umbringt, macht einen nur härter!

Es ist ziemlich wichtig, daß Sie diesen Rat konsequent beherzigen, denn dadurch verhindern Sie nicht nur, daß Sie zu einem Weichei verkümmern, Sie verhindern auch, daß Ihre psychosomatische Erkrankung verkümmert!

Die Einstellung: „Ich muß alles aushalten!“ verbindet man trefflich mit der Überzeugung: „Meinem Körper kann nichts passieren!“. Auf diese Weise hält man sich für Superman oder Superwoman: Der Körper ist hart wie Stahl, das Darmgewebe besteht aus unzerreißbarer Kunstfaser und das Herz aus hochwertigstem Leder! Das alles ist unkaputtbar! Diese maßlose Selbstüberschätzung ist eine sehr gute Voraussetzung dafür, den eigenen Organismus ständig und anhaltend zu überlasten. Man fährt sozusagen pausenlos im roten Bereich, allerdings, ohne das auch nur im geringsten wahrzunehmen. Das ist sicher der Rat, den Sie jedem geben würden, der sein Auto ganz schnell verschrotten will: Warten Sie das Auto niemals, wechseln Sie das Öl nicht, kontrollieren Sie nicht den Reifendruck und nicht das Kühlwasser, kleben Sie alle Warnlampen zu und fahren Sie im zweiten Gang 100!

Wenn Ihnen die Ratschläge irgendwie absonderlich vorkommen, denken Sie daran, was Sie alles dadurch gewinnen:
- Sie werden nahezu grenzenlos leistungsfähig (eine gewisse Zeitlang)!
- Sie können das Gefängnis Ihres Körpers überwinden (vorübergehend)!
- Sie müssen auf nichts mehr Rücksicht nehmen (bis Sie zusammenbrechen)!

Na, ist das nicht ein tolles Gefühl? Sie haben sich fast von den Fesseln des irdischen Daseins befreit! Nur schade, daß Ihnen Ihr Körper irgendwann die Rechnung für diese Hybris präsentiert!
»... seine "Paradoxen Ratschläge für Psychosomatiker" (so der Untertitel) sind recht originell, praxisnah und mit galligem Humor geschrieben. Wer sich darin selbst erkennt und dann das Gegenteil von dem tut, was der Autor empfiehlt, dem bleibt vielleicht der Gang zu den Leib- und Seelenklempnern erspart.«
(Nürnberger Zeitung, 23.01.2004)
Klett-Cotta
E-Book basiert auf der 8. Auflage 2015 der Print-Ausgabe, 138 Seiten in der Print-Ausgabe,
ISBN-epub: 978-3-608-10480-6
autor_portrait

Rainer Sachse

Rainer Sachse, Prof. Dr., Dipl.-Psych., ist Verhaltens- und Gesprächspsychotherapeut, Leiter des Instituts für Psychologische Psychotherapie in Bochum...

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